Schon ab 500 Euro

Einbruchschutz: Künftig gibt es mehr Förderung von der KfW

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Mit der erleichterten Förderung durch die KfW können Eigentümer bereits ab 500 Euro ihre Wohnung gegen Einbruch absichern.

Bei der KfW-Förderung von Einbruchschutz gelten neue Regeln. Wer sein Haus jetzt sicherer machen möchte, profitiert schon bei kleineren Umbauten.

Eigentümer haben einen Grund sich zu freuen, Einbrecher werden sich darüber ärgern: Um Besitzer von Häusern und Wohnungen zu unterstützen, erweiterte die Förderbank "Kreditanstalt für Wiederaufbau" (KfW) zum 21. März 2017 ihre Förderung für Einbruchschutz. Zukünftig sollen auch schon kleinere Maßnahmen zum Schutz vor Einbrechern finanziell unterstützt werden.

Einbruchschutz: KfW reagiert auf höhere Einbruchszahlen im letzten Jahr

Da die Einbruchszahlen im letzten Jahr stark angestiegen sind, investieren nun viele Haus- und Wohnungsbesitzer in mehr Sicherheit für die eigenen vier Wände. Die Polizei zählte 2015 fast 168.000 Einbrüche in Deutschland. Die Zahlen variieren jedoch von Bundesland zu Bundesland stark. Zu den relativ sicheren Ländern gehören laut Polizeiangaben Bayern, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. In Bayern wurde 2015 in insgesamt 7.480 Wohnungen eingebrochen. Besonders von Wohnungseinbrüchen betroffen sind die Bewohner der Hansestadt Bremen. Hier sei die Gefahr eines Einbruchs mehr als zehnmal so hoch wie in Thüringen.

Die KfW reagiert nun auf diese Entwicklung und setzt die Fördergrenze auf 500 Euro herab. Die geförderten Sicherheits-Maßnahmen reichen dabei vom verstärkten Türschloss bis zum Fingerabdruckssensor an der Haustür. Besonders gefragt ist auch die Videoüberwachung mittels Kameras und Bewegungsmelder. Viele Eigentümer rüsten dabei auch auf moderne Smart-Home-Technik um, die sie beispielsweise auch mit ihrem Smartphone verknüpfen können und somit auch unterwegs die Wohnung im Blick behalten können.

KfW-Förderung für Einbruchschutz bereits ab 500 Euro möglich

Bisher mussten Eigentümer eine Summe von mindestens 2.000 Euro investieren, um entsprechende Fördermittel beantragen zu können. Die Grenze für die Förderbedingungen wurde nun auf 500 Euro herabgesetzt, wie das Bundesinnenministerium und das Bundesbauministerium mitteilten. Die Zuschuss-Summe der KfW beträgt dabei zehn Prozent der Gesamtsumme, also mindestens 50 Euro. Bei sehr umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen können Eigentümer maximal 1.500 Euro Zuschuss von der KfW bekommen. 

Diese Maßnahmen für Einbruchschutz werden von der KfW gefördert

Mit dem neuen Förderprogramm der KfW werden auch schon kleinere Umbauten wie das Nachrüsten einer einbruchssicheren Haustüre staatlich gefördert. Weitere Möglichkeiten, die eigenen vier Wände möglichst sicher zu gestalten, sind beispielsweise der Einbau einer Alarmanlage oder Gegensprechanlage, die Installation von besonders stabilen Fenstern mit einbruchsicheren Gittern oder Rollläden bis hin zu teuren Investitionen wie Meldeanlagen mit Überwachungskameras.

Wichtig: Die Anträge können bereits vor den Umbaumaßnahmen von einer entsprechenden Firma an die KfW gestellt werden. Unternehmen, die sich auf Einbruchschutz spezialisiert haben, stehen Eigentümern beratend zur Seite.

Förderung durch die KfW: Mehr Sicherheit für Wohnungen

Doch nicht nur Eigentümer, sondern auch Mieter profitieren von der Neuerung. Schließlich wollen sie in einer Wohnung leben, in der sie sich selbst sowie ihr Hab und Gut möglichst gut vor Einbrechern schützen können. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nannte die Senkung der Fördergrenze ein "klares präventives Signal". Er betonte die Bedeutung der Sicherheit, da ein Einbruch in Haus oder Wohnung für die Geschädigten "ein massiver Eingriff" darstellt, der in vielen Fällen "zu anhaltender Verunsicherung und Ängsten führt". 

Deswegen sei es besonders wichtig, dass es Eigentümern erleichtert werde, von Fördermitteln der KfW zu profitieren. Die große Nachfrage an Maßnahmen für Einbruchschutz in letzter Zeit habe gezeigt, dass das Förderprogramm der KfW ausgebaut werden müsse und auch schon kleinere Umbauten unterstützt werden sollen. Mehr als 40.000 Förderzuschüsse wurden von der KfW im letzten Jahr vergeben. Rund 50.000 Wohnungen wurden dabei mit sicherheitsrelevanten Umbauten ausgestattet.

Die KfW greift in diesem Jahr auf ein Gesamt-Fördervolumen von 70 bis 80 Millionen Euro zurück. Neben Mitteln für den Einbruchschutz sollen auch Förderungen für altersgerechtes Wohnen erleichtert werden.

Tipps für Einbruchsschutz: Welche Umbaumaßnahmen helfen wirklich?

Es ist nicht unbedingt viel Technologie und Smart-Home-Aufrüstung nötig, um die Wohnung abzusichern, wie Polizei und Versicherungen mitteilen. Beliebte Methoden der Einbrecher sind unter anderem das Aufhebeln von Türen oder Fenstern. Die mechanische Sicherung reiche in vielen Fällen bereits aus. Dazu zähle beispielsweise einbruchshemmendes Spezialglas in den Fenstern, Türbeschläge sowie verstärkte oder zusätzliche Schlösser an Türen und Fenstern. 

Die Einrichtung von komplexen Überwachungssystem kann schnell mehrere tausend Euro kosten. Mit der erleichterten Förderung durch die KfW profitieren Eigentümer jedoch auch schon bei kleineren Maßnahmen. Die Polizei spricht davon, dass es potentielle Einbrecher in der Regel sehr eilig haben, um in die Wohnung einzudringen. Falls ihnen der schnelle Einbruch verhindert wird, geben sie meistens schnell wieder auf.

Falls Sie noch weitere Fragen zum Thema Einbruchschutz haben: Hier finden Sie eine umfassende Übersicht.

Video: So will die Polizei Einbrecher und Banden schneller schnappen

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Video: snacktv

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