Tobias Vaupel saniert ein Haus in Somplar

Hessen fördert Häuser in der Heimat

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Die Umbauarbeiten gehen voran: Tobias Vaupel kaufte ein Haus in Somplar und wird vom Land und der EU gefördert.

Tobias Vaupel hat es nicht weit vom Elternhaus zu seinem neuen Eigenheim. Rund zehn Meter liegt das alte, baufällige Fachwerkhaus mit dem kleinen Scheunenanbau entfernt. Einmal über die Ruhrstraße und schon ist er da.

„Das Haus stand seit November 2009 leer. Ich habe es kürzlich gekauft. Der Umbau wird vom Dorferneuerungsprogramm gefördert“, erklärt der 26-Jährige. Im Inneren des Hauses mit den niedrigen Decken, den kleinen Räumen und verblichenen Tapeten hat Vaupel in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Lehmwände hat er aufgestemmt und viel entrümpelt.

Der Kraftfahrzeugtechniker-Meister lebt gerne in Somplar. „Ich bin hier in vielen Vereinen engagiert, in leitender Funktion bei der Feuerwehr und bin mit dem Ort einfach verbunden“, erklärt Vaupel. Diese Heimatverbundenheit fördern das Land Hessen und die EU mit einem Dorferneuerungsprogramm. 212 000 Euro sind für den kompletten Umbau veranschlagt worden. 45 000 Euro Zuschuss bekommt Vaupel insgesamt. Davon sind 22 500 Euro aus EU-Mitteln. Wenn der Umbau fertig ist, wird das Geld ausgezahlt.

„Es ist noch Geld für weitere Förderungen in Somplar vorhanden“, erklärt Walter Rinklin von der Dorf- und Regionalentwicklung. Interessenten können sich beim Architekten Jürgen Scheller melden. Scheller berät bei möglichen Sanierungen und der Förderung. Bürgermeister Karl-Friedrich Frese freut sich über den Entschluss von Tobias Vaupel. „Das ist eine super Sache, wenn sich ein junger, gut ausgebildeter Mann entscheidet, in seiner Heimat zu bleiben“, sagte Frese. Zudem sei das Haus ein ortsprägendes Gebäude.

Etwas für die Menschen tun

Der Rückgang der Bevölkerung war in den vergangenen zehn Jahren in Somplar deutlich spürbar. „Wir haben viel Bevölkerung verloren. Früher lebten hier 410 Menschen. Heute sind es 340“, erklärte der Bürgermeister.“ Mit dem Weggang der Menschen kam auch der Leerstand. Zehn Prozent der Gebäude stehen leer, sagte Architekt Scheller. Zehn Prozent seien außerdem in Zukunft vom Leerstand bedroht. „Wir wollen mit dem Förderungsprogramm etwas für die Menschen tun“, sagte Rinklin von der Dorf- und Regionalentwicklung.

Der Umbau des Hauses sei ein gutes Beispiel für modernes Wohnen in alten Gemäuern in der Heimat. „Derzeit fördern wir sechs bis acht eher kleine Umbauarbeiten“, erklärte er. „Dabei handelt sich zum Beispiel um Giebelsanierungen oder ein neues Dach.“ Auch Umlegungen werden laut Rinklin unterstützt: Wenn eine alte, ungenutzte Scheune neben einem Haussteht, kann diese abgerissen werden, um für die Familie mehr Garten zu schaffen. Der bürokratische Weg sei nicht besonders schwierig gewesen, sagte Vaupel. im August 2014 will er dann in die umgebauten 90 Quadratmeter einziehen.

Infos bei Fragen zu Zuschüssen:

Das Dorferneuerungsprogramm in Somplar begann 2009 und läuft bis 2017. Wer sich in Somplar ebenfalls über Sanierungen von älteren Häusern informieren will, kann sich beim zuständigen Architekten Jürgen Scheller melden, Telefon: 06451/4220.

Von Max Holscher

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