Mehr als eine Bauzeichnung

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Horizontal und vertikal offen: Auf Türen und Wände wird bei der Grundrissplanung derzeit meist verzichtet - große Räume und viel Platz sind das Ziel.

Offen oder klassisch Raum für Raum? Wohnküche oder eher ein repräsentatives Wohn- und Esszimmer? Sind ein Kinder- und ein Elternbad notwendig? Viele Fragen, die auf Bauherren einprasseln. Schon vor der konkreten Grundrissplanung ist Gedanken machen also ein absolutes Muss.

  • Absolut im Trend liegt derzeit offenes Wohnen, bei dem möglichst eine ganze Etage einen Wohnraum bildet. Die Wohnung wirkt dann großzügig, hell und kommunikativ. Technisch ist eine solche „Wohnhalle“ mittlerweile kein Problem mehr. Kommt man mit dem Minimum an statisch erforderlichen Wänden aus, birgt das außerdem den Vorteil der größtmöglichen Flexibilität: Ändern sich die Wohnwünsche, können Leichtbauwände neue Räume schaffen. Neben der horizontalen Offenheit ist auch die vertikale wichtig: Mithilfe von Galerien und Lufträumen können Bauherren einzelne Etagen verbinden und so intensiven Hör- und Sichtkontakt herstellen.
Ein planerischer Trick: Der Kamin wirkt als Trennung.
  • Sie hat eine raumteilende Wirkung – und lässt trotzdem alles offen: die Wandscheibe. Dieser planerische Trick findet immer häufiger Verwendung. Besonders praktisch ist eine solche Wandscheibe, wenn sie im Schlafzimmer ein abgetrenntes Ankleidezimmer möglich macht oder der Kamin von zwei Seiten zu betrachten ist.
  • Mit Flächen geizig sein: Was komisch klingt, ist auf sogenannte Verkehrsflächen anzuwenden. Treppen, Flure oder Dielen sollten zugunsten der eigentlichen Räume knapp bemessen sein. Darüber hinaus darf der Grundsatz der kurzen Wege nicht in Vergessenheit geraten.
  • Wird ein Arbeitszimmer im Haus benötigt, macht es Sinn, dies im Erdgeschoss zu platzieren. Kommen Kunden, müssen sie so nicht durch die ganze Wohnung.
  • Stauraum nicht vergessen: Eine Überfirstverglasung ist spektakulär – aber kann ich auf den Stauraum unter dem Spitzboden verzichten? Erfüllt ein Wintergarten das gleiche Ziel?
  • Ein gut geschnittenes Zimmer sollte mindestens drei Meter fortlaufende Wand aufweisen, damit ein Kleiderschrank oder eine Schrankwand ihren Platz finden. Ein absolutes No-Go sind dagegen Durchgangszimmer oder fensterlose Bäder.
Geschickt: Eine Wandscheibe erzeugt eine lockere Trennung.
  • Zukunftsfähig planen: Schon in der Planungsphase sollten Bauherren das Alter nicht außer Acht lassen. Breitere Türen und Treppen, ein großes Bad sowie ebene Flächen bieten auch jungen und gesunden Menschen einen erhöhten Wohnwert.
  • Passt der Grundriss zum Grundstück? Eingang, Wirtschaftsräume und Bäder sollten nach Norden, die Wohnräume nach Süden ausgerichtet werden. Wer zum Feierabend noch Sonne genießen möchte, wird sich eine Westterrasse einrichten, Frühaufsteher dagegen freuen sich über Morgensonne in dem nach Osten zeigenden Schlafzimmerfenster.
  • Noch ein Tipp zum Schluss: Äußerst hilfreich bei der konkreten Grundrissplanung ist eine Rangliste der verschiedenen Wohnwünsche.

von Carolin Blumenstein

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