Checkliste Grundstückskauf

Aus gutem Grund auf gutem Grund

Bauherren brauchen einen guten Grund: „Vor dem Grundstückskauf sind fünf wichtige Fragen zu klären“, erläutert Schwäbisch Hall-Rechtsexperte Stefan Bernhardt in seiner aktuellen Checkliste.

Bebaubarkeit: Mit dem Kauf eines Grundstücks erwirbt man nicht automatisch das Recht, darauf sein Traumhaus zu verwirklichen. Bei Neubaugebieten legt meist ein Bebauungsplan fest, was wie errichtet werden darf, an-sonsten gilt das Baugesetzbuch. Tipp: Vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag beim Bauamt klären, ob es Vorschriften gibt, beispielsweise zum Baustil oder der maximalen Höhe des Hauses, die den eigenen Plänen widerspre-chen. Belastungen: Altlasten wie Öl oder Chemikalien können Bauherren in den Ruin treiben. Bei einer notwendigen Sanierung kann nämlich nicht nur der Verursacher, sondern auch der neue Eigentümer haftbar gemacht werden. Tipp: Abfallbehörden und Umweltämter führen Altlastenkataster – unbedingt einsehen. Ein Bodengutachten kostet im Zweifelsfall nur einen Bruchteil der Sanierung.

Beschränkungen: Grundstücke können mit Rechten von Dritten belastet sein, die erhebliche Auswirkungen auf die baurechtliche Nut-zung haben. Dies können Wegerechte von Nachbarn oder Landwirten ebenso sein wie Leitungsrechte für Strom oder Kanalisation. Tipp: Solche Beschränkungen sind im Grundbuch eingetragen. Seriöse Makler und Baufi-nanzierungsberater sehen das Grundbuch ein und informieren Kaufinteressenten über die rechtlichen und praktischen Folgen.

Bebauungsplan: Er gibt Aufschluss darüber, ob es sich um ein reines Wohn- oder ein Mischgebiet handelt. Im letzteren Fall ist mit Gewer-beansiedlungen zu rechnen – mit möglichen Folgen wie starkem Verkehr, Lärm- oder Geruchsbelästigungen. Oft regelt der Bebauungsplan auch, was erlaubt ist und was nicht – vom Baustil bis zur Grundstücksumrandung. Tipp: Vor dem Kauf mit dem zuständigen Bauamt klären, ob die eigenen Vorstellungen zu den örtlichen Regelungen passen.

Bereits erschlossen? Die öffentliche Erschlie-ßung (Straßenbau, Versorgungsleitungen) ist Sache der Gemeinde, die ihre Kosten auf die Grundstückseigentümer umlegt. Dazu kommt noch die Erschließung auf dem Grundstück durch Gas-, Wasser- und Stromleitungen bis ins Haus. Die Erschließung muss bei Baubeginn zunächst „nur“ gesichert, spätestens beim Einzug aber abgeschlossen sein. Tipp: Bei der Verwaltung nach dem Stand der Erschließung und den Modalitäten der Kostenumlage erkun-digen, bei den örtlichen Versorgungsunternehmen die Hausanschlusskosten erfragen. Nur sogenanntes „fertiges freies Bauland“ ist ein voll erschlossenes Grundstück, bei dem auch die Erschließungskosten bereits im Kaufpreis enthalten sind. (nh)

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