Bunte Pracht für neblige Tage: Chrysanthemen

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Die Chrysanthemen sind ein Weckruf des Herbstes: Wenn Tag und Nacht gleich lang sind, beginnen sie, ihre strahlenförmigen Blüten zu bilden. Dann erleuchten sie die düsteren, nebeligen Tage.

Wenn es Herbst wird im Garten, machen sich die Blüten rar. Nur die Chrysanthemen, deren späte Sorten bis in den November hinein blühen, verlängern das Schauspiel im Garten. „Chrysanthemen sind in der herbstlichen Jahreszeit konkurrenzlos“, sagt Richard Sottru, Leiter der Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt im Stadtbauamt von Lahr (Baden-Württemberg). „Sie mischen sich in den Schmuckbeeten mit ihren Blüten zwischen die gefärbten Blätter.“

Chrysanthemen leuchten - selbst an nebeligen Tagen - im Beet in Orange, Rot, Pink, Gelb oder in diversen Kupfertönen. „Das leuchtende Farbspektrum macht die Chrysanthemen für den Herbst so wertvoll“, sagt Hubert Hanke, Versuchsingenieur an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

Neben ihrer Farbenpracht zeigen Chrysanthemen auch eine Vielfalt an Formen. „Es gibt große und kleine, einfache, halbgefüllte und gefüllte Blüten. Besonders sind weiterhin pomponblütige, spinnenförmige und anemonenblütige Sorten“, erläutert Hanke. Die Kultur der Chrysanthemen ist für den Gärtner leicht, und durch Kreuzung entstehen problemlos immer wieder neue Sorten. So ist eine große Vielfalt entstanden, die zum Teil Verwirrung in die Namensgebung bringt. „Die Namen der Sorten sind von Züchter zu Züchter unterschiedlich. Genetisch handelt es sich aber häufig um die gleichen Pflanzen“, sagt Richard Sottru. Die Saison beginnt für Chrysanthemen meist im September und reicht bis in den November. Der Grund für diese lange Angebotszeit liegt in einer Besonderheit bei der Blütenbildung. „Chrysanthemen gehören zu den sogenannten Kurztagspflanzen“, sagt der Gartenarchitekt Richard Sottru. „Erst wenn die Länge von Tag und Nacht gleich sind, beginnen die Pflanzen, Blütenknospen zu bilden.“

Das ist zwischen dem 20. und 23. September der Fall. Der Gärtner nutzt das gerne aus und steuert die Blüte der Pflanzen. Er sollte laut Sottru die Kulturen für eine frühere Blüte verdunkeln. Dann dauert es sechs bis neun Wochen, bis sich die Blüten öffnen.

Die staudigen Chrysanthemen brauchen einen sonnigen, etwas geschützten Platz. Wichtig ist ein nährstoffreicher, gut drainierter Gartenboden. „Die Triebe werden um die Hälfte zurückgeschnitten, wenn die Büsche etwa 50 Zentimeter hoch sind“, empfiehlt Garten- und Landschaftsarchitekt Sottru. „Der Trick verleiht den Pflanzen eine deutlich bessere Standfestigkeit, und die Blütenbildung verzögert sich unwesentlich.“ Topf-Chrysanthemen werden möglichst knospig gekauft, damit man lange etwas von der Blüte hat. „Man rechnet mit einer Blühdauer zwischen 20 und 40 Tagen“, sagt Hanke. „Es ist wichtig, dass man die Pflanzen regelmäßig gießt - auch bei Regen.“ Die Büsche sind so dicht, dass nicht ausreichend Regenwasser an die Wurzeln gelange. „Am besten gießt man in Intervallen, damit das Wasser auch tatsächlich gespeichert werden kann und nicht nur durchfließt“, rät Hanke.

Die Blüte der Topf-Chrysanthemen halten Frost bis etwa minus zwei Grad aus. Wird es kälter, werden die Blütenblätter braun. „Die Knospen vertragen den Frost besser“, sagt Hanke. Und Sottru ergänzt: „Meist sind die späten Sorten etwas widerstandsfähiger.“ Geschützter seien die Pflanzen, wenn sie in Hausnähe stehen. Außerdem rät Hanke, die Büsche mit etwas Zeitungspapier oder Vlies abzudecken, damit Strahlungsfröste ohne Folgen bleiben. (dpa)

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