Hausreportage

Wohnglück auf Dänisch

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Wohnglück auf Dänisch: Anja Bauer hat ihr Zuhause im skandinavischen Design eingerichtet.

„Hyggelig“ ist dänisch und bedeutet so viel wie heimelig oder gemütlich: Das Wort, das in schwungvollen Buchstaben auf einem Schild im Wohnzimmer von Anja Bauer zu lesen ist, beschreibt treffend, wie die 45-Jährige aus Kassel ihr Zuhause eingerichtet hat.

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Mit hellem Holz, klaren Formen und freundlichen Farben – typisch dänisch eben. Auf den zwei Etagen ihres sanierten Hauses an der Hessenschanze befinden sich sorgfältig aufbewahrte Familienerbstücke und mit Liebe zusammengetragene Flohmarkt-Schätze in bester Gesellschaft mit neuen weißen Küchenschränken und Sofas von Ikea.

In dem 1939 erbauten Haus wohnt, nein: lebt Anja Bauer seit 2013 gemeinsam mit Ehemann Marc, 41, den beiden Töchtern Lilli, 11, und Luise, 9, sowie Dackel Racker. Und zwar unter einem Dach mit den Eltern von Anja Bauer, Jörn und Brita Milte, die das Erdgeschoss für sich haben.

Zuhause mit Herz

„Meine Mutter wurde hier geboren. Meine Geschwister und ich sind hier ebenfalls aufgewachsen“, erläutert Anja Bauer, warum sie mit Herz und Seele an diesen vier Wänden hängt. „An Lillis Schreibtisch habe ich selbst als Kind gesessen. Meine Eltern haben ihn damals aus einem unserer vielen Urlaube in Dänemark mitgebracht, wo wir auch heute noch jedes Jahr hinfahren“, sagt Anja Bauer und zeigt auf den Weichholz-Sekretär im Zimmer ihrer großen Tochter.

Hausreportage: Wohnglück auf Dänisch

„Einrichten, Wohnen, Dänemark – das waren schon immer meine Lieblingsthemen. Umso schöner ist es, dass ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe“, sagt die gelernte Krankenschwester, die vor acht Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Marc „Det lille Hus“ in Kassel eröffnet hat.

Det lille Hus

Unter dem Motto „Altes und Neues zum Leben und Wohnen“ verkaufte das Paar zunächst in einer Garage am Jungfernkopf skandinavische Wohnaccessoires: Melamin- Geschirr, Tischlampen, Kissen oder Kerzenleuchter von Marken wie Ib Laursen, House Doctor, Rice und unter anderem Liv. Wer sich heute in ihrem Laden umschaut, der sich seit 2010 in der Zentgrafenstraße 134 im Stadtteil Kirchditmold befindet, bekommt eine Ahnung, wie es bei Familie Bauer zu Hause aussieht.

„Mit den meisten Dingen, die ich im Laden verkaufe, umgebe ich mich auch privat sehr gern: Dazu gehören zum Beispiel das Tablett auf unserem Couchtisch, die Kissen in den Kinderzimmern oder meine Salze von Nicolas Vahé in der Küche“, zählt Anja Bauer auf.

Lillis Kinderzimmer, das Elternschlafzimmer und ein großzügiger, mit einer weißen Sitzecke ausgestatteter Flur sind durch ein Arbeitszimmer mit dem neuen Anbau verbunden, mit dem vor zwei Jahren Platz für Luises Zimmer geschaffen wurde. Das ist – wie auch Lillis Zimmer – ein wahrer Traum für Mädchen (und deren Mütter). Der Clou im Anbau und im Wohnzimmer ist die offene Dachbauweise mit sichtbaren Balken. Auf der neu errichteten Galerie in Luises Zimmer, die über eine Leiter erreichbar ist, steht nun das Bett der Neunjährigen.

Wohnen ist Veränderung

Dass auch diese Räume klar strukturiert, weder kitschig noch überladen wirken, liegt nicht nur an den ruhigen Pastellfarben der Wände, sondern auch an den geräumigen Truhen und Schränken, in denen Kleidung, Spielzeug und Bücher ordentlich verstaut sind. Moderne Hochglanzfronten sucht man auch im zweiten Stock vergebens. Sowohl das Wohnzimmer als auch die Küche mit angrenzendem Essbereich sind komplett im skandinavischen Stil gehalten. Kratzer und Macken an ihren Möbeln stören Anja Bauer nicht.

Ganz im Gegenteil: „Ich liebe Gegenstände, die eine Geschichte erzählen. Alles, was wir besitzen, benutzen wir auch gern.“ Damit weder Kissen noch Bilder oder Lampenschirme Staub ansetzen, tauscht Anja Bauer sie je nach Jahreszeit oder Stimmung aus. „Unsere Einrichtung ist immer in Bewegung. Ich brauche die Veränderung und arrangiere alles immer wieder neu – sowohl im ‚Det lille Hus‘ als auch bei uns zu Hause.“

Text: Sarah Rogge-Richter

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