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Erdbeeren jetzt selber pflanzen: Wir geben Tipps

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Von: Gisela Busch

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Kinder pflücken Erdbeeren. Kinder wählen Sie frisches Obst auf Erdbeere Bio-Bauernhof. Kinder Garten und Ernte. Kleinkind Kind Essen gesunde Beeren reif. Outdoor-Familie-Sommer-Spaß im Land. Gartenseite Foto: Panthermedia.net / FamVeldman
So rot, so lecker: Damit es nächstes Jahr eine gut Ernte gibt, müssen die Erdbeerpflanzen jetzt ins Beet. © PantherMedia / FamVeldman

Frische Erdbeeren sind so lecker: Damit die Ernte im nächsten Jahr üppig ausfällt, sollten Erdbeerpflanzen bis spätestens Mitte August ins Beet. Wir verraten, was man bei Sorten- und  Standortwahl sowie dem Vorbereiten des Beetes beachten sollte.

So knallrot, so saftig, so lecker – von frischen Erdbeeren können Schleckermäuler nie genug bekommen. Ein paar Tipps gilt es bei der Standortwahl und dem Vorbereiten des künftigen Erdbeerbeetes zu beherzigen. Grundsätzlich, so rät Gartenbauexperte Dieter Levin-Schröder von der LHH-Gartenakademie Kassel, sind Erdbeeren echte Sonnenkinder. Am selben Platz sollten sie aber maximal drei Jahre lang angebaut werden, sonst lässt der Ertrag nach.

Der Boden

Der Boden sollte vorm Pflanzen tiefgründig gelockert werden, am besten mit der Grabegabel. Das ist wichtig, denn Erdbeeren entwickeln auf schweren, verdichteten oder gar staunassen Böden gern Wurzelkrankheiten. Beim Umgraben kann man gleich etwas gut abgelagerten Humus einarbeiten. Der pH-Wert liegt idealerweise im leicht sauren Bereich (5,5 Sandboden 6,5 Lehmboden). Gedüngt werden kann bei der Bodenvorbereitung mit Hornspäne oder Beerendünger.

Gesundes Pflanzgut

Erdbeer-Ableger aus eigener Vermehrung sollte man höchstens einmal entnehmen. Hier droht die Gefahr der Negativauslese, weil nur schlecht tragende Pflanzen frühzeitig viele Ableger-Ranken bilden. Sinnvoller ist es, kräftige Jungpflanzen aus der Gärtnerei zu verwenden.

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© PantherMedia / Arne Trautmann

Der Pflanzenabstand

Auch wenn die Pflänzchen noch klein sind: Der Pflanzabstand sollte etwa 50x60 Zentimeter zwischen den Reihen und 30 Zentimeter in der Reihe betragen. Ebenfalls wichtig: Das „Herz“ der Erdbeerpflanze darf nicht eingegraben werden. Übrigens: Je dicker der Kopf der Pflanze (auch Rhizom genannt) desto mehr Früchte kann sie im ersten Jahr tragen.

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Die Pflege

Damit sich die zarten Pflänzchen bis zum Frost gut entwickeln, brauchen sie ein bisschen Zuwendung: Also morgens und abends gut wässern (aber nur im Wurzelbereich, nicht über die Blätter, denn das fördert den Pilzbefall) und ab und zu flach drumherum hacken. Auch das Unkraut muss bis zur Winterpause regelmäßig entfernt werden, damit die Pflanzen üppig gedeihen, rät Levin-Schröder. Im Frühling werden die winterharten Pflanzen dann ausgeputzt, also von welken Blättern befreit, und nur leicht(!) gedüngt. Zur Ernte kann man, damit die roten Früchtchen hübsch im Trockenen reifen, die Pflanzreihen mit Stroh oder Holzwolle mulchen.

Erdbeeren im Kübel

Eine Pflanzung im Kübel auf dem Balkon ist sicher möglich, aber etwas heikel, gibt der Gartenbau-Experte zu bedenken. Sinnvoller sei es hier, im Frühjahr zu pflanzen. Gut geeignet für den Topf sind die sogenannten Frigo-Erdbeeren. Diese werden bis zum wurzelnackten Verkauf bei -1 Grad Celsius gelagert (im künstlichen Winterschlaf) und sollen bereits zehn Wochen nach der Pflanzung erste Früchte tragen.

Sie bestehen aus einem Kopf (Rhizom) und einer kräftigen, langen Wurzel und können von Anfang März (je nach Witterung) bis Ende Juni in die Erde gesetzt werden. Für eine Hängeampel eignet sich zum Beispiel die Sorte Korona mit ihrem starken Rankenwachstum.

Erdbeersorten für den Garten

Daroyal: Frühe Reife, große mittelrote bis dunkelrote Frucht mit gutem Geschmack (süß), hoher Ertrag, robuste Pflanze mit starkem Wuchs.

Korona: Mittelfrühe Reife, mittelgroße bis große rote Frucht mit gutem Geschmack, hoher Ertrag, starker Wuchs, anfällig für Grauschimmel.

Senga Sengana: Mittelspäte mittelgroße dunkelrote Frucht mit gutem Geschmack, gut für Konservierung und Tiefkühlung geeignet, hoher Ertrag, anfällig für Grauschimmel.

Mieze Schindler: Späte Reife, mittelgroße dunkelrote Frucht mit sehr gutem Geschmack, geringer bis mittelhoher Ertrag, mittelstarker flacher Wuchs, anfällig für Weißfleckenkrankheit, Befruchtersorte (zum Beispiel „Senga Sengana“) erforderlich.

Malwina: sehr späte Reife, große rote bis dunkelrote Frucht mit gutem bis sehr gutem Geschmack, hoher Ertrag, sehr starker Wuchs, robuste Pflanze.

Mara des Bois: Remontierend (mehrfach tragend) , mittelgroße leuchtend, rote Frucht mit gutem bis sehr gutem Geschmack, mittelhoher bis hoher Ertrag, mittelstarker Wuchs.

Hummi-Praline: Duftende, tiefrote mittelgroße Früchte, Süße und Säure gut abgestimmt mit Walderdbeer-Aroma. Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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Die kleine weiße Ananaserdbeere gilt als Rarität und schmeckt tatsächlich nach Ananas. © Foto: privat/nb

„Natural White“, die weiße Ananas-Erdbeere: Hier überrascht schon die äußere Erscheinung: Weißes Fruchtfleisch mit roten Nüsschen. Die nur zwei Zentimeter kleinen, saftig-süßen Früchtchen schmecken nach Ananas und Erdbeere, die Sorte ist wuchsfreudig und reichtragend. Tipp: Durch Fremdbestäubung mit einer roten Sorte lassen sich noch bessere Früchte und höhere Erträge erzielen. Also sollte sie im Beet oder Kübel rotfruchtige Nachbarpflanzen bekommen.

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