Warum Hummeln an Tomaten rütteln

Ohne Hummel-Bestäubung wäre die Tomatenzucht kostspielig und wenig effizient. Die dicken Brummer sind besser als jeder Elektro-Vibrator. Den Grund verrät die Zeitschrift kraut&rüben.

Noch immer werden sie unterschätzt, doch Hummeln sind beim Bestäuben von Pflanzen Weltmeister. Große wirtschaftliche Bedeutung haben Hummeln in den vergangenen 30 Jahren für die Tomatenzucht erlangt: Diese ist ohne sie undenkbar, da sie zu den wenigen Wildbienen gehören, die eine besondere Technik beim Pollensammeln anwenden, die Vibrationsbestäubung.

Pollen müssen herausgeschüttelt werden

Bei Nachtschattengewächsen wie der Tomate sitzen die Pollenkörner relativ fest verpackt in porösen Kapseln und müssen durch diese Poren mehr oder weniger gewaltsam herausgeschüttelt werden. Dies wusste man bereits, als man begann, Tomaten in Treibhäusern zu ziehen. Nachdem die manuelle Bestäubung mit zittriger Hand und Pinsel wenig erfolgreich verlief, versuchte man, mit batteriebetriebenen Vibratoren zu arbeiten. Mit einer solchen „Electric Bee“ oder einem „Pollinator II“ – so die Namen handelsüblicher Geräte – gelang es zwar, einen recht guten Fruchtansatz zu erzielen, doch war diese manuelle Methode mühsam, zeitaufwändig und damit teuer.

Erst als man die Erdhummel (Bombus terrestris) für diese Arbeit einsetzte, begann die Tomaten-Industrie aufzublühen. Bald war klar, dass Hummeln effizienter bestäuben als jedes elektrische Modell: Die pelzigen Brummer krallen sich in der Blüte fest, legen ihre Flügel weitgehend an und fahren ihren Muskelmotor auf volle Taktfrequenz hoch, weit über die im Flug übliche Flügelschlagfrequenz von 180 Hertz. Auf diese Weise rütteln sie sehr effektiv den Pollen aus ihren Behältern. Tomaten, deren Blüten sich die dicken Flieger angenommen haben, liefern 25 Prozent mehr Ertrag als manuell behandelte.

Quelle: kraut&rüben

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