Gartenwochen: Auf die Größe kommt es an

+
Reglementierte Erholung: Unter welchen Bedingungen eine Gartenlaube gebaut werden darf, steht in der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Wenn im Sommer das Leben hauptsächlich im Garten stattfindet, wird vielerorts dort auch fleißig gebaut. Die alte Laube bekommt eine überdachte Terrasse und für die Geräte wird ein Holzhäuschen im Garten aufgestellt. Bei alldem setzt das öffentliche Baurecht oft Grenzen.

Denn im Hausgarten muss das im Baugesetzbuch bundesweit geregelte Planungsrecht sowie die jeweilige Länderbauordnung beachtet werden. Gibt es einen Bebauungsplan, ist dieser sorgfältig zu studieren. Manchmal dürfen sogenannte Nebenanlagen – dazu zählen Lauben und Schuppen – nur innerhalb der Baugrenzen errichtet werden. „Gartenbesitzer sollten sich vor dem Bau eines Gartenhäuschens über die Bebauungsmöglichkeiten auf ihrem Grundstück genau informieren“, rät deshalb Bernd Kleibl, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt im Kreis Kassel.

Drei Meter Abstand halten

Die Bauordnung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Bayern und Brandenburg etwa sind Bauten bis zu einem Volumen von 75 Kubikmetern umbauten Raumes baugenehmigungsfrei. In Hessen dagegen liegt die Grenze bei nur 30 Raummetern. „Zudem müssen in Hessen drei Meter Abstand zu allen Grundstücksgrenzen gehalten werden. Bei der Höhe gibt es eigentlich keine praktischen Baurechtsprobleme, solange die Gartenhäuschen eingeschossig sind“, sagt Bernd Kleibl.

Relativ einfach ist es, wenn die Baulichkeiten in einer Kolonie mit Pachtgärten stehen. Dann braucht man innerhalb einer bestimmten Größenordnung generell keine Baugenehmigung. Für die Kleingärtner gilt das Bundeskleingartengesetz, wonach eine Gartenlaube „höchstens mit 24 Quadratmetern Grundfläche einschließlich überdachtem Freisitz“ zulässig ist. Ebenso ist vorgeschrieben, dass die Laube „nicht zum dauerhaften Wohnen geeignet“ sein darf. Werden diese Bestimmungen eingehalten, kann der Gartenbesitzer ohne Genehmigung loslegen.

Holzstapel dürfen nur einen Meter hoch sein

Auch für Hausbesitzer mit einem Garten direkt am Haus oder einer großen Terrasse gibt es einiges zu beachten: „Bei Terrassentrennwänden bis zu einer Höhe von zwei Metern braucht man im Innenbereich nach der Hessischen Bauordnung zwar keine Baugenehmigung mehr, aber es kann sein, dass aus dem Nachbarrecht heraus, erfolgreich Einwände gegen eine solche hohe Einfriedung geltend gemacht werden können. Informieren Sie sich deshalb genau und reden Sie am besten auch vorher mit ihren Nachbarn“, rät Kleibl.

Und was viele Hausbesitzer auch nicht wissen: Auf der Grundstücksgrenze ist das Holzstapeln zwar zulässig, aber nur bis zu einem Meter Höhe – inklusive der Abdeckung. Wer diese Tipps beherzigt, kann die Sommermonate im Freien genießen – ohne Ärger mit den Nachbarn oder dem Bauamt. (tmn/ebi)

Gartenwochen zum Blättern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.