Gesundes Gemüse aus dem Garten liegt im Trend

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Futterpflanze: Die Amsel frisst die Früchte der Felsenbirne und verschont die gleichzeitig reifenden Kirschen.

Umweltbewusste Hobbygärtner haben ein Ziel: aus dem Garten einen Ort zu machen, in dem biologische Vielfalt entstehen kann. Dabei wird jeder Schritt, der das Lebendige fördert, von der Natur belohnt.

Der Ursprung des biologischen Gartenbaus liegt in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts – als Wissenschaftler Wege fanden, der Degeneration der Kulturpflanzen entgegenzuwirken. Ihre Methoden zum Erhalt und zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit auf natürlichem Wege, zur Stärkung der Pflanzengesundheit und zur Züchtung von Sorten, die auch ohne Pflanzenschutzmittel gedeihen können, sind seitdem stetig weiterentwickelt worden.

Die Pflege des Erdbodens steht im Mittelpunkt des gärtnerischen Bemühens. Im biologischen Gartenbau bleibt zum Schutz der Erde keine Handbreit Boden unbedeckt. Es wird mit Grasschnitt oder Strauchhäcksel gemulcht oder man arbeitet zum Beispiel im Ziergarten mit Bodendeckern. So lässt sich gleichzeitig das Unkrautproblem abmildern.

Die Nährstoffversorgung erfolgt durch Kompost aus Grünabfällen oder auch tierischem Mist. Genügend abgelagert ist er ein idealer Dünger für Gemüse, Obstgehölze oder die Blumenrabatten. Ein weiteres Ziel des Biogärtners ist ein Biotop mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen planvoll angesiedelten Nützlingen und den unvermeidlichen Schädlingen. Spezielle Futterpflanzen und Nisthilfen für Insekten, Gebüsche, die den Vögeln Nahrung, Unterschlupf und die Möglichkeit zum Nestbau geben, lassen sich mit wenig Aufwand anlegen.

Dafür bekommt man Hilfe bei der Bekämpfung von schädlichen Insekten. Ein Meisenpärchen verzehrt in der Brutsaison mehrere Kilo Blattläuse. Kröten, die in einem Teich Laichmöglichkeiten finden, vertilgen Schnecken und ihre Eier. Mauswiesel halten die Wühlmäuse in Schach, wenn man sie durch das Anlegen eines Steinhaufens an den Garten bindet.

Im Gemüsegarten kann man inzwischen auf spezielles biologisches Saatgut zurückgreifen, das hier in Deutschland vermehrt wird und dessen Arten viel besser an das hiesige Klima angepasst sind als die vielfach im Ausland gezogenen Samen konventioneller Züchter. Im Obstgarten geht man von den kleinen Baumformen ab und pflanzt Hochstämme, die deutlich robuster sind und Sorten tragen, die geschmacklich die Äpfel aus dem Supermarkt weit übertreffen.

Der Ziergarten dient nicht nur zur Verschönerung des Hauses, sondern ist gleichzeitig Futterquelle für nektarsaugende Insekten. Besonderes Augenmerk richtet man auf das Anpflanzen von frühblühenden Blumen und auf die Kultivierung von Arten, die noch im Spätherbst blühen, um Zeiten mit einem geringen Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Wildbienen möglichst kurz zu halten.

Von Eberhard Parnitzke

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