Gartenberater gibt Tipps zum Verjüngungsschnitt:

Radikalkur für Gehölze: Im Spätherbst darf man alte Sträucher „auf Stock setzen“

Mahonienstrauch mit blauen Früchten. Auch sie können durch den Radikalrückschnitt verjüngt werden.
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Mahonienstrauch mit blauen Früchten. Auch sie können durch den Radikalrückschnitt verjüngt werden.

Alte, verwilderte Zier- und Beerenobststräucher können vor dem Frühjahrsaustrieb durch einen starken Rückschnitt im Herbst deutlich regeneriert werden. Im Gärtnerjargon spricht man bei dieser Maßnahme vom „auf Stock setzen“.

Dabei handelt es sich um einen starken Rückschnitt, welcher dem überalterten Strauch nach der winterlichen Ruhephase im Frühjahr einen kraftvollen Neuaustrieb ermöglicht. Gartenberater Philippe Dahlmann vom Verband Wohneigentum erklärt die wichtigsten Details. Laut Naturschutzgesetz darf ein solch drastischer Rückschnitt in der Zeit zwischen 1. März und 30. September nicht durchgeführt werden. Leichtere Form- und Pflegeschnitte sind aber das ganze Jahr hindurch erlaubt.

Philippe Dahlmann, Gartenberater beim Verband Wohneigentum.

So geht der Schnitt

Alte, dicke Triebe werden komplett aus den Pflanzen entfernt. Dies sollte so tief wie möglich in Bodennähe geschehen. Verbleibende Triebe werden in unterschiedlicher Höhe zwischen 40 und 60 Zentimeter über dem Boden eingekürzt. Nur basisnahe Jungtriebe werden nicht entfernt oder zurückgeschnitten, sie sind bereits Teil eines Neuaustriebes.

Wuchsform entscheidet

Viele Sträucher mit mittenbetontem Wuchs vertragen den Verjüngungsschnitt gut, darunter Berberitze, Flieder, Haselnuss, Ranunkelstrauch, Pfeifenstrauch, Spindelstrauch, viele Weiden und Immergrüne wie Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron und Liguster. Auch bei Eibe, Feldahorn, Hainbuche und Mahonie wirkt die Radikalkur.

Nicht vertragen wird der Verjüngungsschnitt von Nadelgehölzen sowie Goldregen, Zierapfel, Ginster, Seidelbast, Schneeheide, Lavendel, Rosmarin und Säckelblume. Gehölze mit besonderen Wuchs-Charakter sollten nicht oder kaum geschnitten werden. Grund ist zum einen deren schlechte Wundheilung, zum anderen, weil durch den Schnitt die malerische Wuchsform zerstört wird. Dazu gehören Magnolien, Zaubernuss, Blumenhartriegel, Eisenholzbaum, Amberbaum, Goldregen, Japanische Ahorne, Judasbaum, Katsurabaum, Samthortensie, Scheinbuche, Strauchpfingstrosen, Stechpalme, Scheinhasel, Seidelbast, Immergrüner Schneeball und Felsenbirne.

Weitere Infos gibt es unter: gartenberatung.de

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