Hausreportage

Ein Bild von einem Haus

Auf den ersten Blick: Die dreigeteilte Fassade bildet mit den perfekt platzierten Fenstereinheiten und den separaten Eingängen ein harmonisches Bild.

Zyniker behaupten gerne, dass Menschen, die meinen, die inneren Werte würden zählen, meist von ihrem eher unansehnlichen Äusseren ablenken wollen. Rationalisten wissen: die Mischung macht’s. Denn beides muss ansprechen – das gilt für die Partnerwahl ebenso wie für den Hausbau.

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„Innen und außen – beides im Blick zu haben ist wichtig beim Hausbau. Aber Fakt ist: Der erste Eindruck zählt. Deshalb plant man ein Haus am besten von außen nach innen“, sagt René Winkler, Architekt und Besitzer einer Doppelhaushälfte des modernen Neubaus in Harleshausen. Dass auf die Fassade des Hauses in Holzständerbauweise viel Wert gelegt wurde, sieht man sofort.

Unterschiedliche Putze und Farben unterteilen die Front in mehrere Bereiche. Die Fenster bilden optische Einheiten, weil sie zum Teil mit anthrazitfarbenen Blechen miteinander verbunden sind. „Es ist nicht wichtig, wie viel Glas in einer Fenstereinheit steckt. Was zählt ist das Element als Ganzes, das die Fassade unterbricht“, sagt Winkler.

Ein Bild von einem Haus

Die Hauseingänge zu den beiden Haushälften sind durch eine vorgezogene Wand voneinander getrennt. So haben die Bewohner ihre Privatsphäre. Obwohl sie die nicht unbedingt benötigen, denn René Winkler und seine Nachbarn Kai Söther, Kerstin Merchel und die kleine Pauline verstehen sich ziemlich gut.

Ein Haus, Zwei Grundrisse

Trotz der räumlichen Nähe sind die beiden Haushälften unterschiedlicher als man zunächst vermutet. Grundriss, Größe und die eingebaute Technik sind verschieden. Von der Abluftwärmepumpe und Lüftungsanlage über die Gas-Brennwerttherme bis hin zum Wärmetauscher und der Solarthermie- Anlage auf dem Dach erreicht das Haus mit seinem Energiesystem als Ganzes aber fast Passivhausstandard. „Seit wir hier wohnen hatten wir in den Schlaf- und Kinderzimmern noch nie die Heizkörper an. Im Vergleich zu unserer Mietwohnung sind die Heizkosten in unserem Haus ein Witz“, sagt Kai Söther.

Was beide Haushälften gemein haben ist ein beeindruckendes Treppenhaus, das durch die großen Fenster vom Licht durchflutet wird. Über die Echtholzstufen führt das mit Glaseinsätzen gestaltete Geländer in die zwei oberen Etagen. Ganz oben unter dem Dach hat sich René Winkler sein Atelier eingerichtet – hier, hoch oben über den Dächern der nordhessischen Metropole, kann er in Ruhe zeichnen. Zum Kopf freikriegen reicht es, die Tür zur herrlichen Dachterrasse zu öffnen. Auf der anderen Seite verliert das große Atelier zur Straße hin an Höhe. „Das liegt an dem Dach“, erklärt Winkler. Denn das Wellblechdach, das Winkler gemeinsam mit dem Dachdeckerbetrieb von Edin Nadarevic in Kassel umgesetzt hat, hat eine Neigung von fünf Grad.

Blick in den Garten

Kai Söther und Kerstin Merchel haben auf ihrer Seite des Hauses den niedrigen Raum mit einer Wand von dem großen Raum abgetrennt und daraus ein gemütliches Gästezimmer gemacht. „Unser Lieblingsraum ist aber das Schlafzimmer. Über die großen Fenster können wir den Blick in den Garten genießen und uns von der Sonne wecken lassen“, sagt Kai Söther. Die inneren Werte zählen also doch – und das, obwohl das Haus mit seinem Äußeren schon längst überzeugt hat.

Text: Eva-Maria Biedenbach

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