Ein Hotel für Insekten

+
Bauen ein Insektenhotel: Jürgen Kühlborn (von links), Bernd Osterloh, Vorsitzender Johnny Gipper und Florian Smolka vom Kleingartenverein Dönche. Foto: Schaffner

Ohne Insekten würde im Garten kaum etwas blühen. Bienen, Hummeln und Co. kümmern sich schließlich um das Bestäuben von Blumen, Obst und Gemüse – sie finden jedoch kaum noch natürliche Nistplätze. Vor allem, weil der Mensch zunehmend zur „aufgeräumten“ Landschaft neigt.

Immer mehr Hobbygärtner sorgen sich jetzt um die für sie nützlichen Tiere und legen deshalb künstliche Nisthilfen an. Auch Florian Smolka und seine Gartenfreunde vom Kleingartenverein Dönche bauen derzeit ein Insektenhotel. „Wenn wir möchten, dass Insekten uns im Garten behilflich sind, müssen wir ihnen zumindest einen attraktiven Unterschlupf bieten“, sagt Florian Smolka. Viele Hobbygärtner legten Wert darauf, einen besonders akkuraten und ordentlichen Garten zu bewirtschaften. „Das sieht zwar schön aus, geht aber oft auch zulasten der natürlichen Lebensräume vieler Insekten“, sagt der 49-Jährige.

Deshalb hat der Vorstand des Kleingartenvereins beschlossen, den nützlichen Helfern etwas zurückzugeben und baut für Wildbienen, Schlupfwespen, Hummeln und Florfliegen eine Unterkunft. Fachlich unterstützt wird der Vorstand von Vereinsmitglied Bernd Osterloh, der in seiner Parzelle eine kleine Imkerei betreibt. „Die richtige Auswahl der verbauten Materialien ist entscheidend, damit unser Insektenhotel auch angenommen wird“, sagt Bernd Osterloh.

Natürliche Materialien

In erster Linie sollte natürliches Material verwendet werden, zum Beispiel weiches, durchbohrtes oder markhaltiges Holz, Baumrinde, hohle Bambusstäbe und Schilfrohr, Stroh, Reisig, Kiefernzapfen und Lehm. „Auch durchlöcherte Backsteine bieten sich hervorragend als Nisthöhlen an“, sagt der Imker. Beliebt seien zudem umgedrehte Terrakotta-Blumentöpfe, die als „Ohrenwurm-Bungalow“ dienen, und rot angestrichene Florfliegenkästen aus Holz – die rote Farbe lockt die Fliegen an.

Die Kleingärtner haben, um die neuen Nistplätze vor Niederschlägen zu schützen, ein hausähnliches Holzgerüst gebaut. Ein Drahtgitter hält Vögel fern. „Es kommt auch auf den richtigen Standort an“, betont Smolka. Günstig seien Verkehrsruhe, ausreichend Sonne für die von der Brut benötigte Wärme und möglichst viele Kräuter, blütenreiche Wildpflanzen sowie Sträucher und Bäume, um den Nahrungsbedarf der Insekten abzudecken. E Weitere Infos und Tipps zum Bau eines Insektenhotels gibt es beim Naturschutzbund: www.nabu.de

Von Sebastian Schaffner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.