Individuelle Gipfelstürmer

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Besondere Akzente: Da Metall gut zu formen ist, lassen sich mit einem solchen Dach Gauben einfach realisieren.

Das Dach ist mehr als ein notwendiger Schutz vor Umwelteinflüssen. Es prägt das Erscheinungsbild eines Gebäudes und erzählt eine Geschichte über die Menschen, die darunter leben.

Moderne Form: Das Flschdach gewinnt wieder immer mehr an Popularität.

Eine ungeheuer große Vielfalt der Formen, Materialien und Farben lassen das Dach zu einem funktionalen Schmuckstück werden. Die erste Wahl betrifft die Dachform. Zeitlos und am meisten verbreitet ist das Satteldach, das in vielerlei Arten auftreten kann – von der schlichten Grundform bis zu raffinierten Varianten mit den verschiedensten Gauben. Ein Klassiker ist das Walmdach, das aus vier geneigten Dachflächen besteht. Der Nachteil gegenüber dem Satteldach ist der kleinere nutzbare Raum im Dachgeschoss. Das Krüppelwalmdach kombiniert die Vorteile von Sattel- und Walmdach. Denn eine hochgesetzte Traufhöhe und geneigte Giebelspitzen sorgen nicht nur für optimalen Schutz, sondern auch für eine gute Nutzbarkeit des Dachgeschosses.

Das seit einigen Jahren immer beliebtere Pultdach besticht durch seine Schlichtheit – und funktionale Vorteile. Der Raum darunter ist ein vollwertiges Geschoss, außerdem lässt sich mit großzügiger Verglasung eine beeindruckende Raumwirkung erzielen. Dass auch das Flachdach wieder im Kommen ist, liegt an der Renaissance des Bauhausstils – mit den bekannten Problemen der Konstruktion: Die Abdichtung gegen Feuchtigkeit bleibt unverändert schwierig.

Natürlich oder leuchtend

Verwinkelt: Sofern das Bauamt sein Okay gibt, sind individuelle Formen kein Problem.

Hat man sich für eine Dachform entschieden, stellt sich die Frage der Eindeckmaterialien und -farben. Bauherren mit einem Hang zum Traditionellen entscheiden sich am ehesten für natürliche Farbtöne: klassisches Rot des Tonziegels oder anthrazites Schiefer. Ziegelrot gibt es in vielen Varianten, energievoll und lebhaft in der Wirkung. Die bei tausend Grad aus Wasser, Luft und Tonerde gebrannten Ziegeln haben die beste Durchlässigkeit von Wasserdampf und sie verwittern schöner als andere Materialien. Schiefer steht für Eleganz und Seriosität. Die Haltbarkeit von bis zu 90 Jahren macht das robuste Sedimentgestein zum Langstreckenläufer unter den Eindeckmaterialien. Die Industrie bietet mittlerweile auch Dachsteine und -ziegel in Grün, Blau und Braun an – und zwar nicht nur in zurückhaltenden Tönen, sondern auch in leuchtenden Ausführungen mit glänzender Oberfläche.

Außergewöhnlich sind auch Dächer aus Titanzink, Edelstahl oder Kupfer. Da sich Metall gut in Form bringen lässt, eignet es sich besonders gut für spezielle Dachkonstruktionen und Gauben. Auch Umwelt- und Stilbewusstsein lassen sich längst sinnvoll verbinden: Bei vielen Neubauten kommen die Solarmodule nicht mehr aufs Dach – sie sind das Dach.

Bauamt hat das letzte Wort

Doch dem Geschmack können Grenzen gesetzt sein: Oft geben die Behörden Richtlinien vor, um den regional-typischen Charakter einer Siedlung zu erhalten. Der rechtzeitige Gang zum Bauamt ist also Pflicht – und endet für Experimentierfreudige nicht selten mit einer Enttäuschung. „Geht gar nicht“, heißt es da schnell mal. Kein Grund, gleich aufzugeben: Manche Bauprüfer lassen auch mit sich reden.

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