Winterharte exotische Zwiebelblumen können ab April gepflanzt werden und blühen bis in den Herbst hinein

Unbekannte Gartenschätze: Nerinen und Amarinen

Wird jetzt gepflanzt: die winterharte Nerine, hier die von Anfang August bis weit in den Oktober blühende Sorte „Mr. John“.
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Wird jetzt gepflanzt: die winterharte Nerine, hier die von Anfang August bis weit in den Oktober blühende Sorte „Mr. John“.

Untrennbar mit dem Beginn des Gartenjahres verbunden sind Zwiebelblumen und Knollen. Mit Schneeglöckchen, Krokussen, Winterlingen und Narzissen geht es los, ehe Tulpen, Hyazinthen und Allium und später sommerblühenden Lilien, Calla und Anemonen das Regiment übernehmen. Und was kommt danach?

Tatsächlich gibt es bei den Zwiebel- und Knollengewächsen einige Arten, die bis Ende November für Farbe im Garten sorgen. Zu ihnen gehört die hierzulande noch fast unbekannte, hochwachsende und zart duftende Nerine – vielen eher als Guernseylilie bekannt, obwohl sie weder zu den Liliengewächsen zählen, noch von der Ärmelkanal-Insel stammt. „Die Nerine ist der Gutenachtkuss Ihres Gartens, bevor er in den Winterschlaf fällt,“ sagt der holländische Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel über die Finalistin der Blumenzwiebelblütezeit.

Eine robuste Neuzüchtung ist die rosa blühende Amarine. Dazu wurde die Nerine bowdenii mit der Amaryllis belladonna gekreuzt.

Nerinen sind eher als Schnittblumen bekannt, dabei machen sie sich auch hervorragend in Beet und Kübel. „Vor allem die neuen Nerinen kommen mit unseren klimatischen Bedingungen äußerst gut zurecht“, weiß van der Veek. Das Gleiche gilt für die der Nerine verwandte Amarine, eine vergleichsweise neue und robuste Kreuzung der Nerine bowdenii mit der Amaryllis belladonna. Die ersten Guernsey-Lilien, die nach Europa kamen, blühten im Garten leider nur sehr unzuverlässig. Als Gartenpflanze etabliert sie sich erst seit Kurzem. Der Züchterin Kitty de Jong sei gelungen, winterharte Nerinen zu züchten, die winterhart sind und im Garten hervorragend wachsen. Nerinen und Amarinen erinnern entfernt an Schmucklilien (Agapanthus): Ihre zierlichen, duftenden Blüten in Weiß, Rosa und Pink stehen in Dolden auf langem Stiel und haben eine elegante Sternenform mit gewellten Rändern. Sie erscheinen von Mitte August bis Oktober. Die Zwiebeln brauchen einen Mindestabstand von 25 Zentimetern in der Staudenrabatte oder weit verstreut im Beet, dort kommt ihr Blütenkranz am besten zur Geltung. Ideal ist ein sonniger Standort mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. „Die Zwiebeln kommen ab April flach in Erde, sodass ihre Nase noch etwa zwei Zentimeter weit herausragt“, sagt van der Veek. Im Anschluss sollten sie gut gegossen werden, um das Wurzelwachstum anzuregen. Treibt die Nerine Blätter, ehe sie ausreichend gewurzelt hat, vertrocknet sie. (Von Gisela Busch)

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