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Garten-Arbeit im Februar: Worauf Hobbygärtner jetzt achten müssen

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Von: Monja Stolz

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Frühlingsvorbereitung: Bereits im Februar sollten Bäume und Sträucher im Garten beschnitten werden.
Frühlingsvorbereitung: Bereits im Februar sollten Bäume und Sträucher im Garten beschnitten werden. © Sebastian Dorn/Imago

Die Gartensaison hat noch nicht begonnen, doch schon vor dem Frühling sollte einiges getan werden. Denn: wenn der März anfängt, kann es schon zu spät sein.

Kassel – Die ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich den Weg durch die graue Wolkendecke, die in den letzten Monaten schier unendlich schien; vereinzelt ist Vogelgezwitscher zu hören, Luft und Laune verändern sich – bald ist Frühling. Bei vielen bricht die Gartensehnsucht aus und dem Saisonstart wird entgegengefiebert. Auch jetzt im Februar gibt es schon Dinge, die im Garten getan werden können, um ihn perfekt auf den Frühling vorzubereiten.

Wenn der Garten spätestens im Mai so richtig erblühen soll, muss die Vorarbeit schon viel früher beginnen. Dabei werden nicht nur vorhandene Pflanzen versorgt, sondern auch neue geplant. Dabei sollte auch Rücksicht auf Gartenvögel und Insekten genommen werden.

Planung für den Garten: Der erste Schritt in der Frühlingsvorbereitung

Laut dem Naturschutzbund (Nabu) gibt es vor allem drei Dinge zu tun:

Sind diese Dinge getan, sollten sich Gartenliebhaber auch schon im Februar ihren Pflanzen widmen. Wenn der März anfängt, kann es schon zu spät sein, warnt die Gartenbautechnikerin Maren Troitzsch gegenüber der Rheinischen Post.

Die Pflanzen im Garten beschneiden – vor Frühling und Vogelschutzgesetz

Sträucher, Hecken und Bäume sollten beispielsweise vor dem 1. März und dem damit beginnenden Vogelschutzgesetz beschnitten werden. Bis 30. September muss die Hecke in Ruhe gelassen werden, um Insekten und Vogelarten zu schützen. Sollte es allerdings im Februar noch frostige Temperaturen geben, ist es besser, die Pflanzen nicht zu beschneiden, da die offenen Schnittstellen die frostempfindliche Pflanze angreifbarer machen.

Auch die Kronen der Obstbäume sollten laut des österreichischen Fernsehsenders Servus jetzt stark gestutzt und nach innen wachsende Triebe entfernt werden, damit genug Sonne ins Innere gelangt. Bei den Ästen sollte man darauf achten, dass die oberste Knospe nach außen zeigt. Außerdem gilt es aufzupassen, dass die Äste nicht zu steil wachsen, da sonst weniger Fruchtholz ausgebildet wird. Im Februar empfiehlt der NDR vor allem Steinobst wie Apfel, Birne oder Quitte sowie Beerenobst zu beschneiden.

Frühlingsvorbereitung: Bereits im Februar sollten Bäume und Sträucher im Garten beschnitten werden.
Frühlingsvorbereitung: Bereits im Februar sollten Bäume und Sträucher im Garten beschnitten werden. © Sebastian Dorn/Imago

Kälte ausnutzen: Pflanzen im Garten vor dem Frühling umpflanzen

Auch das Umpflanzen der Bäume und Sträucher sollte man vor Frühlingsbeginn vornehmen. Danach könnten wichtige Feinwurzeln, die die Pflanzen für die Nährstoff- und Wasseraufnahme benötigen, abgetrennt werden. „Man nimmt ihnen damit die Möglichkeit, die benötigte Menge Wasser und Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen“, sagte Troitzsch zur Rheinischen Post. Das würde sie anfälliger für Krankheits- und Schädlingsbefall machen.

Wer sich wegen der noch niedrigen Temperaturen vor dem Umpflanzen scheut, wird nun eines Besseren belehrt: Solange es nachts friert, aber der Boden nicht mehr gefroren ist, kann die Kälte die Bäume sogar schützen. Dafür sollte am Tag vor dem Umpflanzen rund um den Wurzelballen ein kleiner Graben ausgestochen werden. Die Pflanze über Nacht draußen stehen lassen. Wenn die äußere Erdschicht um den Wurzelballen dann am nächsten Tag gefroren ist, ist die Pflanze leichter zu transportieren.

Garten: Mit Blumen lieber noch bis Frühling warten

Für das Umpflanzen der Bäume ist der Frost hilfreich, für Blumen kann er allerdings tödlich sein. Deshalb sollte man mit dem Aussähen von Frühjahresblumen noch ein wenig warten. „Wir können ja jetzt nicht wissen, ob es noch einmal frieren wird“, so Troitzsch. Bis dahin sollte noch auf winterfeste Blumen zurückgegriffen werden. Stiefmütterchen beispielsweise können bis zu minus 15 Grad aushalten. Auch Krokusse trotzen Schnee und Eis.

Wer nicht gänzlich auf Blumenpflege verzichten möchte, kann sich um überwinternde Balkonblumen und Sommerblüher kümmern. Diese sollten um ein Drittel zurückgeschnitten werden, rät Servus. An einem hellen Plätzchen bei 10 bis 15 Grad fühlen sich die Blumen am wohlsten. Sogar um etwa zwei Drittel sollten Gartenhibiskus, Hortensie, Ranunkelstrauch (Kerrie), Spier- und Fünffingerstrauch sowie Sommerflieder gekürzt werden. Vor allem bei der sonst so pflegeleichten Hortensie kommt es dabei auf den richtigen Zeitpunkt an.

Hartnäckige Schädlinge im Garten nicht mit in den Frühling nehmen

Noch vor dem Frühling sollten besonders hartnäckige Schädlinge bekämpft werden, die dem Winter getrotzt haben, empfiehlt Troitzsch gegenüber der Rheinischen Post. Wenn nicht sowieso schon im Herbst geschehen, sollten Leimringe an den Obstbäumen angebracht werden. Sie schützen die Bäume vor Ameisen, Blattläusen und Schädlingen wie dem Frostspanner. Die Leimringe sollten immer wieder überprüft und im Zweifel erneuert werden. Um die Ringe herum sollte man den Baum mit einer Drahtbürste abbürsten.

Vor allem auf Pilzbefall sollten die Bäume geprüft werden, da dieser häufig nach langer Trockenheit oder Frost aufritt. Falls dies im Vorjahr der Fall gewesen sein sollte, sollte man laut NDR spätestens bis zum Frühling das Laub der befallenen Bäume im Hausmüll entsorgen. Ansonsten kann durch die Sporen erneuter Befall entstehen.

Natürlich sollte, vor allem nach langem Dauerfrost, das Gießen nicht vergessen werden, da junge Bäume besonders viel Wasser benötigen. Um sich zusätzlich die Zeit bis zur Blumenaussaat zu vertreiben, eignet sich das Anlegen einer Vorkultur. Es lohnt sich: Im Laufe des Jahres kann frisches Gemüse geerntet werden. Na dann auf in den Garten! (Monja Stolz)

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