Die Erde macht es warm

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Ohne Schornstein und Öltanks: Die Steuerung einer Wärmepumpe kann sogar gut in Innenräume integriert werden.

Eine Heizung, die Wärme aus dem Garten sammelt und ins Haus bringt? Eine Wärmepumpe macht genau das. Sie nutzt die Wärme aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Außenluft, „pumpt“ sie mit Hilfe eines Verdichters auf eine höhere Temperatur und gibt sie dann an die Heizung ab.

Dass dies funktioniert, davon kann sich jeder überzeugen, wenn er nach der gekühlten Milch in seinem Kühlschrank greift. Dieser arbeitet nach dem gleichen Prinzip, nur mit umgekehrter Wirkungsweise, um in seinem Inneren Kälte zu erzeugen.

Noch nicht ganz so verbreitet wie Kühlschränke, die heute in nahezu jedem deutschen Haushalt stehen, sind Wärmepumpen. Immerhin sind zur Zeit über 350 000 Heizungswärmepumpen in Neu- und Altbauten installiert. Ihre Zahl wächst, denn von den Vorteilen profitieren Verbraucher und Umwelt gleichermaßen.

Niedrige Betriebskosten durch effiziente Technik

Für die Heizenergie, die eine effiziente Wärmepumpe abgibt, muss nur etwa ein Viertel in Form von Strom zugeführt werden, die restlichen drei Viertel stellt kostenlos die Natur bereit. Darüber hinaus können viele Wärmepumpen an heißen Sommertagen auch zur Kühlung der Wohnräume genutzt werden. Zu den niedrigen Betriebskosten kommt noch die Unabhängigkeit von Öl und Gas. Und nicht zuletzt sorgt die positive Ökobilanz für ein gutes Umweltgewissen. Wird zum Antrieb der Wärmepumpe Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, heizt es sich mit ihr völlig CO2-neutral und klimaschonend.

Die Anschaffung einer Wärmepumpe ist in der Regel teurer als eine herkömmliche Heizung. Vor allem die Erschließung der Wärmequelle kann kräftig zu Buche schlagen. Um an die Wärme im Erdreich oder im Grundwasser zu kommen, müssen Bohrungen gesetzt werden. Alternativ lässt sich die Erdwärme auch mit so genannten Erdkollektoren – in etwa 1,5 Metern Tiefe verlegte Rohrsysteme – anzapfen. In beiden Fällen benötigt der Bauherr neben seinem Haus genügend Platz für die Erdarbeiten.

Wärmepumpe als Ergänzung

Sehr viel einfacher lässt sich die Außenluft als Wärmequelle nutzen. Dazu werden zum Beispiel Luft/Wasser-Wärmepumpen angeboten, die neben dem Haus aufgestellt werden können. Über eine wärmegedämmte Rohrleitung gelangt das erwärmte Heizungswasser ins Haus.

Insbesondere Luft/Wasser-Wärmepumpen werden häufig auch als Ergänzung zu einem bereits vorhandenen Heizkessel angeschafft. Die Wärmepumpe kann dann etwas kleiner und damit kostengünstiger gewählt werden. Der Heizkessel muss nur noch an besonders kalten Tagen zuheizen. So lassen sich bis zu neunzig Prozent Öl oder Gas einsparen. (nh)

pdf der Sonderseite zur Wärmepumpe

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