Einfach gut durchdacht

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Sonne zunutze gemacht: Die Fenster des Passivhauses sind mit Dreifach-Verglasung versehen. Nur die großen Südfenster sind zweifach verglast. So kann auch in der kühleren Jahreszeit die Sonne kräftig mithelfen, die Räume direkt durch das Glas hindurch zu erwärmen.

Für die Bauherren war von vornherein klar, dass der Neubau für die vierköpfige Familie ein Passivhaus werden wird. So ist vorallem das Energiekonzept dieses schlichten und doch ausgefallen nordhessischen Einfamielenhauses schlüssig

Mit dem Passivhaus, das mit einem tatsächlichen Jahresverbrauch von 12,5 Kilowatt pro Quadratmeter noch unter dem projektierten Bedarf in Höhe von 15 Kilowatt pro Quadratmeter Wohnfläche bleibt, haben sich die hohen Anforderungen an die Gebäudehülle, wie beispielsweise eine konsequente Luftdichtigkeit, gelohnt.

„Ich habe mich bei der Planung konsequent an dem Projektierungspaket des Passivhaus-Institutes orientiert“, erklärt der Bauherr und Architekt Andreas Heyer. Er hat viel Zeit in die Planung seines eigenen Einfamilienhauses investiert. Herausgekommen ist ein wohl proportioniertes, flächenmäßig bestens konfektioniertes Wohnhaus, das allen Anforderungen an die Wohnbedürfnisse einer jungen Familie in vollstem Umfang gerecht wird. Denn auch die Architektur des Hauses ist stimmig und ebenso wohl überlegt wie das Energiekonzept. „Ein absolut sinnvoller Grundriss“, wie kürzlich ein kritischer Besucher treffend bemerkte.

Ausgewogene Geometrie

Und wirklich stört beim Betrachten des geschmackvoll und modern in weiß gehaltenen Einfamilienhauses nichts die ausgewogene Geometrie. Die Kubatur des Baukörpers spricht für sich: Wegen der Hanglage ist das Gebäude gartenseitig fast einen Meter hoch aufgeständert, um es im Eingangsbereich ebenerdig

begehen zu können. Ein Carport schließt sich nicht direkt an das Gebäude an, sondern ist extra separat auf dem Grundstück platziert. Ein schöner Laubengang verbindet Wohnhaus und Carport miteinander und definiert gleichzeitig die Wegeführung auf dem Grundstück.

„Nachdenken lohnt sich immer.“ - Architekt Andreas Heyer

Für ein Passivhaus symptomatisch, sind auf der Südseite große Fensterflächen angeordnet. Andreas Heyer hat auch bei den Fenstern gut überlegt: „Auf der Sonnenseite haben wir große Fensterflächen, die aber – im Gegensatz zur Ostseite – nur zweifach verglast sind. Dadurch sind die Wärmeverluste zwar etwas größer, aber der solare Zugewinn gleicht das deutlich aus.“

Effizienzpreis

Durch die überaus gute Planung des gewissenhaften Architekten Andreas Heyer wurde das Einfamilienhaus im Jahr 2008 mit dem ersten Preis des Effizienz-Wettbewerbs von Stiebel Eltron und der Wohnzeitschrift „house&more“ ausgezeichnet.

Gesucht wurden gelungene Kombinationen aus ansprechender Architektur, hoher Wohnqualität und einem schlüssigen Energiekonzept auf Basis einer Wärmepumpenanlage. Das Wohnhaus der Familie Heyer überzeugte die Jury nicht nur mit einem stimmigen Energiekonzept mit einer Wärmepumpe als zentraler Heizungsanlage, sondern auch mit einer durchdachten Architektur.

Das Einfamilienhaus wurde im Jahr 2005 gebaut, hat eine Wohnfläche von 146 Quadratmetern, 24 Quadratmeter davon ist Nutzfläche (im Nebengebäude). Das Gebäude ist in Holzrahmenbauweise unter Verwendung ökologischer, nachhaltiger Baustoffe erstellt. Es wird mittels Lüftungs-Integralgerät beheizt.

Diese spezielle Wärmepumpe ist extra für Passivhäuser entwickelt worden: Sie sorgt für ausreichende Belüftung und minimiert somit die Wärmeverluste, die beim herkömmlichen Lüften entstehen, enorm. Nebst kleinem Pufferspeicher sorgt das Lüftungs-Integralgerät also auch für die Warmwasserversorgung.

Von Hendrike Racky

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