Was tun im Brandfall?

Auf immer mehr Dächern gibt es in Deutschland Photovoltaikanlagen. Insbesondere in ländlichen Gebieten werden sie auf Scheunen- und Stalldächern installiert. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, bei Ankunft der Feuerwehr am Einsatzort auf eine solche Anlage zu treffen.

Häufig herrscht dann Unsicherheit bezüglich der elektrischen Gefahren. Prinzipiell kann man sagen, dass bei entsprechender Schulung und Beachtung der Regeln für elektrische Anlagen das Thema beherrschbar ist. Photovoltaikanlagen wandeln Licht in elektrischen Gleichstrom um. Pro Modul wird eine Spannung von etwa 35 Volt (V) erzeugt. Durch die Hintereinanderschaltung mehrerer Module (Strings) sind Gesamtspannungen von 1000 V keine Seltenheit. Die maximale Berührungsspannung von 120V wird somit überschritten. Jeder String wird dann – auf nicht immer sichtbarem Weg – durch das Gebäude bis zum Wechselrichter geführt und dort in die Standardwechselspannung 230 V / 50Hz umgewandelt. Diese Leistung wird über eine weitere Leitung im Hausanschlusskasten ins öffentliche Netz eingeleitet.

Der Einsatzleiter muss sich zunächst einen Überblick verschaffen. Wo ist der Wechselrichter, wo führen Leitungen lang, sind die Bauteile unversehrt? Dabei hilft ein Übersichtsplan der Anlage und die entsprechende Beschilderung. Am Wechselrichter befindet sich eine Gleichstrom-Freischaltungsstelle, mit der die Anlage vom öffentlichen Netz getrennt werden kann. Da die Ausführungen unterschiedlich sind, sollte der ortsansässige Brandmeister die Anlage im Vorfeld besichtigt haben.

Zwischen Modulen und Wechselrichter ist die Spannung aber noch vorhanden. Hersteller bieten eine Photovoltaik-Feuerwehr-Abschaltung an. Diese Box wird in der Nähe der Module angebracht. Alle Strings werden dort gesammelt und weitergeleitet. Durch einen Not-Taster kann die Spannung aus der Ferne abgeschaltet werden. Dann ist nur noch Spannung zwischen den Modulen.

Wenn eine Erkundung durchgeführt wurde, Gefahrenstellen entsprechend abgesperrt wurden, Sicherheitsabstände eingehalten werden und analog den Regeln wie bei 230 / 400 Volt vorgegangen wird, sollte die Feuerwehr nach gelöschtem Brand unversehrt zurückkehren. (nh)

Informationsmaterial findet man unter www.feuerwehrverband.org/photovoltaik.html

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