Damit Insekten nach der Sommerblüte nicht verhungern

Blühende Stauden und Gehölze: Herbst-Buffet für Hummel, Biene & Co.

Traumhaft schön: Ecchinacea „Amazing dream“.
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Traumhaft schön: Ecchinacea „Amazing dream“.

Für Nutzinsekten ist der Tisch nach dem üppigen Blütenflor des Sommers, der nun langsam zuende geht, bald nicht mehr so üppig gedeckt.

Damit sich die Tiere für den harten Winter stärken können, brauchen sie zum Überleben weiterhin Pollen und Nektar.Herbstzeit ist Erntezeit – für uns Menschen zumindest. Im Garten dominieren Früchte, die der emsigen Bestäubungsarbeit von Bienen und Hummeln zu verdanken sind. Die Nutzinsekten selbst leiden nach dem üppigen Blütenflor des Sommers jetzt oft Hunger. Damit sie auch im Herbst Pollen und Nektar finden, sollten im Garten auch weiterhin blühende Pflanzen zu finden sein. Bei der Sortenauswahl, so rät der Bayerische Gärtnerei-Verband (BGV), sollte man einfach blühende Sorten bevorzugen.

Neben den altbekannten Herbstblühern wie Astern und Heidekraut gibt es noch weitere sehr dekorative, aber eher unbekannte Nektarlieferanten, die es sich für den Hausgarten zu entdecken lohnt, sagt Gärtnermeisterin Heike Mehle von der Baumschule Steuber in Kassel.

Prächtige Blütenfülle in pink: Heike Mehle mit Indianerflieder.

Blüte bis Oktober

Dazu gehört etwa der Indianerflieder (Lagerstroemia indica „Rhapsody in pink“), der ab August bis Ende Oktober mit einem Meer filigraner, rosafarbener Blüten betört. Als Heilpflanze etwas bekannter ist der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus „Latifolia“). Umgangssprachlich wird er auch „Keuschbaum“ genannt, erzählt die Gärtnerin, weil er angeblich den Geschlechtstrieb abschwächt. Süß-bitteren Genuss versprechen die Früchte der Karamellbeere. Zuvor entwickelt diese bis zu 20 Zentimeter lange, traubenförmige Blütenstände. Wegen ihrer nur mäßigen Winterhärte ist sie eher für die Kultur im Kübel geeignet.

Üppig: Karamellbeere Leycesteria „Purple rain“.

Für Bienen und Vögel

Genuss für Bienen und Vögel gleichermaßen verspricht der Liebesperlenstrauch (Callicarpa „Profusion“) mit seinen filigranen Blüten bis zum Frost und den pinkfarbenen Beeren zur Weihnachtszeit. Zu ungewöhnlichsten Garten-Neuheiten der letzten Jahre gehört der erst vor etwa 35 Jahren in China entdeckte „Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch“ (Heptacodium „Tian shan“), der seinen ungewöhnlichen Namen wegen der Form der creme-weißen Blüten bekam: Jeweils sieben davon sitzen an jeder Rispe. „Seine unzähligen Blüten verströmen einen herrlich fruchtigen Duft und blühen durch bis zum Frost“, sagt Mehle. Ein spektakulärer Anblick seien auch die purpurroten Fruchtstände des sonnenliebenden Gehölzes, das auch hierzulande bis zu drei Meter hoch werden kann.

Tomatenrot und lecker für Hummeln: Ecchinacea "Tomato Soup".

Staudenklassiker

Neben diesen eher ungewöhnlichen spätblühenden Pflanzen, die erst im September und Oktober zur Hochform auflaufen, dürfen natürlich auch die bekannten Herbststaudenklassiker wie die farbenfrohen Sonnenhutgewächse (Ecchinacea) und die blühfreudigen Fetthennen (Sedum) nicht fehlen.

Wenn die ersten Fröste der spätherbstlichen Blütenpracht dann endgültig ein Ende bereitet haben, erfüllen die verblühten Pflanzen weiterhin eine wichtige Funktion. Sie sollten nicht zurückgeschnitten werden, sondern stehen bleiben, damit Wildbienen und andere Insekten die hohlen Stängel als Winterquartiere nutzen können. Zudem freuen sich Gartenvögel über die Samenstände als zusätzliche Nahrungsquelle.

Papageienbunt: Ecchinacea „Parrot“.

Noch mehr Herbstblüher

Bartblume (Caryopteris): Der Halbstrauch mit dunkelgrünem Laub wird etwa einen Meter hoch, braucht einen vollsonnigen Standort und trägt ab Ende Juli bis zum Frost büschelweise dunkelblaue Blüten. Die Sorte „Summer Sorbet“ blüht ebenfalls blau, trägt aber auffallend gelbgrünes Laub.

In Eisfarben: Die Careopteris „Summer Sorbet“.

Glattblattaster (Aster novi-belgii): Blühfreudige, mittelhohe Staude, die an sonnigem Standort bis zum November kräftigblau blüht. Empfehlenswerte Sorten sind die rote „Royal Ruby“ und die violettblaue „Schöne von Dietlikon“. Prachtspiere (Astilbe): Die Staude ist ein Blickfang auch im tiefsten Schatten. Ihre Blüten in weiß, rot, rosa und violett erinnern etwas an Federn. In Gruppen gepflanzt, bilden sie bis Ende September einen schönen Blütenteppich. Garten-Chrysanthemen (Chrysanthemum): Im Gegensatz zu den vom Handel vielfach als Herbst-Deko angebotenen Wegwerf-Topf-Chrysanthemen ist die Chrysanthemum Indicum-Hybride „Bienchen“ eine absolut winterharte Gartenstaude mit zahllosen gelben Pomponblüten bis Ende November und (wie die blaue „Anastasia“ und die rosa „Hebe“) eine der am besten bewerteten Sorten bei

Staudensichtung.de

Mehr Goldgelb geht nicht: Herbstkrokus "Sternbergia luthea"

Ein gelber Frühlingskrokus? Jetzt im Herbst? Auf den ersten Blick wähnt man sich beim Anblick von „Sternbergia lutea“ in der falschen Jahreszeit. Der im Volksmund auch als Goldbecher oder Gewitterblume bekannte Herbstblüher ist nahe mit den Narzissen verwandt, aber nicht mit den Krokussen. Der botanische Name verrät, dass der Goldkrokus kein echter Krokus ist, diesem aber sehr ähnelt. Wer genau hinsieht, kann ihn anhand der Zahl der Staubgefäße unterscheiden: Sternbergia hat sechs, Crocus nur drei Staubfäden. Darüber hinaus entsprießt Sternbergia einer Zwiebel, während Krokusse eine Knolle bilden. Sternbergia lutea stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und gilt nach Ansicht einiger Experten als die schon in der Bibel zitierte „Lilie auf dem Felde“. Der Name ehrt Kaspar Maria von Sternberg (1761 bis 1838), den böhmischen Theologen und Botaniker. Im Freiland ist Sternbergia lutea in gemäßigtem Klima vollständig winterhart, wobei Sonne und ein gut dränierter und lockerer Boden das Wichtigste sind. Die Art bildet mit der Zeit stattliche Kolonien. Info bei. Pflanzenversand-gaissmayer.de

Weitere Informationen: Einen Blühkalender, der bienenfreundliche Pflanzen nach Zeiträumen auflistet, bieten die „Honigmacher“ der Landwirtschaftskammer NRW.

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