Verkäufer haftet für Mängel

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Gekauft wie gesehen? „Nein, das gilt keines-wegs immer“, macht Schwäbisch Hall-Rechtsexperte Stefan Bernhardt Käufern mangelhafter Immobilien Mut. „Wer beim Ver-kauf eines Hauses vorhandene Schäden ver-schweigt, kann zu Schadenersatz verpflichtet sein.“

Bei einer arglistigen Täuschung des Käufers über den genauen Umfang der Mängel haftet der Vorbesitzer selbst dann, wenn der Kaufvertrag einen Gewährleistungsausschluss enthält, sagt Bernhardt mit Verweis auf ein soeben veröffent-lichtes Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz (Az. U 874/12).

Der Fall: Der Käufer eines Wohnhauses stellte bald fest, dass die Dachdämmung durch Marder-fraß großflächig zerstört war. Er forderte vom Vorbesitzer 25.000 Euro Schadenersatz, da die-ser die Mängel arglistig verschwiegen habe. Der Verkäufer argumentierte dagegen vor Gericht mit einer 2004 durchgeführten Teilrenovierung des Daches. Er sei davon ausgegangen, dass damit alle Marderschäden behoben worden seien.

Dagegen das OLG Koblenz: Der Verkäufer habe zumindest in Kauf genommen, dass auch ande-re, nicht sanierte Teile des Daches erheblich beschädigt sein könnten. Da er dem Käufer die-se Vorgeschichte verschwiegen habe, sah das Gericht die Arglist als erwiesen an. Auf den ver-traglichen Gewährleistungsausschluss durfte sich der Verkäufer daher nicht berufen. (nh)

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