Garage: Zweckbau oder Schmuckstück?

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Beim Hausneubau bietet sich die Integration der Garage in die gesamte Frontansicht des Gebäudes an. Bei einer Renovierung können sich neue Ideen entfalten. Das kann bis zum bepflanzten Dach gehen.

Als einfacher, kostengünstiger Funktionsbau ist eine Garage in wenigen Stunden aufgestellt. In gemauerter Bauweise hingegen und ausgesucht gut ausgestattet geht das nicht wie am Fließband. Hier kann der Besitzer bei der Auswahl des Tores sowie bei der Gestaltung der Wände und des Daches auch eigene Ideen einbringen.

Bei der Renovierung einer vorhandenen Garage gilt das ebenso. Sie bietet zudem eine gute Gelegenheit, rät die Wüstenrot Bausparkasse AG, eine Tochter des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergischen, auch das Wohngebäude optisch aufzuwerten.

Viele Bauherren geben sich mit einer schlichten Betonfertiggarage zufrieden. Das geht schnell und ist einfach. In weniger als einem halben Tag steht der nüchterne Bau, mit Schwingtor versehen. Außerdem geht das fast überall ohne offiziellen Bauantrag, also ebenfalls recht zügig. Schon eine einfache Bauanzeige genügt vielerorts. Auf einem Lageplan wird die künftige Garage eingezeichnet und zusammen mit den Bauzeichnungen und statischen Unterlagen dem Bauordnungsamt zugestellt.

Mit und ohne Strom

Ob immer die billigste Lösung auch die beste ist, zeigt sich vielleicht erst im Alltag. Oft wird aus Ersparnisgründen auf einen Stromanschluss in der Fertiggarage verzichtet, der dann später schmerzlich vermißt wird, wenn man bei strömendem Regen und mit Blick auf den Nachbarn gern den Komfort eines vollautomatischen Tores nutzen würde. Ohne Stromanschluss ist das nicht möglich. Jedenfalls bisher, denn neuerdings hilft ein Verfahren, das bereits von den Heimwerkergeräten bekannt ist. Dank Akkutechnik können jetzt auch Autofahrer, deren Garage keinen Netzanschluss hat, das Tor per Handsender vom Auto aus öffnen.

Wer den Betonquader einer Fertiggarage mit Blechtor öde findet, könnte sich für die individuelle Lösung einer gemauerten Garage entscheiden. Sie wird innerhalb baurechtlicher Vorschriften vom Architekten entworfen und bietet neben dem Personenwagen noch genügend Platz für Gartengeräte, Fahrräder, Autoreifen oder Kinderspielzeug. In Dachform, Putz und Farbgebung lässt sich das „Autohaus’’ mühelos der Typik des Wohnhauses anpassen und wird so zum schmucken Bestandteil eines Anwesens. Ähnliches gilt für die Renovierung einer betagten Garage: Schon das Tor lässt sich beim Material, bei den Oberflächen und in der Farbgebung in unzähligen Varianten individuell konfigurieren.

Natürlich hat Individualität ihren Preis. Eine Fertiggarage aus Beton kostet mit Fundament rund 5000 Euro. Für eine individuell geplante muss der Besitzer mit einem Mehrfachen davon rechnen. Auch die Bauzeit ist erheblich länger.

Das Tor zur Autofahrerwelt

Der Markt bietet eine Vielfalt von Garagetoren, wie Schwing-, Sektional- oder Rolltore. Das hat teilweise ganz praktische Ursachen, und ihr Einsatz hängt oft von den Verhältnissen vor Ort ab. Schwingtore beispielsweise bestehen in der Regel aus einem einflügeligen Stahlblech, das beim Aufmachen unter die Decke geschoben wird. Ihr Vorteil ist der günstige Preis, doch beim Öffnen zeigt sich der Nachteil, weil viel Raum beim Kippen des Tores gebraucht wird. Auch Rolltore gehören zur unteren Preisklasse. Sie sind nach dem Rollladenprinzip konstruiert. Ihr Einbruchschutz ist jedoch gering.

Sektionaltore bieten sowohl Flexibilität als auch Sicherheit. Denn sie bestehen aus massiven Elementen, den sogenannten Sektionen, die durch Gelenke miteinander verbunden sind, wobei die einzelnen Torsegmente nacheinander nach oben gleiten – eine platzsparende Lösung. Sektionaltore sind im geschlossenen Zustand sicher wie ein Stahltor, beim Auf- und Zumachen jedoch flexibel wie ein Rolltor. Einen Tick komfortabler sind die Seitensektionaltore. Wenn nur ein Fahrrad in die Garage geschoben werden muss, braucht man diese spezielle Torform nicht sperrangelweit, sondern nur eine „Sektion“ zu öffnen. Hier werden die Torsegmente nicht nach oben, sondern seitlich geführt. Ein leichtes Anschieben genügt, und das Tor rollt zur Seite. Und zwar nur so weit, wie es gerade nötig ist.

Von Lichtschranken und Funkcodes

Inzwischen erschwinglich geworden, wird der automatische Garagentorantrieb heute auch bei Nachrüstungen häufig nachgefragt. Bei aller Bequemlichkeit sollte jedoch auf die Sicherheit geachtet werden, da sich schon beim Nähern des Fahrzeugs das Tor auf Knopfdruck öffnet. Hilfreich wären Lichtschranken, die oft nur als Sonderzubehör zu haben sind und dafür sorgen, dass das Fahrzeug beim Öffnen und Schließen der Tore nicht versehentlich beschädigt wird. Diese Autostopp-Funktion, die das Tor sofort anhält, wenn es auf einen Widerstand trifft, soll vor allem Verletzungen bei Kindern vermeiden, die nahe einer Garage spielen.

Moderne Motoren von Torantrieben bieten außerdem einen zusätzlichen Einbruchsschutz. Hat sich das Tor geschlossen, verriegelt sich der Motor durch eine spezielle Technik automatisch und kann nicht gewaltsam geöffnet werden. Übrigens sind die Funkcodes der Fernbedienung durch ein kompliziertes Verschlüsselungs¬system inzwischen so ausgereift, dass Manipulationen des Senders ins Leere gehen. Die Codes wechseln nach jeder Betätigung die Kombination selbsttätig.

In einem meistens geschlossenen und deshalb schlecht belüfteten Raum wie einer Garage können sich gerade in den feuchten Herbst- und Wintermonaten Staunässe und Schwitzwasser bilden. Eine hohe Luftfeuchtigkeit erhöht außerdem die Rostgefahr am Auto, an Fahrrädern oder Werkzeug. Die passende Lüftungstechnik schafft Abhilfe. Dabei wird der oberste Bereich des Garagentorsystems über ein Kippscharnier nach innen geschwenkt. So kann Luftfeuchtigkeit entweichen und frische Luft in den Raum gelangen. (nh)

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