Haus als Kraftwerk

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Bisher meist noch zu teuer: Hochmoderne Häuser produzieren mehr Energie als sie benötigen.

Wohnen im Kraftwerk: Was zunächst wenig idyllisch klingt, entpuppt sich im Falle von einigen hocheffizienten Häusern als äußerst reizvoll. Diese erzeugen im Jahresmittel mehr Energie als ihre Bewohner verbrauchen.

Damit übertreffen sie laut Immobilienportal Immowelt.de sogar den bisherigen Standard des Passivhauses. Architekten setzen bei den Energie erzeugenden Häusern grundsätzlich auf eine perfekte Dämmung. Die Gebäude werden außerdem über ausgeklügelte Systeme belüftet. Spezielle Materialien in den Innenwänden speichern Wärme, die unter anderem mit Wärmepumpen erzeugt wird. Das spart Energie, während die integrierten Solarzellen ein Plus an Strom liefern, welches in das öffentliche Netz eingespeist wird. Das reduziert nicht nur Energiekosten, sondern beschert außerdem Zusatzeinnahmen durch die Einspeisevergütung.

Ganze Solarsiedlung

Solche Häuser sind keine Zukunftsmusik: Bereits 1994 errichtete der Architekt Rolf Disch in Freiburg im Breisgau mit seinem „Heliotrop“ einen ersten voll funktionsfähigen Prototypen mit dem Namen Plusenergiehaus. Inzwischen sorgt eine ganze Solarsiedlung mit 59 umweltfreundlichen Eigenheimen für eine positive Energiebilanz im Schwarzwald. Das neueste Plusenergiehaus wurde allerdings vor den Toren des Odenwalds an der TU Darmstadt entworfen.

Große Photovolataikanlagen

Das preisgekrönte Ökohaus unterscheidet sich dabei hauptsächlich durch die immense Menge der erzeugten Energie von den Freiburger Immobilien: Einem Verbrauch von 4100 Kilowattstunden pro Jahr stehen laut Diplom-Ingenieurin Johanna Henrich von der TU Darmstadt 13 690 Kilowattstunden produzierter Strom gegenüber. Möglich wird dieses beeindruckende Ergebnis durch großflächige Photovoltaikanlagen auf dem Dach, drei- oder vierfach verglaste Fenster und einer Fassade aus Solarlamellen.

Wenngleich wenig Zweifel an der Zukunftstauglichkeit der innovativen Häuser bestehen, wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sie zu erschwinglichen Preisen angeboten werden. Alleine die Materialkosten für das Darmstädter Wohnkraftwerk schlagen derzeit mit 350 000 bis 400 000 Euro zu Buche. (nh)

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