Mit gutem Gewissen gebaut

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Die Planung und Konzeption eines Passivhauses erfordert großen Sachverstand und Erfahrung. Der Architekt Johannes Biskamp hat von beiden Qualifikationen das Höchstmaß eingebracht, so dass dieses Passivhaus ausgeklügelt ist, gut funktioniert und das Schlagwort „Nachhaltigkeit“ in vorbildlicher Art und Weise umsetzt.

Mit gutem Gewissen gebaut

Gute Platzierung: Der längliche Bau ist mit seiner Positionierung optimal der Sonneneinstrahlung von Südwesten her ausgesetzt.

Bei der Planung eines Passivhauses ist die optimale Platzierung auf dem Grundstück ein sehr wichtiger Aspekt. So wurde das außergewöhnliche Einfamilienhaus auf dem gut eingewachsenen Eckgrundstück bestens nach Südwesten hin ausgerichtet. Der Architekt Johannes Biskamp plante das Raumkonzept mit viel Bedacht und arrangierte die Wohnräume konsequent nach Süden. Betritt man das Gebäude von der Straßenseite her ebenerdig, liegt der große Wohn- und Essraum gartenseitig im Obergeschoss. Vom Wohn- und Essraum hat man Zugang zu dem Balkon, der sich über die ganze Längsseite des Gebäudes erstreckt. Insgesamt sind wohnlich und mit viel Bedacht gestaltete 240 Quadratmeter Wohnfläche entstanden. Das sonnige Hanggrundstück hat eine Größe von knapp 1000 Quadratmetern.

„Wir haben so ökologisch wie möglich gebaut.“, fängt die Bauherrin an, von der Planung und dem Bau des Einfamilienhauses zu berichten. Um den Status eines Passivhauses zu erlangen, muss die Gebäudehülle dicht und natürlich in besonderem Maße gedämmt sein. Das ist beispielsweise durch den Einbau von dreifach verglasten Fenstern gewährleistet.

Pellets, Solarthermie und Photovoltaik

Für Heizung und Warmwasser sorgt eine minimal dimensionierte Holzpellet-Heizung. Eine Solaranlage mit Röhrenkollektoren nutzt Sonnenenergie für Warmwasser und dient der Heizungsunterstützung (Solarthermie). Die Bauherren entschieden sich beim Bau des Einfamilienhauses, auf dem gut gedämmten und bewachsenen Flachdach eine Photovoltaikanlage zu installieren. So wird durch Son

nenkraft erzeugter Strom in das Stromnetz eingespeist.

Die an die Heizung angeschlossene Lüftungsanlage sorgt für Frischluft. Eine große Zisterne, die eine Kapazität von 5000 Litern hat, sammelt das anfallende Regenwasser der Dach- und Garagenentwässerung. Die Zisterne befindet sich unterirdisch neben dem Haus. Das gewonnene Regenwasser wird bei Bedarf hochgepumpt und für die Toilettenspülung und zur Gartenwässerung verwendet.

Lüftungsanlage erneuert die Raumluft permanent

Wer in einem Passivhaus lebt, muss seine Gewohnheiten ändern: Durch die Lüftungsanlage ist zusätzliches Lüften nicht nötig. Die Anlage erneuert permanent die Raumluft, indem sie diese austauscht. Die Lüftungsanlage ist so konzipiert, dass sie den sogenannten „Feuchträumen“ wie Bad, Küche, WC und Hauswirtschaftsraum die verbrauchte (feuchte) Luft entzieht. In alle übrigen Wohnräume wird Frischluft eingeblasen.

„Man muss sich wirklich umstellen.“, sagt die Bauherrin. „Ich habe oftmals immer noch das Bedürfnis, die Fenster zu öffnen.“ Im Sommer - und sogar an kühleren Tagen, an denen aber doch die Sonne mal rauskommt – ist das Öffnen der Fenster völlig unproblematisch. Doch wenn sich die Sonne über längere Zeit gar nicht sehen lässt oder im

Winter Außentemperaturen in Minusgradbereichen herrschen, ist es zwingend nötig, die Außenhülle so geschlossen wie möglich zu halten. Das Haus darf dann keine Wärme verlieren.

Umweltfreundlich Bauen

„Das Raumklima ist sehr angenehm.“, stellt der Bauherr fest. „Der Techniker der Lüftungsanlage hat uns während des Baus erzählt, dass in Passivhäusern die Lüftungsanlage das Raumklima positiv beeinflusse und das Wachstum der Zimmerpflanzen fördere.“ Diesen Umstand können die Bauherren uneingeschränkt bestätigen. Die großen Zimmerpflanzen in dem Passivhaus sehen wirklich gesund und kräftig aus.

„Unsere Motivation, ein Passivhaus zu bauen, war, dass diese Bauweise zukunftsweisend ist. Wir wollten so umweltfreundlich und -verträglich wie möglich bauen.“, sagt der Bauherr.

Die Bauherren fühlen sich in ihrem Passivhaus sehr wohl. „Wir schätzen ganz besonders die Helligkeit, die wir durch die großen Fenster im Haus haben“, fasst die Bauherrin das Wohnen in ihrem neuen Haus zusammen. „Darüber hinaus haben wir einfach eine perfekte Lage gefunden – wir schauen zu allen Seiten in’s Grüne.“

Von Hendrike Racky

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