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"Einbrecher kommen nachts": Das steckt hinter Einbruchs-Mythen

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Sind Sie gegen einen Einbruch gerüstet?

Tagsüber bricht doch niemand ins Haus ein und der Fernseher ist das erste, was der Dieb sich schnappt? Wir nehmen Mythen rund um Einbrecher unter die Lupe.

Alle paar Minuten wird in Deutschland in ein Haus oder eine Wohnung eingebrochen. Liegt das vielleicht auch daran, dass wir immer noch an alte Einbrecher-Mythen glauben und deshalb unvorsichtig sind? Die Redaktion klärt über die gängigsten Theorien auf.

1. Einbrecher steigen immer über das Fenster ein

Bei geschlossenen Fenstern fühlt man sich gleich sicherer - aus gutem Grund: Rund zwei Drittel der Einbrecher kommen über gekippte oder offene Fenster ins Haus. Doch auch Terrassentüren werden als Einladung aufgefasst, sich in die Wohnung zu schleichen. Besonders Ein-und Mehrfamilienhäuser sowie Wohnungen im Erdgeschoss sind dieser Gefahr ausgesetzt.

2. Einbrecher kommen eher nachts

Tatsächlich findet der Großteil der Einbrüche (57,9 Prozent) tagsüber zwischen zehn und 20 Uhr statt. Das liegt daran, dass um diese Uhrzeit die meisten Bewohner sich in der Arbeit aufhalten. Nur jeder siebte Dieb schleicht sich zwischen 22 und sechs Uhr ins Haus ein.

3. Einbrecher kommen nicht, wenn jemand zuhause ist

Dieser Mythos stimmt größtenteils. Nur jeder zehnte Einbruch findet statt, wenn sich ein Bewohner im Haus aufhält. Und bei diesen Fällen geht man davon aus, dass der Dieb schlichtweg übersehen hat, dass sich noch jemand zuhause befindet, wie Kriminalhauptkommissar Arno Helfrich von der Polizei München erklärt. 

4. Das liebste Diebesgut ist der Fernseher

Vielen Deutschen ist der Fernseher heilig - wieso sollte es also bei Einbrechern anders sein? Tatsächlich nehmen die Eindringlinge aber lieber kleinere Elektrogeräte wie Handys, Tablets und Laptops mit. Danach sind Schmuck und Bargeld an der Reihe. Die Flimmerkiste ist einfach zu groß und unhandlich für einen Diebstahl.

5. Im Winter finden die meisten Einbrüche statt

Laut Kriminalstatistik steigen die meisten Einbrecher in der Tat zwischen Oktober und Januar in Häuser ein. Es wird früher dunkel und so fühlen sich die Eindringlinge geschützt. Doch auch im Sommer, wenn viele im Urlaub sind, nutzen Diebe die Gelegenheit, sich zu bereichern.

Passend dazu: Dieses Paar verfolgt im Urlaub, wie ein Dieb in ihre Wohnung einbricht.

6. Einbrecher verwenden Geheimcodes

Dieser Mythos ist wahr. Einbrecher hinterlassen oft Zeichen an Hauswänden oder sogar Türen, um sich zu verständigen. Sollten Sie diese Markierungen bei sich entdecken, entfernen Sie sie sofort.

7. Einbrecher sind zu Gewalt bereit

In der Regel wollen Einbrecher nur unerkannt an ihr Diebesgut und recht schnell wieder verschwinden - nur in seltenen Fällen sind sie auf körperliche Auseinandersetzungen aus, erklärt Arno Helfrich.

8. Einbrecher lassen sich leicht verjagen

Doch nur weil der Durchschnittseinbrecher nicht auf Konfrontationen aus ist, muss man sich dem Dieb nicht in den Weg stellen. Wenn er sich bedroht fühlt oder Angst hat, erkannt zu werden, ist er eher bereit, gewalttätig zu werden. Um nichts zu riskieren, ist es besser, sich zurück zu ziehen.

Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie sich im Notfall verhalten sollten.

9. In meiner Gegend wird nicht eingebrochen

Auf diesen Mythos sollte man sich nicht verlassen. Am beliebtesten sind zwar immer noch Großstädte, doch laut Arno Helfrich wird auch auf dem Land mittlerweile bis zu 20 Prozent mehr eingebrochen als noch vor drei Jahren. Eine gesittete Wohngegend schützt ebenfalls nicht vor Einbrechern: Egal, ob Villenviertel oder Mehrfamilienhaus-Siedlung - Diebe zieht es überall hin.

10. Bei mir gibt es nichts zu holen

Das mag vielleicht so sein, aber in der Regel weiß der Einbrecher davon nichts. Ein Handy und Bargeld dürften sich allerdings in fast jeder Wohnung finden. Und sollte sich tatsächlich einmal ein Fremder Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen, ist es mit dem Sicherheitsgefühl auch dahin.

11. Es dauert ein paar Minuten, bevor der Einbrecher im Haus ist

Diebe sind so routiniert, dass sie sich meistens innerhalb von zehn Sekunden Zutritt zum Haus verschaffen können. Dazu reicht ihnen schon einfaches Standardwerkzeug, um zum Beispiel ein Fenster auszuhebeln.

Passend dazu: So rüsten Sie Ihre Türen richtig nach.

12. Einbruchsschutz bringt eh nichts

Da täuschen Sie sich: Schon der kleinste Widerstand kann bei so manchem Gelegenheitstäter zur Flucht führen. Spätestens nach drei Minuten ohne Erfolg macht der Dieb sich erfahrungsgemäß aus dem Staub. Zu groß ist die Angst, erwischt zu werden. 

Erfahren Sie mehr in unserem umfangreichen Ratgeber zum Einbruchsschutz.

13. Meine Wertsachen sind gut versteckt

Sie verstecken Wertsachen in der Sockenschublade oder im Kühlschrank? Dann sind Ihre Habseligkeiten leider nicht so sicher, wie Sie denken. Einbrecher kennen nahezu jedes Versteck.

Diese zehn Verstecke für Bargeld findet jeder Einbrecher

Von Franziska Kaindl

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