Energiehof Vahle

Der Kniff mit dem Holz

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Der Energiehof Vahle setzt bei seiner Produktion natürlich auch selbst auf Umweltbewusstsein: Die Energie für die Produktion liefert eine eigene Photovoltaikanlage.

Der Energiehof Vahle produziert Kaminholz selbst und verkauft Alternativen wie Hackschnitzel und Pellets.

Es war im Jahr 1999, als im kleinen Örtchen Vahle bei Uslar die Idee eines Energiehofes entstand. Das Angebot sollte sich auf erneuerbare Energien stützen und somit eine Alternative zur klassischen Gas- oder Ölheizung darstellen. Geplant waren sowohl die Produktion als darüber hinaus auch der Vertrieb von dafür geeignetem Material. Dazu gehörten Kaminholz, Holzhackschnitzel, Pellets und Briketts.

Der Energiehof Vahle wird geboren

Wie aus dem Bilderbuch ging die Umsetzung des neu angedachten Projekts von statten. Es fanden sich insgesamt sieben Interessierte, die mit ihrem Engagement und Know-How dem Projekt „erneuerbare Energie aus Vahle“ Leben verliehen. Einer von ihnen war der Student Stefan Fricke. Seit jeher mit Leidenschaft in der Landwirtschaft tätig und mit einem Faible für handwerkliche Arbeiten mit Holz ausgestattet, unterstützte er die Idee des Energiehofs Vahle neben seinem Studium mit vollem Engagement. Man besuchte Messen, fertigte erste kleine Brennholzbestände und warb für den Gedanken des umweltbewussten, CO2-neutralen Heizens mit Holz.

Der Kniff mit dem Holz

Der Energiehof Vahle baute sich langsam einen Namen auf. Als Produktion und Organisation des Geschäfts jedoch immer mehr Zeit der einzelnen Gründungsmitglieder, die alle Hauptberuflich in anderen Jobs tätig waren, in Anspruch nahmen, konnte der Energiehof-Vahle in dieser Form nicht weitergeführt werden. Das war der Zeitpunkt, als Stefan Fricke beschloss den Energiehof als Einzelunternehmen alleine weiterzuführen. „Ich hatte mich zuvor bereits dem großen Thema Brennholz angenommen und hatte schon einige Brennholzvorräte im Lager. Zudem brauchte ich neben dem Studium weiterhin einen Job und mit meinem zwischenzeitlich erworbenem Know-How, dem unternehmerischen Geschick und dem Wissen aus dem Studium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur setzte ich dann einfach alles auf eine Karte und baute das Geschäft selbstständig aus.“ erinnert sich der heutige Geschäftsführer an die kleinen Anfänge.

Der Kniff mit dem Holz

Zunächst führte Stefan Fricke den Energiehof Vahle als Einzelunternehmen weiter, seit dem 1. Januar 2011 firmiert das Unternehmen als GmbH mit ihm als Geschäftsführer. „Die Anfänger waren hart.“ erinnert sich Stefan Fricke rückblickend. „Durch meinen bis heute parallel bestehenden landwirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieb hatte ich einige Maschinen für die Grundausstattung, andere mussten angekauft werden. Doch arbeitete ich zunächst allein und war zwar mein eigener Chef, aber auch mein eigener Angestellter für sämtliche anfallende Aufgaben.“

Die erste Zeit fuhr Fricke sogar selbst in den Wald, um die Bäume zu fällen. Dann organisierte er den Abtransport, spaltete und sägte die Stämme, regelte die Trocknung des Holzes auf seinem noch kleinen Gelände in der Form der Lufttrocknung und fuhr je nach Bedarf mit einem speziell erworbenem PKW-Anhänger die Waren zum Kunden. Mit der Zeit kamen weitere Maschinen hinzu, Mitarbeiter wurden eingestellt und mit dem Bau der Biogasanlagen in der nahen Umgebung boten sich ganz neue Trocknungsmöglichkeiten für das Holz.

Das Unternehmen wuchs

„Inzwischen habe ich drei festangestellte Mitarbeiter und Aushilfen in der Hochsaison, die mir unter die Arme greifen. Auch das Gelände hat sich deutlich vergrößert.“ betont der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Dennoch möchte ich die Erfahrungen als „Allrounder“ nicht missen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was meine Mitarbeiter leisten und wenn mal einer ausfällt, dann springe ich halt ein. Ich kann jeden Job im Unternehmen – vom Kran-LKW-Fahren über das Spalten und Sägen von Holz bis zum Verkauf.“

Die Büroarbeit sei selbstverständlich im Laufe der Jahre mehr geworden gesteht Fricke weiterhin. Somit hat sich auch meine Tätigkeitsschwerpunkt immer mehr in diesen Bereich verlegt. Dennoch zeigt er sich im Gespräch sehr zufrieden mit seinem Job und den umweltfreundlichen Dienstleistungen, die er bietet.

Alles für energiebewusstes Heizen

Neben dem Geschäft mit dem selbst produzierten Kaminholz vertreibt der Energiehof Vahle Holzhackschnitzel (die eigene Produktion wurde eingestellt), Briketts und Pellets. Zudem gehört ein landwirtschaftliches Dienstleistungsunternehmen sowie das Vermieten von Fahrzeugen zu deren vollständiger Auslastung – wie beispielsweise bei dem Kran-LKW dazu.

Privatpersonen nutzen gern den regionalen und freundlichen Service aus Vahle. Etwa 1000 Schüttmeter gehen an Privathaushalte der Region, und dennoch macht den größten Teil des Umsatzes inzwischen die Belieferung von Handelspartnern im gesamten Bundesgebiet aus. Mit der Möglichkeit, die Hölzer durch die Abwärme der Biogasanlagen zu trocknen und der Erweiterung des Geländes, haben sich auch viel mehr Möglichkeiten zur Lagerung und Vermarktung geboten. „Unternehmerisch ist das Holzangebot durchaus eine Herausforderung. Denn die Kunst am Geschäft ist nicht die Kaminholzproduktion von waldfrischem Holz, sondern die Trocknung und Lagerung des fertigen Produktes. Jederzeit die angeforderte Menge trocken abrufen zu können ist die Herausforderung, der wir uns erfolgreich stellen.“ (ysl)

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