Für Fans der vielseitigen Zwiebelblume gibt es auch Raritäten zu entdecken

Narzissen leuchten in Sonnenfarben

Erinnern ein wenig an rüschenverzierten Tanzkostüme aus einem Südseeparadies: Die gelb-orangenen und halbgefüllten Narzissen der Sorte „Tahiti“ sind ein Hingucker im Frühlingsbeet.
+
Erinnern ein wenig an rüschenverzierten Tanzkostüme aus einem Südseeparadies: Die gelb-orangenen und halbgefüllten Narzissen der Sorte „Tahiti“ sind ein Hingucker im Frühlingsbeet.

Wer bei Frühlingsfarben für die sonnigen Töne von Weiß über Gelb bis Orange und Apricot schwärmt, kommt an Narzissen nicht vorbei. Die bei uns gebräuchliche Bezeichnung „Osterglocken“ wird den aus Asien stammenden Zwiebelpflanzen aus der Familie der Amaryllisgewächse schon wegen der je nach Sorte breit gefächerten Blütezeit von Februar bis April kaum gerecht.

Carlos van der Veek

Nur drei Wildarten

Von den über 65 Arten kommen aber nur drei in Deutschland in freier Natur vor: die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus), die Weiße oder Dichter-Narzisse (N. poeticus) und die Stern-Narzisse (N. radiiflorus). Die vielfältigen Sorten unterschieden sich in Blütengröße, Form, Wuchshöhe und Blütezeit. Pflanzzeit in nährstoffreichem, durchlässigem Boden ist ab September bis Ende Oktober. Doch echte Narzissen-Fans denken schon an die nächste Saison, kaum dass die letzten Dichter-Narzissen im Frühlingsgarten verblüht sind. Der holländische Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek von Fluwel weiß auch warum: „Dann sind die Eindrücke aus dem Frühjahr noch ganz frisch. Gartenbesitzer wissen aktuell sehr genau, wo eine Lücke im Beet war, welche Farbe gefehlt hat oder in welcher Monatshälfte noch Narzissenblüten fehlten.“ Zumal manche Spezialitäten unter den Narzissen oft nur in begrenzter Stückzahl erhältlich und Neuheiten oder botanische Raritäten sogar im Netz schnell vergriffen seien.

Engelstränen sind gelb: Liebhaber der Narzissensorte „Hawera“ haben das schon immer gewusst.

Über 2000 Sorten

Carlos van der Veek weiß wie kein anderer, wovon er spricht: Er wurde quasi „zwischen Narzissen“ geboren, die Blumen waren im Elternhaus fast überall. Sein Vater züchtete sie, und als er aufhörte, sie zu züchten, begann er, seltene Arten zu sammeln. Über 2000 verschiedene Narzissensorten wachsen heute auf seinem Narzissenmutterpflanzenfeld in Nordholland – nach eigenen Angaben die größte Narzissensammlung weltweit. Jedes Jahr wählt der Blumenzwiebelexperte die Besten daraus für seinen Webshop aus, ergänzt mit Neuheiten von Züchterkollegen. „Bei Narzissen gibt es eine unglaubliche Farben- und Formenvielfalt und es ist wirklich schade, dass die meisten Sorten neben den prominenten Varianten etwas übersehen werden“, meint van der Veek.

Tanzen im Mondlicht: die zitronengelben Blüten der Sorte „Dancing Moonlight“.l

Mehr als „nur“ Gelb

Die Narzissenwelt habe so viel mehr zu bieten als „nur“ die bekannte Trompetenform und das typische Sonnengelb. Wer Narzissen bis jetzt nur mit diesen beiden Aspekten in Verbindung gebracht hat, den lehrt der Niederländer das Staunen: Die Sorte „A Million Kisses“ etwa ist eine elegante, dreifarbige Narzisse mit weißen Blütenblättern und einer orange-gelben Nebenkrone. „Brooke Anger“ hingegen kombiniert ein reines Weiß mit einem kräftigen Apricot und „Dancing Moonlight“ leuchtet mit erfrischendem Zitronengelb im Garten. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Blüten werden diese Narzissensorten auch als Schmetterlingsnarzissen bezeichnet: Interessant gewellte Blütenblätter umschmeicheln spielerisch schlichte, glatte. Auch „Tahiti“ beeindruckt mit einer extravaganten Form: Ihre gerüschten, gefüllten Blüten veranstalten in Gelb-orange ein fröhliches Farbenfest.

Weiß wie Schnee: Narzisse „Frostbite“.

Schwäche für Weiß

Der Narzisstenspezialist hat persönlich eine Schwäche für weiße Narzissen – angefangen bei der wildanmutenden „Thalia“ über die Miniatur-Narzisse „Xit“ bis hin zur leicht glitzernden „Frostbite“. Aber interessante Formen haben es ihm angetan, wie die Reifrocknarzisse „Mary Poppins“ oder die sonnengelbe „Rataplan“ mit geschlitzter Nebenkrone.“

Tipps zum Einpflanzen von Narzissen

Eigentlich treiben die robusten Narzissen ganz von selbst jedes Frühjahr wieder aus und kündigen zusammen mit Tulpen und Hyazinthen den Frühling an. Allerdings kann man einiges dazu beitragen, damit dies sicher gelingt.

Ein vorteilhafter Standort ist wichtig: Narzissen stehen – genauso wie viele andere Zwiebelblumen – am liebsten in der Sonne. Sechs Stunden Sonnenlicht sorgen schon dafür, dass die Narzisse auch nach der Blüte wieder neue Blumen entwickeln wird. Dagegen ist ein nasser Boden, etwa wegen fehlender Drainage, fatal für die Narzisse.

Die Pflanzzeit ist vorzugsweise im Spätherbst, weil Narzissen schließlich im Frühjahr blühen sollen. Sie brauchen lockeren Boden, der am besten – bevor man die Zwiebeln pflanzt– mit einem speziellen Dünger für Blumenzwiebeln verbessert wird. Später sollte eher wenig gedüngt werden und man lässt die Blumenzwiebeln einfach wachsen.

Die Pflanzgrube sollte nicht sehr tief (in der Regel zwischen 8 und 18 Zentimetern) tief sein. Die Blumenzwiebeln werden fest und mit etwas Abstand zueinander mit der Spitze nach oben in den Boden gedrückt. Direkt nach dem Pflanzen bekommen die Zwiebeln ein bisschen Wasser, und wässern sie bei Trockenheit auch danach.

Nach der Blüte im Frühjahr sollte man, wenn das Laub verwelkt ist, die Blumen abschneiden, damit alle Kraft wieder nach in die Zwiebel geht. Somit sind für die nächste Saison wieder schöne Blumen garantiert. Auf diese Art und Weise sorgt man dafür, dass die Pflanzen gesund bleiben und man jahrelang Freude daran hat.

Da die Blüten von Tulpen, Narzissen und Co. reichlich Nahrung für Bienen enthalten, ist es sinnvoll, eine Mischung verschiedener Blumenzwiebeln zu pflanzen, sodass der Garten über einen möglichst langen Zeitraum durchgehend blüht.

(Gisela Busch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.