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Dahlien rein ins Warme, Tulpen raus ins Beet

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Von: Gisela Busch

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Nachrücker im Garten: Tulpenzwiebeln können jetzt die freigewordenen Plätze im Beet einnehmen.
Nachrücker im Garten: Tulpenzwiebeln können jetzt die freigewordenen Plätze im Beet einnehmen. © Fluwel

Jetzt ist Zeit für den herbstlichen Wechsel im Blumenbeet: Frostempfindliche Dahlienknollen tauschen jetzt ihre Plätze im Garten mit kältehungrigen Tulpenzwiebeln

Dahlien sind im Sommer die Stars vieler Gärten. Robust, ausdauernd und mit vielen Blüten erfreuen sie monatelang – bis zum ersten Frost. Dann wird es höchste Zeit, die nicht winterharten Knollen aus der Erde zu holen und für die Überwinterung vorzubereiten. „Ursprünglich stammt die Dahlie aus Mexiko und ist eine wahre Sonnenanbeterin“, weiß Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek vom holländischen Blumenzwiebelzüchter Fluwel. „Unsere kalten und vor allem nassen Winter verträgt sie aber gar nicht gut.“ Tulpen dagegen brauchen die Winterkälte für ihre Entwicklung.

„Beide Pflanzenarten geben sich somit sozusagen die Hand und genau diese Tatsache können Gartenbesitzer für sich nutzen“, sagt van der Veek. Der Wechsel im Beet geht ganz einfach: „Einfach Dahlien ausgraben und einige Tulpenzwiebeln in das entstandene Loch legen, wieder mit Erde füllen und ordentlich angießen.“

Brauchen jetzt ein frostfreies Plätzchen: Grob von Erde befreite Dahlienknollen ruhen bis zum Frühling im Keller.
Brauchen jetzt ein frostfreies Plätzchen: Grob von Erde befreite Dahlienknollen ruhen bis zum Frühling im Keller. © Fluwel

Dahlien jetzt ausgraben

Für das vorsichtige Ausheben der Dahlienknollen verwendet man am besten eine Grabegabel, denn in der Regel seien die Knollen-Kraftpakete nun erheblich größer, dicker und auch schwerer als bei der Pflanzung im späten Frühjahr. Wichtig sei es auch, das Loch groß genug auszuheben, um nicht die Knollen zu verletzen und sie anfälliger zu machen für Fäulnis und Austrocknung. Nach dem Ausgraben schneidet man die Stiele der Pflanze einige Zentimeter über der Knolle ab und entfernt nur grob die Erde. Eine Reinigung mit Wasser ist kontraproduktiv, denn sehr „saubere“ Knollen sind ungeschützter und trocknen während der Lagerung schneller aus. Anschließend kommen die Knollen entweder in eine Kiste mit Holzspänen oder man umwickelt sie mit Zeitungspapier und bewahrt sie in einer Plastiktüte auf. Dort sollten die fingerähnlichen Knollen aber noch ausreichend Luft bekommen.

Tulpen als Platzhalter

Sind die Dahlienknollen draußen, können gleich die Tulpenzwiebeln gepflanzt werden. Wie Dahlien mögen sie lockeren Boden und vor allem einen sonnigen Standort. Sollte das Loch, das die Knollen der Dahlien hinterlassen, etwas zu groß für die Tulpenzwiebeln sein – diese sollten knapp zehn Zentimeter tief in die Erde – gibt man etwas Blumenerde hinein, ehe die Tulpen mit einem Abstand von zehn Zentimetern ins Loch gesetzt werden.

Besonders natürlich wirkt es, wenn die Frühlingsblüher wie zufällig gewachsen erscheinen. Daher rät van der Veek von Fluwel, die Tulpen mit einer Hand Richtung Loch zu werfen und dort zu pflanzen, wo sie gelandet sind. Auf jeden Fall muss nach der Pflanzung kräftig angegossen werden, damit die Zwiebeln gut anwurzeln.

Auch wenn es im grünen Daumen kribbelt: Tulpenzwiebeln wünschen sich eine Bodentemperatur von dauerhaft unter 13 Grad Celsius. Während sie unter einer zu frühen Pflanzung leiden, macht ihnen eine spätere, bis Ende November, nichts aus. Am besten greift man erst zur Schaufel, wenn sich Frost ankündigt. (Von Gisela Busch)

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