Blatt stiehlt Blüte die Schau

Für echte Funkien-Liebhaber ist blumiger Zierrat Nebensache

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Blätter im XXL-Format konkurrieren hier mit einer zartlila Blüte. Für echte Hosta-Fans ist es keine Frage, worauf es hier ankommt: aufs Grün.

Wer fragt schon nach den Blüten, wenn eine Pflanze mit derart einzigartigem Blattschmuck betört? Funkien, auch bekannt als "Hosta",  gehören zur Familie der Agavengewächse. 

Aus den etwa 25 in Ostasien beheimateten Arten wurden abertausende Hybriden mit außergewöhnlichen Laubfärbungen, -formen und -zeichnungen gezüchtet. Die büschelartig wachsende, rhizombildende Staude ist seit einigen Jahren richtig in Mode gekommen. Raffinierte Züchtungen sind Objekte der Begierde in Sammlerkreisen.

Blattschmuck in Grünvariationen: Staudenexpertin Angela Wauschkuhn wird hier eingerahmt von Hosta fortunei „Francee“ (links hinten), Hosta fortunei „Gold Standard“ (vorn) und Hosta nigrescens „Krossa Regal“.

Ach ja, Blüten treiben die Schattenpflanzen, die auch Herzblattlilien genannt werden, auch – aber wahre Hosta-Enthusiasten interessiert das nur ganz am Rande, wenn überhaupt. „Mir ist es wirklich total egal, ob die Blüten einer Funkie nun weiß oder fliederfarben oder violett sind“, bestätigt Gärtnermeisterin Angela Wauschkuhn von Staudenkulturen Wauschkuhn in Hann. Münden/Landkreis Göttingen.

Im Fokus des Züchterinteresses stünden vielmehr die Blattform und -größe (lanzen-, ei- oder herzförmig), die Farbe (uni, gerändert sowie panaschiert in Tönen von Blaugrau über Grün, Gelb bis zu Cremeweiß) sowie die Wuchshöhe (von vier Zentimetern bis 1,20 Meter). Die Blattoberseite kann glatt, runzelig oder gerippt sein, der Blattrand sogar gewellt.

Die Funkie ist vielseitig

Einig ist allen Funkien ihre Vielseitigkeit im Garten. Wenn der Boden einigermaßen feucht ist, gedeihen sie problemlos auch in sonnigen Bereichen. Ideal sind humose Erde, aber auch Lehmboden, am besten in (halb-)schattiger Lage. Dann entwickelt die anspruchslose Staude in wenigen Jahren üppige Horste, deren Blätterdach praktischerweise das Unkraut fernhält und die Austrocknung des Bodens hemmt. Im Frühjahr freut sie sich über etwas organischen Dünger (wie etwa Hornspäne), empfiehlt Staudenexpertin Wauschkuhn.

Gelb-grün-Mix: Hosta fortunei „Albopicta“.

Grundsätzlich gilt bei der Sortenwahl: Funkien mit wenig Chlorophyll (also gelb- oder cremeweißblättrige Sorten mit zartem Blattwerk) bekommen leicht einen Sonnenbrand und bevorzugen den Schatten. Blauen und grünlaubigen Sorten mit festen Blättern macht etwas Sonne dagegen nichts aus.

Gehört zur Mäusefamilie: Hosta „Blue Mouse Ears“.

Gar nicht genug gelobt werden könne die „perfekte Eignung der Funkie als Topfpflanze“, betont Wauschkuhn. In frostfesten Kübeln beleben Funkien vom Frühling bis zum Frost jede noch so schattige Ecke auf Balkon, Terrasse oder unter Bäumen und sind zudem dort vor gefräßigen Schnecken sicher.

Grün mit hellem Rand: Hosta fortunei „Patriot“.

Im Winter ziehen Funkien komplett ein, das welke Blätterkleid kann leicht entfernt werden. Auch im Topf überdauert die Funkie unterirdisch problemlos im Freien. Sie sollte erst im Frühjahr wieder gegossen werden, wenn die spitzen Neuaustriebe den Frühling ankündigen.

Viele Hosta-Fanforen

  • Bei Sammlern stehen kleinblättrige Zwergfunkien wie die „Mäuse“ besonders hoch im Kurs. Auf der Internetseite des holländischen Funkienspezialisten Fransen wimmelt es von über 50 Exemplaren – von „Blue Mouse Ears“ bis „“Ruffled Green Mouse Ears“. 
  • Bilder und Beschreibungen zu fast allen Sorten haben amerikanische Hosta-Enthusiasten auf der Seite hostalibrary.com (auf englisch) zusammengetragen – ein Schatzkästlein für Fans. 
  • Begeistert gefachsimpelt zum Thema Hosta wird auch auf Facebook in der Gruppe „Hostafreunde“.

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