Passivhaus: Energieeinsparung macht Aufpreis wett

Etwas teurer, aber besser

Da hat die Familie gut lachen: Mit einem modernen Passivhaus bleiben die Energiekosten konstant niedrig. Foto: bhw

Bauherren müssen für ein Passivhaus rund fünf bis fünfzehn Prozent tiefer in die Tasche greifen als für ein Gebäude in konventioneller Ausführung. Dafür senkt ein Passivhaus nachhaltig den Energieverbrauch.

Passivhäuser decken den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von technischen Geräten und Personen. Der dafür erforderliche Baustandard erhöht die Baukosten gegenüber einem konventionellen Gebäude je nach Größe und Ausstattung um etwa fünf bis 15 Prozent. Diese Mehrkosten kommen durch eine spezielle Wärmedämmung, verschiedene Systeme für passive Energiegewinnung, beispielsweise eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung und eine luftdichte Abdichtung der Außenwände zustande, erklärt das Immobilienportal Immowelt.de. Auch im Unterhalt verursacht ein Passivhaus Kosten, die bei einem herkömmlichen Haus nicht entstehen, denn die Lüftung und eine eventuell installierte Wärmepumpe verbrauchen in relativ geringem Umfang zusätzlichen Strom.

Schon beim Bau fallen bei einem Passivhaus jedoch auch Kosten weg: etwa für die klassische Heizungsanlage, Heizkörper und den Brennstofflagerraum. Und auf lange Sicht profitieren die Besitzer nachhaltig von den niedrigen Unterhaltskosten für Heizung und Warmwasser. Diese Einsparung gleicht den höheren Stromverbrauch bei weitem wieder aus. Allerdings hängt die Energieeinsparung auch bei einem Passivhaus vom Verhalten der Bewohner mit ab.

Ein Passivhaus spart dauerhaft Energie und entlastet die Umwelt. Der Staat, die Kommunen, die Energieversorgungsunternehmen sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen derartige Energiesparmaßnahmen durch verschiedene Förderprogramme. Bauherren, die sich für ein Passivhaus interessieren, sollten sich zu ihren individuellen Fördermöglichkeiten eingehend beraten lassen. Denn auch diese tragen dazu bei, dass sich ein zunächst teureres Passivhaus – abhängig von der zukünftigen Energiepreisentwicklung und vom Zinssatz – ab einem Zeitraum von zehn Jahren amortisiert haben kann. (nh)

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