Gedämmt ist nicht gleich dicht

Im Neubau zählt eine moderne Wärmedämmung heute zum Standard. Aber auch viele Eigentümer von Altbauten haben inzwischen das Haus oder zumindest die oberste Geschossdecke abdichten lassen – allein schon, um die Vorgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen.

Doch gedämmt ist nicht immer gleich dicht: Wer an Fensterrahmen oder im Dachgeschoss bereits mit der bloßen Hand einen Windhauch spüren kann, sollte sich auf die vorhandene Dämmung nicht verlassen. Oft sind es kleinste Luftundichtheiten und Wärmebrücken, die noch zu Energieverlusten führen können.

Die „Blower-Door-Messung“

„Selbst bei gut gedämmten Häusern strömt erfahrungsgemäß bis zu 60 Prozent der Energie durch winzige Fugen und Ritzen in der Gebäudehülle nach außen. Kalte Luft dringt nach innen und muss dann erst wieder kostspielig erwärmt werden“, erläutert Gabriele Leibetseder vom österreichischen Hersteller Isocell.

Die Dämm-Expertin empfiehlt deshalb, sowohl in Neu- als auch in Altbauten eine „Blower-Door-Messung“ durchführen zu lassen. Dabei handelt es sich um ein genormtes Verfahren. Der dabei ermittelte Wert, die sogenannte Luftwechselrate, gibt an, wie oft die Luft im Gebäude pro Stunde ausgetauscht wird. „Grenzwerte sind in nationalen Normen festgeschrieben. Die Messung eignet sich sowohl für Wohnungen als auch für ganze Gebäude“, sagt Leibetseder.

Problemzonen entdecken

Das Verfahren wird von erfahrenen Fachbetrieben vor Ort durchgeführt. Dabei wird in ein offenes Fenster oder eine Tür ein Rahmen eingebaut, der mit Folie bespannt ist. In einer Öffnung dieser Folie befindet sich ein Ventilator, der für einen exakt definierten Druck sorgt. „Leckstellen in der Gebäudehülle können dank des entstehenden Unterdrucks im Gebäude leicht gefunden werden“, sagt Leibetseder. Schon mit der Hand lassen sich die „Problemzonen“ in der Gebäudehülle oft ertasten. Weitere Hilfsmittel zum Orten der Leckstellen sind Rauchspender, Luftgeschwindigkeitsmesser und die Thermografie. (tmn)

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