Spießiges Deutschland

Diese Mail beweist: So pingelig sind Münchner Hausbewohner

Lärmende Kinder, zugestellte Treppenhäuser - es gibt viele Krisenherde in deutschen Mietshäusern. Doch geht diese Mail einer Münchner Hausverwaltung zu weit?

Regeln über Regeln - kein Wunder, dass so mancher Mieter in Deutschland gar nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Doch die Forderungen, die an eine Münchner Hausverwaltung bezüglich ihrer Wohnanlage herangetragen wurden, übertreffen wirklich alles.

Münchner Mieter regen sich auf - wegen Kleinigkeiten

"Aufgrund entsprechender Anregungen aus dem Kreise der Miteigentümer, wenden wir uns mit folgendem Anliegen an Sie", heißt es in dem Schreiben, das der Huffington Post vorliegt. Angesprochen sind alle anderen Miteigentümer einer Münchner Wohnanlage. Doch bei dem Anliegen handelt es sich nicht um laute Nachbarn oder Schäden am Wohnkomplex - nein, es geht um das "einheitliche Erscheinungsbild" des Hauses. Und das sehen wohl einige Mieter als massiv gefährdet.

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Warum? Anscheinend hatten mehrere Hausbewohner ihre Balkone mit Schilf oder Stoffen behängt, um den Anblick zu verschönern - entgegen der Gemeinschafts- und Hausordnung, wie es scheint. Darin sehen pingelige Miteigentümer einen "wertmindernden Aspekt". Denn "das einheitliche Erscheinungsbild Ihrer Wohnanlage ist Ihr werterhaltendes Kapital."

Balkonschmuck gefällt nicht: Hausverwaltung stellt Regeln auf

Deshalb sollen fortan folgende Regelungen - vom Architekten empfohlen - für den Balkonschmuck gelten: "Als Farbton für die Markisen und Bespannungen wird ein dunkles Grau, ähnlich dem Farbton der Balkon- und Dachterrassengeländer festgelegt (...). Streifenmuster o.ä. sind zwingend zu vermeiden, es sollen ausschließlich unifarbene Sonnenschutzsysteme angebracht werden."

Lesen Sie hier, welche Worte ein Mieter seinem Nachbarn in einem Aushang um die Ohren haut.

Laut Huffington Post wird den Übeltätern in der Mail auch ans Herz gelegt, die Umbauten wieder abzunehmen, um rechtliche Schritte abzuwenden. Zuallerletzt werden die Hausbewohner gebeten, "bei der Verwirklichung Ihrer individuellen Vorstellungen, immer an die Außenwirkung und Ihre Nachbarn zu denken."

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Von Franziska Kaindl

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook / Huffington Post

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