Vom Dach in die Steckdose

Vergütung garantiert: Wer seinen selbst produzierten Sonnenstrom für den eigenen Haushalt nutzt, bekommt Unterstützung. Foto: Wagner Solar/nh

Wenn die Sonne durch die Wolken kommt, werden in immer mehr deutschen Haushalten die Schalter umgelegt. Dass Wasch- und Spülmaschinen, Trockner und Bügeleisen bevorzugt bei Sonnenschein eingeschaltet werden, liegt an einer neuen Vergütungsregelung für Solarstrom. Seit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zur Jahresmitte 2010 bekommt auch eine gesetzlich garantierte Vergütung, wer seinen selbst produzierten Sonnenstrom für den eigenen Haushalt nutzt. Das ist umso lukrativer, je höher der Eigenverbrauch ausfällt.

Bei Photovoltaikanlagen, die 2011 neu ans Netz gehen, beträgt die Vergütung 12,35 Cent pro Kilowattstunde (kWh); Sie erhöht sich auf 16,74 Cent, falls im Jahr mehr als 30 Prozent des insgesamt produzierten Solarstroms selbst verbraucht werden. Diese Vergütung ist zwar niedriger als bei der Einspeisung ins Netz, allerdings steht dann der Sonnenstrom kostenlos zur Verfügung. Man spart also zusätzlich die Kosten, die andernfalls für den Strom aus dem Netz gezahlt werden müssten. Bei den aktuellen Tarifen sind das je kWh etwa 21 bis 23 Cent. Vergütung plus Ersparnis summieren sich somit unterm Strich auf bis zu 39 Cent/kWh – das sind zehn Cent mehr, als es nach den jüngsten Kürzungen für den ins Netz eingespeisten Strom gibt.

Stromnutzung je nach Wetterlage

Für Hausbesitzer, die über die Installation einer Photovoltaikanlage nachdenken, wird die Option Eigenverbrauch statt Netzeinspeisung damit zunehmend attraktiver. Steht Sonnenstrom zur Verfügung, wird der bestehende Bedarf zunächst damit gedeckt. Übersteigt die erzeugte Menge an Solarstrom den aktuellen Bedarf, wird der Überschuss ins Netz eingespeist und mit dem dafür gültigen Satz vergütet. Reicht die Eigenerzeugung hingegen nicht aus, um Lichtquellen, Haushalts- und sonstige mit Strom betriebene Geräte zu versorgen, so kommt die zusätzlich benötigte Energie wie üblich aus dem Netz.

Technisch ist das ohne großen Aufwand realisierbar. Man benötigt lediglich einen zusätzlichen Zähler. Am einfachsten ist es, den bisherigen Strombezugszähler gegen einen Zweirichtungszähler auszutauschen. Diese Geräte registrieren exakt, wie viel Strom die eigene Solaranlage erzeugt, wie viel Strom ins öffentliche Netz eingespeist und wie viel zusätzlich daraus bezogen wird. Allerdings verraten diese Zähler dem Hausbesitzer nicht, wie er sich zu verhalten hat, um möglichst viel aus seinem Eigenverbrauch herauszuholen.

Viele Anbieter von Photovoltaikanlagen, aber auch Stromanbieter arbeiten daher intensiv an Lösungen, mit denen sich diese Potenziale bestmöglich ausschöpfen lassen. Denn je mehr Strom er selbst verbraucht, desto lukrativer ist das kleine Kraftwerk auf dem eigenen Hausdach im Prinzip für den Eigentümer. Intelligente Systeme etwa können den Hausbesitzer über dessen Laptop oder Smartphone darüber informieren, wie viel Strom seine Solaranlage gerade produziert und wie viel verbraucht wird. (nh)

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