Checkliste Gebrauchtimmobilien

Erstklassig aus zweiter Hand

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Mehr als die Hälfte aller Neueigentümer ent-scheidet sich für eine Gebrauchtimmobilie anstelle eines Neubaus. Tatsächlich gibt es gute Gründe fürs Eigenheim aus zweiter Hand, etwa den günstigeren Preis und den schnelleren Bezug.

„Doch Vorsicht“, warnt Schwäbisch Hall-Expertin Carolin Schneider, „beim Immobilienkauf gilt in aller Regel der Grundsatz ‘gekauft wie gesehen‘.“  Damit der Hauskauf kein Reinfall wird, hat Schneider eine Checkliste mit den zehn wichtigs-ten Punkten zusammengestellt, die Erwerber von Gebrauchtimmobilien beachten sollten.

1. Lage: Sie ist entscheidend für die Wertent-wicklung. Will man das Objekt später einmal ver-kaufen, sollte man sich schon vor dem Erwerb über die Entwicklung der Immobilienpreise am Standort informieren. In größeren Städten gibt es selbst zwischen verschiedenen Stadtteilen manchmal eklatante Unterschiede.

2. Bausubstanz: Für den Laien sind selbst gra-vierende Mängel mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen. Eine eingehende Objektbesichtigung mit einem Architekten oder sonstigen Bausach-verständigen ist daher unbedingt zu empfehlen.

3. Energiebilanz: Den Energieausweis – dazu ist der Verkäufer verpflichtet – und möglichst auch die letzten Heizkostenabrechnungen zeigen lassen. Beide zusammen geben nicht nur Auf-schluss über die zu erwartenden Betriebskosten, sondern auch, ob eventuell Heizungsanlage und Wärmedämmung dringend modernisiert werden müssen.

4. Grundbuch: Ein aktueller Auszug ist nicht nur verlässlicher Nachweis über Eigentumsverhält-nisse und Grundstücksgröße, sondern auch über eventuelle Lasten und Beschränkungen.

5. Baugenehmigung: Wer eine Gebrauchtim-mobilie erwirbt, will sie oft nach eigenen Vorstel-lungen umbauen. Ohne eine sorgfältige Prüfung der Baugenehmigung kann man nicht wissen, ob nicht Auflagen oder Beschränkungen den eige-nen Modernisierungsplänen widersprechen.

6. Bebauungsplan: Ist die „unbezahlbare“ Aus-sicht vielleicht schon bald von einem Neubau versperrt? Steht das Haus in einem reinen Wohngebiet oder sieht eine Mischnutzung auch Gewerbeansiedlungen vor? Antworten auf solche wichtigen Fragen gibt ein genauer Blick in den Bebauungsplan.

7. Nachbarschaft: Rechtzeitige Gespräche mit den potenziellen neuen Nachbarn können viele wichtige Indizien dafür liefern, ob – über die Qua-lität der Immobilie hinaus – die Voraussetzungen gegeben sind, dass man sich vor Ort dauerhaft heimisch fühlen wird.

8. Umgebung: Der Blick über den Tellerrand, sprich: die Grundstücksgrenze, lohnt sich. Spaziergänge zu unterschiedlichen Tageszeiten lie-fern wichtige Aufschlüsse über die Lichtverhält-nisse und ob man mit Geruchs- oder Lärmbeläs-tigungen rechnen muss.

9. Infrastruktur: Für Familien mit Kindern kann das Schul- und Betreuungsangebot die Kaufent-scheidung beeinflussen, für ältere Menschen die ärztliche Versorgung in der Umgebung. Auch die Fragen nach der Verkehrsanbindung, nach Ein-kauf- und Freizeitangeboten klärt man besser vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag.

10. Eigentumswohnung: Wer den Kauf einer Etagenwohnung plant, sollte unbedingt Teilungs-erklärung, Wirtschaftsplan, Verwaltervertrag und die Protokolle der letzten Eigentümerversamm-lungen einsehen. Diese Unterlagen liefern wich-tige Aufschlüsse darüber, ob man Mitglied einer intakten Eigentümergemeinschaft in einem gut verwalteten Objekt wird. (nh)

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