Damit immergrüne Gartenpflanzen nicht vertrocknen

Warum das Gießen im Winter so wichtig ist

Die Gießkanne macht auch im Schnee keine Pause. Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer haben ganzjährig Durst und brauchen an frostfreien Tagen Wasser.
+
Die Gießkanne macht auch im Schnee keine Pause. Immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer haben ganzjährig Durst und brauchen an frostfreien Tagen Wasser.

Halten die meisten Gartenpflanzen nicht Winterruhe? Sie wachsen nicht, sie treiben nicht aus. Warum sollte man sie daher gießen? Weil manche Pflanzen sonst verdursten.

Der Rat erscheint völlig abwegig, ist aber einer der meistgenannten Tipps von Profigärtnern in der Winterzeit: Gießen – vor allem wenn es frostfrei ist. Das betrifft vor allem die sogenannten Immergrünen, also jene Pflanzen, die ganzjährig ihr Blätterkleid behalten.

Im Winter können an den Pflanzen Schäden entstehen, die sich oft erst im Frühjahr durch braune Blätter oder Nadeln zeigen. Diese entstehen aber nicht, wie oft irrtümlich angenommen wird, durch den strengen Frost. 

Wenn der Boden gefroren ist, kommt keine Feuchtigkeit durch

Vielmehr vertrocknen die Gehölze, erläutert die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Auch im Winter verdunsten die immergrünen Pflanzen nämlich über Blätter oder Nadeln Feuchtigkeit. Ist der Boden gefroren, können sie keine neue Feuchtigkeit wieder aufnehmen. Wind und Sonne verstärken den negativen Effekt noch.

Besonders empfindlich sind frisch gepflanzte Gehölze, Kübelpflanzen sowie Pflanzen wie Eibe, Kirschlorbeer, Lebensbaum, Rhododendron und Stechpalme. Wer vorbeugen will, kann die Pflanzen bei trockener Witterung mit Reisig, Strohmatten oder Schattenleinen vor Sonnenbrand schützen. Zudem hilft es, den Boden mit Kompost, Laub oder Reisig zu bedecken.

Topfpflanzen brauchen im Winter kaum Wasser.

Eingelagerte Topfpflanzen von Balkon, Terrasse und aus dem Garten, die einziehen oder die Blätter abwerfen, sollten im Winterquartier dagegen bedeutend weniger Gießwasser als üblich erhalten. Bleibt das Substrat allzu lange nass, könne Fäulnis einsetzen, die den Pflanzen schadet, erläutert Joachim Vietinghoff, Leiter des Pflanzenschutzdienstes des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Auch Dünger ist in der Wachstumspause tabu. Bemerken Hobbygärtner, dass die Pflanzen im Winterquartier in kurzer Zeit lange, dünne Triebe bilden, brauchen diese dringend einen Platz mit mehr Licht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.