Gartenwochen: Gartenreich für Hobbyköche

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Ideale Bedingungen: In einer Kräuterspirale findet jedes Küchenkraut einen Platz an seinem bevorzugten Standort – und das auf kleinstem Raum. Hier findet sich von oben nach unten entsprechend der Spiralform Gartensalbei, Eberraute, Bergbohnenkraut, Oregano, Beifuß und Weinraute.

Wer Kräuter liebt, möchte sie am liebsten selbst im Garten anbauen. Eine Möglichkeit dafür bietet die Kräuterspirale, auf der Kräuter mit unterschiedlichen Ansprüchen Platz finden. Ob mediterrane oder eher feuchtigkeitsliebende Arten, die gewundene Form der Spirale macht die Kombination möglich.

Die Kräuterspirale wird in Zonen unterteilt: Im oberen Bereich der Schnecke wachsen mediterrane Pflanzen. Dann geht sie in die normale Zone, feuchte Zone und in die Wasserzone am Fuß der Spirale über. Für die Spirale sollte mindestens eine Fläche von 2,5 mal 2,5 Metern zur Verfügung stehen. Ist sie zu klein, können sich die Kräuter nicht optimal entfalten.

Die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen ist aber der Standort. Laut Joachim Röschenbleck, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Botanischen Garten in Münster, werden nur geschützte und sonnige Standorte den unterschiedlichen Pflanzen gerecht. „Auf exponierten Flächen werden im Winter gerade die halbstrauchigen, mediterranen Kräuter wie Rosmarin und Lavendel kaltem Wind und Frost ausgesetzt und gehen schneller ein.“ Um das zu verhindern, müsse man früh genug mit Frostschutz vorsorgen.

Ein Versteck für Kleintiere

Die Spirale kann entweder aus Mauersteinen in Mörtelbauweise oder aus Natursteinen in Trockenbauweise geformt werden. „Dabei sollte auf eine leichte Neigung der Wände nach Innen geachtet werden, damit sich in den Fugen und Ritzen Pflanzen ansiedeln und Kleintiere verstecken können“, sagt Diplomgartenbauingenieurin Renate Hudak. Sie rät, mit Hilfe von Sägemehl den Grundriss auf dem Boden vorzuzeichnen.

Die Pflanzen der mediterranen Zone benötigen ein leichtes Substrat. „Das kann mit Sand und feinem Kies vermischte Gartenerde sein. Wichtig ist, dass sie sehr wasserdurchlässig sowie eher mager und trocken ist“, erklärt Hudak. Hier wachsen Rosmarin, Lavendel, Thymian und Salbei, die die in den Steinen gespeicherte Wärme lieben. Im Anschluss an den mediterranen Bereich befindet sich die normale Zone, die Basilikum, Koriander, Kamille und Kapuzinerkresse beherbergen kann. Renate Hudak empfiehlt hierfür fertige Kräutererde, die meist leicht gedüngt ist. Dieser Bereich sollte möglichst im Halbschatten liegen, weshalb es wichtig ist, beim Bau auf die Ausrichtung der Kräuterspirale zu achten.

Je weiter man der Schnecke nach unten folgt, desto weniger Sand sollte das Substrat enthalten und desto humoser, feuchter und nährstoffreicher werden. „Hier kann man Kompost mit der Erde vermischen“, rät die Gartenexpertin. Im humosen, feuchten Bereich wachsen Schnittlauch, Petersilie und Kerbel. In der Wasserzone, die aus einer mit Folie ausgelegten Vertiefung bestehen kann, fühlen sich Brunnenkresse und Wasserminze sehr wohl. (tmn)

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