Es klemmt beim Bau des Eigenheims - Wer trägt die Kosten?

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Abrechnen: Die Kosten für die Hilfe durch einen Sachverständigen können dem Bauunternehmer nur in Rechnung gestellt werden, wenn man sich an eng gesetzte Regeln hält.

Wer ein Haus baut, weiß ein Lied davon zu singen: Baumängel sind keine Ausnahme, sondern fast an der Tagesordnung, wenn ein Eigenheim errichtet wird. Natürlich hat der Bauherr ein Recht auf Nachbesserungen oder Mängelbeseitigung, wenn der Bau oder Teile davon nicht vertragsgerecht sind.

Der Nachweis allerdings ist für den Laien nicht ganz einfach zu führen und gegenüber dem Bauunternehmer durchzusetzen. Die Unterstützung durch einen Sachverständigen oder ein Schadengutachten können hier der richtige Weg sein. Allerdings muss sich auch der Bauherr an bestimmte Regeln halten, wenn er nicht auf den Berater- oder Gutachterkosten sitzenbleiben will.

Kooperationspflichten beachten

"Grundsätzlich können Beraterhonorare vom vertragsuntreuen Unternehmen zurückgefordert werden, allerdings nur in engen Grenzen und unter Beachtung werkvertraglicher Kooperationspflichten", erläutert Dr. Bernhard-Dietrich Breloer, Vertrauensanwalt bei der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB). Laut Breloer sollte der Bauherr zunächst auf eine gütliche Einigung zur Beseitigung von Mängeln dringen. Denn der Unternehmer hat nicht nur die Pflicht zur Mängelbeseitigung, sondern auch das Recht zur Nachbesserung, das eingeschränkt würde, wenn man Gutachterkosten ohne Vorankündigung in Rechnung stellte. Verweigert der Bauunternehmer die Nachbesserung oder Beseitigung der Mängel, besteht Handlungsbedarf, und der Bauherr muss aktiv werden.

Nicht beseitigte Mängel können teuer kommen

Da der unerfahrene Laie mögliche Mängel und ihre Folgekosten kaum realistisch einzuschätzen vermag, sollte er einen erfahrenen Bauherrenberater hinzuziehen. So können fällige Abschlagszahlungen kurzfristig ganz oder teilweise einbehalten werden, um das bauausführende Unternehmen in Verzug zu setzen. Auch auf die Gefahr hin, dass er Honorare selbst tragen muss, sollte der Bauherr auf die externe Hilfe keinesfalls verzichten. Die Folgekosten unerkannter oder nicht beseitigter Mängel können richtig teuer werden. (djd)

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