Standort der Gewächse beachten

Blühender Garten das ganze Jahr? Mit diesen Tipps gelingt es garantiert

Das ganze Jahr eine Blütenpracht im Garten: Mit diesen Tipps eines Gartenbau-Experten gelingt es. (Symbolbild)
+
Das ganze Jahr eine Blütenpracht im Garten: Mit diesen Tipps eines Gartenbau-Experten gelingt es. (Symbolbild)

Das einzig Beständige ist der Wandel. Diese Lebensweisheit gilt vor allem für den Garten. Blüten über den Frühling hinaus? Mit diesen Tipps gelingt es.

Kassel - Die perfekte Blüte, die dickste Rübe und das großartig komponierte Staudenbeet sind immer nur vergängliche Momentaufnahmen. Für ein möglichst lang andauerndes Gartenjahr – vom Vorfrühling bis zum Winter braucht es vor allem eine kluge Pflanzplanung. Dabei kommt es weniger auf einzelne „Wow“-Effekte an, sondern vielmehr auf ein gelungenes Zusammenspiel in der jahreszeitlich sich verändernden Staudenrabatte.

„Damit eine Pflanzung funktioniert, müssen vor allem die Standortansprüche der Gewächse beachtet werden“, betont Gartenbau-Techniker André Stade von Stauden-Stade aus dem nordrhein-westfälischen Borken. „Es wird niemals gelingen, sonnenhungrige Arten mit langer Blütezeit in den Schatten zu pflanzen.“

André Stade mit Sumpf-Schwertlilien in der Staudenpflanzung.

Jahreszeiten-Bereiche

In der Regel sei mit Foersters „Durchblühen“ auch eher der Zeitraum von März bis Oktober gemeint, in dem immer etwas blüht, sagt der Staudenfachmann. Diesen Effekt bekomme man ganz gut hin, wenn die zu bepflanzende Fläche recht groß ist oder aufgeteilt werden kann in verschiedene Jahreszeiten-Bereiche. So trage ein Steingarten tendenziell mehr Blütenschmuck im Frühjahr, während klassische Beetstauden ihre Blütezeit ab Mai und Juni bis zum Oktober hätten. Zusätzlich setzt dann auch schönes Laub Akzente.

Blühphasen verlängern

„Hilfreich können hier immer Blumenzwiebeln sein, um den Zeitraum zu verlängern“. Zierlauch (Allium), und Präriekerzen (Camassia) sowie Dahlien schließen zudem Lücken und können zwischen Stauden gepflanzt werden, da sie nicht so viel Platz brauchen. Allerdings hänge die Blütezeit auch immer sehr stark mit von der aktuellen Witterung ab. Als Beispiel für eine Pflanzung mit langer Blütenphase empfiehlt Stade eine Kombination folgender Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Hohe Gold-Schafgarbe (Achillea Coronation Gold), Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana), Asiatische Duftnessel (Agastache Blue Fortune), Sonnenhut (Rudbeckia deami und Ruten-Aster (Aster Lovely). „Außerdem noch ein schönes Gras dazu und fertig ist eine tolle Kombination für den sonnigen Bereich.“

Opulent: Blut-Storchschnabel „Max Frei“ (vorn), grüne Steppen-Wolfsmilch (rechts), Blütensalbei „Mainacht“ (Mitte links), dahinter Blütensalbei „Caradonna“ sowie Schönaster „Alba“ (hinten rechts).

Gräser geben Rahmen

Wie Gemälde brauchen auch Blütenpflanzen einen Rahmen, der das Zusammenspiel von Filigranem und Kräftigem, von Farben und Formenspiel perfektioniert. Diese „sehr wichtige Rolle spielen Gräser, für mich immer zu einer gelungenen Pflanzung dazugehören“, sagt Stade. Er mag es am liebsten, wenn die Gräser fontänenartig aus Staudenpflanzungen herauswachsen – toll seien hier etwa Kleines Pfeifengras (Molinia caerulea), Elefantengras (Miscanthus), Reitgras (Calamagrostis) und Rutenhirse (Panicum).

Ausdauernde Stauden

Auch wenn die „Eier legende Wollmilchsau in Pflanzenform“, die noch dazu kaum Pflege braucht, noch nicht gezüchtet wurde, so kommen einige Stauden, was ihre Ausdauer betrifft, doch recht nah heran: so etwa Kokardenblume (Gaillarida), Prachtkerze (Gaura) oder Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) und Sonnenhut (Echinacea) und Storchschnabel (Geranium Rozanne). Viele dieser Arten verausgaben sich geradezu und blühen üppig und super lange, sind dafür aber auch etwas kurzlebiger. Unkomplizierte „Dauerläufer“ sind auch Schön-Aster (Kalimeris Madiva), Kerzen-Knöterich (Bistorta amplexicaulis) und die Kleinblütige Bergminze (Calamintah Triumphator).

Das ganze Jahr über einen blühenden Garten: Mit diesen Tipps eines Gartenbau-Technikers gelingt das ganz einfach. (Symbolbild)

Erziehungsrückschnitt

Manchmal hilft auch ein Rückschnitt nach der ersten Blüte, um Stauden zu neuerlichem Austrieb anzuregen und damit die Blütezeit zu verlängern. Recht gut klappt dieser Erziehungsschnitt zu längerer Blüte laut Stade bei Schafgarbe (Achillea), Blütensalbei (Salvia nemorosa) und Rittersporn (Delphinuim grandiflorum).

Gartenstauden mit lang anhaltendem Blütenflor

Es gibt Gartenstauden, die gehören sozusagen zur Grundausstattung eines dauerhaft blühenden Gartens. Staudengärtner André Stade empfiehlt diese hier: Kleinblütige Bergminze (Calamintha nepeta „Triumphator“, hellblau, Juli bis Oktober), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria „Butterfly Blue“, violett, Juli bis September), Schönaster (Kalimeris incisa „Madiva“, hellviolett-weiß, Juni bis September), Katzenminze (Nepeta faassenii „Junior Walker“, dunkelviolett, Juni bis September), Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana, grünlich-gelb, Juli bis Oktober), Duftnessel (Agastache rugosa „Blue Fortune“, blau-violett, Juli bis September), Storchschnabel (Geranium wallichianum „Rozanne“), blauviolett, Juni bis Oktober), Mazedonische Witwenblume (Knautia macedonica, rot, Juni bis September), Prachtspiere (Gaura lindheimeri „Whirling Butterflies“, weiß, Juli bis Oktober), Argentinisches Eisenkraut (Verbena bonariensis, violett, Juli bis Oktober) und Kerzen-Knöterich (Bistorta amplexicaulis „JS Calor“, dunkelrot, Juli bis Oktober). (Gisela Busch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.