Hausreportage

Ein Häuschen in Nachbars Garten

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Ein Ehepaar aus Reinhardshagen hat sich den Traum vom Eigenheim erfüllt – auf einem Grundstück ohne rechte Winkel und mit viel Engagement.

Selbst ist der Mann – oder auch die Frau. So sieht es zumindest ein Ehepaar aus Reinhardshagen, das bei seinem Hausbau selbst mit angepackt hat. „Eines war klar, als wir uns fürs Bauen entschieden haben: Wir wollten soviel wie möglich selbst machen“, erzählt der Bauherr, der gelernter Schreiner ist.

Möglich gemacht hat das die Firma Sander-Haus aus Hofgeismar. „Bei Sander konnten wir selbst entscheiden, was wir selbst machen und was wir machen lassen. Deshalb waren sie die perfekten Baupartner für uns“, erklärt der Hausherr.  Das Haus in Holzständerbauweise wurde innerhalb von zwei Tagen als Ausbauhaus aufgestellt. Dann ging das Ehepaar mit tatkräftiger Unterstützung von Verwandten und Freunden selbst ans Werk.

Natürlicher Akzent

Gleich im Flur darf man das Herzstück des Hauses bewundern – die vom Hausherrn selbst gebaute Buche-Treppe, die in dem großzügigen Eingangsbereich einen natürlichen Akzent setzt. Passend dazu wurden die Holzsparren an der Flurdecke nicht verkleidet, sondern nur leicht geölt. Anders im Wohnzimmer – hier sind die Holzsparren zwar ebenfalls sichtbar, fügen sich aber durch ihren weißen Anstrich in das dezent gehaltene Wohnzimmer ein. Ess- und Wohnbereich sind offen gehalten.

Mathematik in der Küche

Die Küche ist an das Esszimmer angeschlossen, hat aber eine Tür. „Wir wollten nicht, dass es nach dem Kochen überall nach Essen riecht. Außerdem kann man dann einfach auch mal was in der Küche abstellen und schnell die Tür zumachen“, sagt der Hausherr schmunzelnd. Auffallend originell ist die Arbeitsplatte. Mathematische Formeln von Einstein und Co. fordern den Geist beim Gemüseschnippeln. „Seit zehn Jahren will ich schon diese Arbeitsplatte haben. Da war das eigene Haus noch gar nicht in Planung“, erzählt die Bauherrin. 

Bei der Rückwand des Kamins war es ähnlich. Schon vor Jahren hat die Hausherrin die Wand aus Gips, die mit ägyptischen Symbolen geschmückt ist, entdeckt. Hinter dem wasserführenden Kamin ist sie ein echter Hingucker.

Kluger Energiemix

Der Kamin ist eines der vielen Elemente des klugen Energiesystems im Haus. Die Fußbodenheizung wird von einer Luftwasserwärmepumpe betrieben, an die zugleich ein Entlüftungssystem angeschlossen ist, das für frische Luft und ein angenehmes Klima sorgt. Damit das warme Wasser nie ausgeht, ist der Kamin wasserführend und auf dem Dach fängt eine Solarthermieanlage die Sonne ein. Die gesamte Technik findet sich im Hauswirtschaftsraum des kellerlosen Hauses.

Von dort aus führt eine Tür hinaus in den Garten und gibt den Blick frei auf das „Teehaus“. Zurzeit finden in dem schnuckeligen achteckigen Häuschen die Gartengeräte einen Platz. Es soll aber bald zur gemütlichen Hütte umfunktioniert werden. Dahinter steht direkt das nächste Haus und erst jetzt wird einem bewusst, dass das Haus des Ehepaars in Nachbars Garten steht. „Unsere Nachbarn wollten keinen so großen Garten und wir wollten genau hier wohnen. Da haben wir gerne in Kauf genommen, dass unser Grundstück keinen rechten Winkel hat und Haus und Carport etwas unkonventionell platziert sind“, erzählt der Bauherr lachend. Wichtig war den Beiden nur, dass die Terrasse nach Süden zeigt und somit immer ein sonniges Plätzchen ist. „Die Terrasse war das erste, was nach dem Haus fertig war. Wir sind in jeder freien und trockenen Minute draußen und genießen die frische Luft“, sagt die Hausherrin.

Farbakzente

Die Holzterrasse ist zum Teil durch das abgeschleppte Hausdach geschützt und lädt an einem großen Terrassentisch zum Lesen, Relaxen und Grillen ein. Ein anthrazitfarbener Sichtschutz schirmt das Ehepaar vor neugierigen Blicken der Passanten ab und fügt sich an das grau-rot-weiße Farbkonzept von Haus und Carport an.

Farbakzente setzte das Ehepaar auch im Inneren des Hauses – mit gestreiften Tapeten in Grün und Blau. Im Treppenhaus wird die ausgefallene Vliestapete durch das Licht, das durch das Dachfenster in den Flur fällt, richtig in Szene gesetzt.

Gedämmt bis unters Dach

Im Dachgeschoss findet sich das Badezimmer, das über eine Echtglasdusche, einen großen Waschtisch und eine Badewanne verfügt.  Neben dem Schlaf-, Arbeits- und Gästezimmer befindet sich im oberen Geschoss noch ein Abstellraum, der Platz für Sportsachen und Koffer bietet. Zudem gibt es eine Einschubtreppe über die man auf den Spitzboden gelangt. „Auch der Spitzboden ist komplett gedämmt. Bei uns geht also keine Wärme nach draußen“, erklärt der Bauherr. Für das Ehepaar kann der Winter also kommen – mit vielen gemütlichen Stunden vor dem Kamin.

Von Eva-Maria Biedenbach

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