Mit viel Herzblut zum Traumhaus

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Gelungene Umgestaltung: Das Haus ist nach der energetischen Sanierung auf Neubauniveau.

„Immer, wenn ich als Kind das Steinmosaik auf der Terrasse des Hauses, das inmitten eines riesigen Grundstücks in Nachbarschaft zum Haus meiner Oma steht, gesehen habe, wusste ich: Ich bin in Kassel angekommen“, sagt die Bauherrin.

Dem Besucher fällt das Mosaik, das komplett erhalten ist, gleich beim Betreten des kürzlich sanierten und erweiterten Einfamilienhauses ins Auge. Es wurde während des Umbaus, der eine Totalentkernung beinhaltete, gesichert. Es ziert nun den großen, offenen Wohn-, Koch- und Essbereich der dreiköpfigen Familie im Erdgeschoss des Hauses. Die Kinder des Erbauers des stilechten 50er-Jahre-Hauses haben das Mosaik seinerzeit angefertigt.

Gutes Energieniveau

Vor Baubeginn, während des Umbaus (für den sogenannten Blower-Door-Test) und nach Fertigstellung hat ein Energieberater das Gebäude auf seinen rechnerischen Energieverbrauch geprüft: Das Einfamilienhaus hat sich von einem „76-Liter-Haus“ zu einem ansehnlichen „KfW-Effizienzhaus 100“ gewandelt. „Als wir im Jahr 2008 das Haus kauften, haben wir einen reinen Grundstückskauf getätigt“, erzählt der Bauherr. Das Haus mit seinem Grundriss und vor allem dem fehlenden Bezug zum Garten entsprach so gar nicht den Vorstellungen der Bauherren. Aber es war der große Garten, der den Ausschlag gab.

Mit viel Herzblut zum Traumhaus

Die Bauherren haben nach dem Kauf sofort angefangen, den Garten herzurichten. „Das hat ein Jahr gedauert“, sagen beide und können sich noch gut an die Schufterei erinnern: 37 Kubikmeter Erde wurde in den Garten eingebracht. Diese wurde mit sechs LKWs angeliefert und wir haben sie mit Schubkarren im Garten verteilt.“ Mit der hinzugekommenen Gartenfläche ist der neue Garten über 2100 Quadratmeter groß. Die Erde diente dem Ausgleich des Geländegefälles. „Wir haben Ackerflächen begradigt, Rasenflächen ausgebessert und nachgesät, Wege aufgenommen, jeden einzelnen Rosenstock umgesetzt“, berichten die Bauherren. Inmitten der großen Rasenfläche, hinter dem Haus liegt nun ein wunderschönes Rosenrondell mit Gartenbank.

Genaue Vorstellungen

„So hatten wir im ersten Jahr neben der Gartenarbeit Zeit, über den Umbauplänen zu brüten und erste Pläne zu zeichnen.“ Die Bauherren hatten allerdings schon sehr konkrete Vorstellungen, mit denen sie dann 2009 auf die Firma Holzbau Kühlborn zugegangen sind. Nach einer ersten Grobkalkulation zum Anbau und Umbau des Hauses mit energetischer Sanierung sind sich die Bauherren mit der Holzbaufirma schnell einig geworden. „Wir haben uns eben lange und intensiv damit beschäftigt, wie wir wohnen und leben möchten.

Und darüber, wie wir unsere Vorstellungen vom offenen Wohnen in dem 50er-Jahre-Haus verwirklichen können.“ Die Bauherren haben Grundrisse skizziert und ihre Pläne immer wieder von Neuem von allen Seiten beleuchtet. Als planerischen Durchbruch bezeichnen die Bauherren ihre Schlüsselidee, nicht den vorhandenen Eingang zu nutzen, sondern das ehemalige Blumenfenster zum Hauseingang umzubauen. Das Haus wurde durch den Um- und Anbau völlig verändert und zum Garten hin geöffnet. „Wir haben nun große Fensteröffnungen. Bodentiefe Fenster schaffen fließende Übergänge von Innen nach Außen“, erklärt der Bauherr. Tatsächlich ist nahezu jedes Zimmer des Hauses zum Garten hin so geöffnet, dass die Bewohner von überall einen Bezug zum Grün herstellen können: „Das Ziel ist erreicht: Wir leben mit dem Garten“, bringt es der Bauherr auf den Punkt. Das Erdgeschoss ist sehr stimmig eingerichtet, die Wandgestaltung aufeinander abgestimmt. Durchgehender Bodenbelag betont den Eindruck von Großzügigkeit und kommt dem Konzept „Offenes Wohnen“ entgegen. Im ersten Obergeschoss fasziniert den Besucher nicht nur die Geräumigkeit des Kinderzimmers, insbesondere die aufwändige Wandgestaltung ist beeindruckend.

Dusche verbindet

Der absolute Clou ist die Bad-Lösung: Kinder- und Elternbad teilen sich eine große, ebenerdige Dusche. Beide Bäder sind also über die Dusche miteinander verbunden. Sie ist an jeder Seite durch ganzflächig satinierte Glastüren abgetrennt. „Durch diesen Kniff mussten wir nicht auf die große Eckbadewanne im Elternbad verzichten“, sagt der Bauherr. „Viel Herzblut macht dieses Gebäude unverkäuflich“, fassen die Bauherren zusammen. Sie haben sich mit Einsatz und guten planerischen Ideen ihr Traumhaus verwirklicht. PHR

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