Auf was Hobbygärtner achten sollten

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Deutschland ist ein Volk der Hobbygärtner: Millionen von Gartenfreunden nutzen schönes Wetter, um Rasen zu mähen, Hecken zu schneiden und die Blumenbeete auf Vordermann zu bringen. Gärtnern ist gesund und weckt Lebensfreude. Aber Vorsicht ist angebracht, denn jedes Jahr passieren mehr als 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit.

Die Hobbygärtner sitzen in den Startlöchern. Für die richtige Gartenarbeit ist es jetzt zwar noch zu kalt, doch das neue Gartenjahr kann nun geplant werden.

Außerdem müssen jetzt Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden. Das Bundesnaturschutzgesetz regelt, dass dies bis spätestens 1. März erledigt sein muss. Ausnahmen sind schonende Form- und Pflegeschnitte sowie Schnittmaßnahmen aus Gründen der Verkehrssicherheit.

Gartenbesitzer haften

Dies hat einen guten Grund: Der Schnitt während der Kälteperiode schützt Bäume und Sträucher vor dem Ausbluten, da sich der Baumsaft bei Minusgraden aus den Ästen in den Hauptstamm zurückzieht. Andererseits schützt diese Regelung die Vögel, da sie frühestens ab März mit dem Nestbau beginnen. Vor dem Rückschnitt sollte man sich auch Zeit nehmen, die Bäume auf Frostschäden und morsche Äste zu begutachten, um dies beim Baumschnitt zu berücksichtigen.

Hobbygärtner, die ihre Bäume selbst stutzen, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Der Sturz könnte  schwere Folgen haben. Manchmal ist es sinnvoll, diese Arbeiten abzugeben.

"Der Baumschnitt ist nämlich auch deshalb wichtig, weil jeder Haus- und Gartenbesitzer eine besondere Sorgfaltspflicht hat. Er muss immer darauf achten, dass von seinem Grundstück keine Gefahr für andere ausgeht", sagt Andrea Lee-Ott, Pressereferentin der SV SparkassenVersicherung hierzu. Kracht beispielsweise ein morscher Ast auf den Gehweg, verletzt dabei einen Fußgänger oder beschädigt ein Auto, haftet der Grundstückbesitzer für den entstandenen Schaden. Im Einzelfall wird geprüft, ob der Haus- und Grundbesitzer seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Deshalb empfiehlt sich eine Haftpflichtversicherung für jeden Haus- und Grundbesitzer. Sie prüft die Haftungsfrage, leistet bei berechtigten Ansprüchen Schadenersatz oder wehrt unberechtigte ab.

Gartenarbeit hat es in sich: Hohe Unfallgefahr

Wenn das Gartenjahr dann endlich beginnt, genießen viele ihr schönes Hobby inmitten der Natur und die körperliche Arbeit an der frischen Luft. "Bei allem Eifer, sollte man nicht vergessen, sich selbst zu schützen und vorsichtig im Garten zu hantieren", mahnt Lee-Ott. Die Statistiken der Versicherer sprechen da Bände. Einer GfK-Studie zu den Lebenswelten älterer Menschen im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer e.V. (GDV) zufolge, gehört die Gartenarbeit mit zu den häufigsten Ursachen für Unfälle. Bei den über 55-Jährigen ist Gartenarbeit (rund 23 Prozent) die häufigste Unfallursache. Männer haben mit rund 32 Prozent ein noch größeres Unfallrisiko. Pro Jahr verunglücken etwa 200.000 Hobbygärtner der Generation 55+. Grund genug, sich neben aller Freude auch mit den Risiken im Garten auseinanderzusetzen.

Achtung: Stolperfallen, Sturzgefahr und scharfkantiges Werkzeug

Es gilt auf zahlreiche Stolperfallen – vom Wurzelwerk bis zum Gartenschlauch – gut Acht zu geben oder sie zu beseitigen. Beim Schneiden von Hecken und Bäumen können schlimme Stürze passieren, wenn die Leiter nicht wirklich sicher steht. Aber auch das Hantieren mit Rasenmähern, Motorsägen oder Heckenscheren gehört zum Risikopotenzial des Hobbygärtners. Hinzu kommt, dass sie ihre Kräfte manchmal überschätzen und nicht rechtzeitig Pausen einlegen.

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