Grünes Zimmer für den Sommer

Erst auf den zweiten Blick zu erkennen: Diese markante Skulptur ist ein gestutzter Thuja, ein Lebensbaum. Dieses Exemplar ist schon 35 Jahre alt. Mitten in den Lebensbaum hat das Ehepaar Götz selbst gezogene südamerikanische Pflanzen wie Bromelien, Tillandsien und Orchideen gehängt. Foto:  Thienemann

Jutta Götz lässt es sich nicht nehmen, weit mehr als jahreszeitliche Dekorationen im Garten und Wintergarten vorzunehmen. „Ehrlich gesagt dekoriere ich Tag für Tag neu“, sagt sie. Und tatsächlich nimmt Jutta Götz täglich dekorative Veränderungen vor und variiert ihren umfangreichen Deko-Fundus nach Lust und Laune. „Viele Accessoires haben wir von unseren Reisen mitgebracht.“

Fuchsien folgten Kakteen

„Wir haben schon verschiedene Gartenphasen durch“, erklärt Walter Götz und erinnert sich lächelnd an die Zeiten, als das Haus lediglich einen kleinen Wintergarten hatte. „Das war eigentlich eher ein Gewächshaus als ein Wintergarten“, rufen sich die beiden die damalige Nutzung des Wintergartens einhellig ins Gedächtnis. „In unserer ersten Gartenphase hatten wir alles voller Kakteen“, erzählt Walter Götz. „Darauf folgte eine Zeit, in der wir weit mehr als hundert Fuchsien hatten.“ Die vielen Pflanzen hat das Ehepaar zum Überwintern sogar in eine Gärtnerei gebracht. „Das war ganz schön kostspielig“, entsinnen sich beide.

„In unserem Garten hat sich jedes Jahr etwas getan. Der hat sich entwickelt“, sagt Jutta Götz und führt die größten Veränderungen im Garten auf die zahlreichen Reisen nach Süd- und Mittelamerika, beispielsweise Brasilien oder Venezuela, zurück. „Da entdeckten wir die Liebe zu solchen exotischen Pflanzen wie Bromelie, Tillandsia oder zu farbenfrohen Orchideen“, zählt Walter Götz einige der Pflanzen E 

E  auf. Die Bromelie beispielsweise, die zu den Ananasgewächsen zählt, stammt aus Brasilien. Sie blüht sehr lange, sollte recht hell, aber nicht vollsonnig stehen. Günstig ist ein richtiges Blumenfenster oder gar Gewächshaus, weil die Pflanzen eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben. Walter Götz verrät eine kleine Besonderheit zur Pflege einer Bromelie: „Im Blatttrichter muss immer etwas Wasser stehen. Die Wasserversorgung regelt die Bromelie hauptsächlich über ihren Blatttrichter.“

Blumen hängen in den Bäumen

Bromelien, Tillandsien und Orchideen haben im Götzschen Garten Plätze eingenommen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen: Sie hängen in den Bäumen. „Das ist darauf zurückzuführen, dass diese Pflanzen Aufsitzer sind. Das heißt, ursprünglich wachsen sie unter dem Blätterdach des Regenwaldes“, erklärt Götz.

Der enorm gepflegte und liebevoll dekorierte Garten entwickelte sich: Nach und nach verschenkte oder verkaufte das Ehepaar erst all seine Kakteen, später dann die vielen Fuchsien. „Es waren zum Schluss um die 800 Kakteen, die wir hatten.“ Im Jahr 1999 baute Ehepaar Götz den großen Wintergarten an. Den Teich vor dem Wintergarten hingegen legten sie schon an, als der Wintergarten noch nicht angebaut war. „Wir vergrößerten den Teich dann ein bisschen“, sagt Walter Götz.

Der großen Wintergarten bietet ganz individuelle E 

E  Nutzungsmöglichkeiten: Über das normale Bewohnen hinaus befinden sich in dem südländisch hergerichtetem Wintergarten ein großer Whirlpool nebst schicker Runddusche. Um das südliche Flair perfekt abzurunden, plätschert ein Wasserfall beruhigend vor sich hin und garantiert wohltuende Momente der Entspannung.

Warum in den Urlaub fahren?

„Überhaupt haben wir so viel Freude an unserem Garten und dem herrlichen Wintergarten, dass wir lediglich in den Wintermonaten Fernweh nach sommerlichen Temperaturen und Sonne haben“, sagt Jutta Götz. Ihr Mann fügt hinzu: „Wozu in den Urlaub fahren, wenn wir es hier zuhause so schön haben?“ Der Wintergarten ist das ganze Jahr über bewohnt. „Hier halten wir uns die meiste Zeit auf“, so das Ehepaar. „Es gibt nichts Schöneres, als es im Winter schön hell zu haben.“

Eine Fußbodenheizung sorgt in der kalten Jahreszeit für angenehme Heizungswärme, die isolierten Fenster lassen wenig Wärme nach außen durch. „Im Hochsommer wird es im Wintergarten natürlich viel zu heiß, um dort zu sitzen“, räumt Jutta Götz ein. Aber dafür haben die beiden ja mehrere Sitzecken im Garten, darunter auch ihr Lieblingsplatz: zwei Stühle im Schatten eines Baumes, gleich neben dem Pavillon. Auch draußen plätschert ein kleiner Brunnen vor sich hin und verbreitet angenehme Atmosphäre. Der geräumige Garten-Pavillon ist ebenfalls gut gegen Kälte gedämmt, sodass die Möglichkeit besteht, selbst bei niedrigeren Außentemperaturen im Pavillon zu sitzen.

Um das Leben im Garten zu einem richtigen „Wohnen im Garten“ zu machen, hat sich das Ehepaar Götz eine Außenküche angeschafft. „Es ist herrlich, alles draußen machen zu können. Unser Garten ist ein richtiges Sommerwohnzimmer“, schwärmt Jutta Götz.

Viel Arbeit im Februar und Mai

Alle Sommerblumen für die Gartenbeete zieht Walter Götz selbst. Dazu gibt es zwischen Garage und Hauseingang ein beheiztes Gewächshaus. Walter Götz sagt: „Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden. Da habe ich schon immer mit Pflanzen E 

E zu tun gehabt.“ Zum Zeit- und Pflegeaufwand seines  sehenswerten Gartens gefragt, empfindet Walter Götz vor allem den Februar als besonders arbeitsintensiv. „Da ziehe ich die Jungpflanzen. Im Mai nimmt das Auspflanzen viel Zeit in Anspruch. Dann habe ich drei Wochen alle Hände voll zu tun.“ Dafür fällt im Sommer weniger Arbeit an. „Im Sommer genießen wir unseren Garten.“

Von Hendrike Racky

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