Gartenakademie warnt: Giftige Bitterstoffe in Pflanze äußerlich nicht erkennbar

Vorsicht bei Kürbissen aus Eigenzucht

Kürbisse gibt es in bunter Vielfalt als Gartengemüse. Beim Verwenden selbstgewonnenen Saatgutes ist allerdings Vorsicht geboten.
+
Kürbisse gibt es in bunter Vielfalt als Gartengemüse. Beim Verwenden selbstgewonnenen Saatgutes ist allerdings Vorsicht geboten.

Beim Säen und Pflanzen greifen Hobbygärtner gern auf selbstgewonnene Samen zurück. Doch bei Kürbisgewächsen, also Kürbis, Gurken und Zucchini, sei in diesem Fall Vorsicht geboten.

Beim Anbau von Kürbissen aus selbst gewonnenem Saatgut ist Vorsicht geboten. Dies teilt Beate Reichhold-Appel, Leiterin der Hessischen Gartenakademie beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen zu Beginn der Pflanzsaison für Kürbisgewächse mit.

Gefährlicher Bitterstoff Cucurbitacin

„Kürbisgewächse aus eigenem Nachbau, also aus selbstgewonnenen Samen, können Giftstoffe enthalten.“ Bei dem bitter schmeckenden Stoff handelt es sich um Cucurbitacin, ein Gift, das die Pflanzen produzieren, um sich gegen Fressfeinde zu schützen und das bei Verzehr zu schweren Vergiftungen führen kann. Zier- und Wildkürbisse enthalten viel Cucurbitacin, sind also stark giftig und dürfen nicht verzehrt werden. Bei den kultivierten Sorten wurde das Gift herausgezüchtet, kann aber durch Rückkreuzungen und Rückmutationen wieder auftreten. Etwa, wenn die weiblichen Kürbisblüten mit Pollen von Zierkürbissen, die in der Nähe wachsen, befruchtet werden. Diese „Kreuzungsfrüchte“ selbst seien genießbar.

Gewinnt man aber aus diesen Früchten Samen für neue Pflanzen, können deren Früchte giftig sein. Problematisch sei dies vor allem, wenn kultivierte Gartenkürbisse oder Zucchini über mehrere Jahre oder aus F1-Hybridsaatgut nachgezogen werden. Die Crux: Äußerlich ist es den Kürbisgewächsen nicht anzusehen, ob sie Cucurbitacin in erhöhter Konzentration enthalten. Auch bei Trockenstress oder Hitze können Kürbis, Gurke & Co. den Bitterstoff in größerer Menge bilden. Reichhold-Appel rät daher zu einer Geschmacksprobe vor der Verarbeitung. (Gisela Busch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.