Feuchttücher legen Kanalisation lahm

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Feuchttücher gheören nicht in die Toilette. Sie werden über den normalen Hausmüll entsorgt. Foto: Carmen Jaspersen

Hannover (dpa) - Feuchttücher verdrängen in vielen Haushalten Feudel, Staubtuch und Waschlappen. Nach Gebrauch landen die Einwegartikel häufig in der Toilette statt in der Abfalltonne und blockieren Abwasserkanäle.

Ob Bodenreinigung, Babypflege oder Badputz - das Feuchttücher-Sortiment ist üppig. Doch der Griff nach dem reißfesten Wegwerf-Vlies hat auch Schattenseiten. Neben dem hohen Ressourcenverbrauch sorgt die unsachgemäße Entsorgung über die Toilette in vielen Abwassersystemen für Probleme. Die Folgen müssen alle Verbraucher tragen - über die Gebühren.

Feuchttücher bestehen aus Materialien wie Polyester, Viskose, Zellstoff oder Baumwolle. Sie sind mit Pflege- oder Reinigungslösungen getränkt. "Die Tücher stellen zunehmend ein Problem dar", seufzt Bianca Nitsch, Betriebsleiterin beim Kreisverband für Wasserwirtschaft in Nienburg in Niedersachsen. "Sie verknoten sich ineinander." Und dann verstopfen sie die Pumpen, wie André Haase vom Wasser- und Abwasserverband Wesermünde Nord ergänzt.

Bereitschaftsdienste müssen deswegen auch feiertags und nachts ausrücken, um Pumpen auszubauen und zu reparieren. "Feuchttücher sind wahre Pumpenkiller", sagt Andreas Körner vom Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV). "Fast täglich sind Pumpen verstopft, die das Abwasser ganzer Ortsteile zu den Kläranlagen befördern sollen."

Die Fachleute appellieren an die Verbraucher, Feuchttücher stets über den Hausmüll zu entsorgen. "Selbst wenn auf manchen Verpackungen was anderes draufsteht", sagte der OOWV-Sprecher. "Grundsätzlich schaffen Feuchttücher viel Abfall und sollten daher am besten nur auf Reisen verwendet werden und nicht auch noch zuhause", rät Ann-Katrin Sporkmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Feuchttücher sind nicht allerdings nicht die einzigen Irrläufer im Kanal. Die Palette reicht von Kondomen, Wattestäbchen und Tampons bis hin zu Katzenstreu, Unterhosen, Medikamenten, Lösungsmitteln, Essensresten und Fett. Durch Fett und Essensreste könne sich der Kanal zusetzen, warnt Nitsch. Zudem würden Ratten angelockt, sagt Oliver Ladeur von Hansewasser Bremen. "Wanderratten fressen Küchenabfälle, die fälschlicherweise über die Kanalisation 'entsorgt' werden."

Aufklärungsseite der Göttinger Entsorgungsbetriebe zu Abwasser

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