Der Grundriss eines Hauses muss zu den jeweiligen Nutzern passen

Es gibt kein Patentrezept

Entscheidung mit Bestand: Bei der Planung des Grundrisses ergibt die Erfahrung des Architekten gepaart mit den Wünschen und Bedürfnissen der Bauherren ein gutes Produkt. Foto:  Fotolia

Wer sich für den Bau oder Umbau eines Hauses entscheidet, muss sich im Vorfeld genau überlegen, welche Anforderungen sein Haus erfüllen soll. Diese Überlegungen beeinflussen dann vor allem den Grundriss, der den Nutzungsgewohnheiten der Bewohner angepasst sein sollte, um den größtmöglichen Wohnkomfort zu erzielen.

Flexibilität für lange Nutzung

Geschickt sind vor allem flexible Grundrisse, die sich jeweils den aktuellen Lebensumständen anpassen: So kann beispielsweise ein Luftraum über dem Wohnbereich mit einer Galerie so ausgeführt werden, dass die Konstruktion das nachträgliche Montieren einer Decke erlaubt und somit bei Bedarf ein zusätzlicher Raum geschaffen werden kann. Umgekehrt kann aber auch durch eine geschickte Anordnung der inneren Erschließung und durch getrennt geführte Versorgungsleitungen – beispielsweise für die einzelnen Geschosse – im Alter eine Aufteilung in zwei oder mehr kleinere Wohneinheiten erfolgen.

Damit kann man auf die jeweiligen Lebenssituationen reagieren und immer das Optimale aus dem Grundriss herausholen. Zudem sollte auch schon in jungen Jahren auf die Barrierefreiheit eines Grundrisses Wert gelegt werden. So erleichtern bodengleiche Duschen und ausreichend große Bewegungsflächen in allen Räumen die Nutzung bei eingeschränkter Beweglichkeit im Alter oder nach Krankheit.

Loft oder Einzelräume

Dennoch gibt es verschiedene Vorlieben bei der Aufteilung: Während der eine einen offenen Grundriss mit möglichst wenig Zwischenwänden bevorzugt, bei dem sich auch die Küche offen in den Wohn-Ess-Bereich integriert, möchte der andere lieber voneinander getrennte Funktionsräume.

Dabei hat jede Grundrissform ihre Vor- und Nachteile: Loftartige Grundrisse mit nur wenigen raumgebenden Elementen vermitteln Offenheit und Großzügigkeit und wirken dadurch meist sehr hell. In diesen Räumen kommen gezielt platzierte Möbel und Objekte gut zur Geltung und erhalten einen angemessenen Rahmen.

Allerdings kennt fast jeder auch die Situation bei einer Essenseinladung, bei der die Küche nicht gerade zu den Vorzeigeräumen gehört. Für diesen Fall bieten sich eher die abgeschlossenen Einzelräume an, da hinter einer geschlossenen Tür das Küchenchaos dem Blick der Gäste verborgen bleibt. Auch in energetischer Hinsicht sind einzelne Räume besser zu nutzen, da jeder Raum unterschiedliche Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfüllen muss. Diese sind bei Einzelräumen besser einzuhalten als bei den loftartigen Raumflächen.

Verschiedene Temperaturen

Sind im Bad etwa 23 Grad empfehlenswert, benötigt ein Schlafzimmer, das zumeist nur nachts genutzt wird, nur etwa 16 bis 18 Grad, für Wohn-, Ess- und Kinderzimmer wird eine Temperatur von etwa 20 bis 22 Grad empfohlen, für die Küche dagegen nur etwa 18 Grad.

Egal welcher Grundriss-Typ gefällt: Am besten wendet man sich mit Wünschen und Vorstellungen an einen Architekten, der aus den Vorgaben den für die Nutzer optimalen Grundriss entwirft.

Von Melanie Besson

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