Die pflegeleichte Kübelpflanze braucht ein kühles Winterquartier

Agapanthus: Ein Feuerwerk in Himmelsfarben

Wie Blumensträuße an langen Stielen: Die Blütenstände der Schmucklilien stehen auf langen, sehr stabilen Stängeln hoch über dem dichten Blattschopf.
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Wie Blumensträuße an langen Stielen: Die Blütenstände der Schmucklilien stehen auf langen, sehr stabilen Stängeln hoch über dem dichten Blattschopf.

Blaue Blüten sind im Pflanzenreich eher selten und ziehen daher oft alle Blicke auf sich. Keine Wünsche offenlässt in dieser Hinsicht die aus Südafrika stammende Schmucklilie, besser bekannt unter ihrem botanischen Namen Agapanthus. Mit der dekorativen Kübelpflanze, von der über 1100 Sorten bekannt sind, kennt sich der am Bodensee lebende Pflanzensammler Georg von Koppen, der viele Jahre praktisch im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet hat, bestens aus.

Georg von Koppen ist Pflanzensammler und Agapathuskenner.

„Der Agapanthus steht zunächst einmal für die Farbe Blau, nur wenige Sorten blühen weiß. Dazwischen liege ein weites Feld an Schattierungen der Himmelsfarbe: „Die Blautöne beginnen bei hellmilchigblau und gehen bis nachtblau“. Sortennamen wie „Black Buddhist“ und „Black Pantha“ verweisen auf dunkle Töne, „Double diamond“ heißt eine weißblütige Sorte.

Besonders auffallend sind blau-weiße, zweifarbige Sorten wie „Twister“ und „Firworks“. Nachdem es in England seit den 1970er Jahren erste Sortensichtungen gab und in den Niederlanden seit 2002 Agapanthustage veranstaltet werden, wächst auch hier die Zahl der Fans. Je nach Sorte liefert die bei uns nicht winterharte Kübelpflanze von Juli bis September eine beeindruckende Blütenfülle.

Augenweide in Weiß: die Sorte „Double Diamond“.

Mini-Sorten und Riesen

Groß ist auch die Bandbreite beim Wuchs: Nur 20 Zentimeter hoch werden die weißen Blütentriebe der kleinwüchsigen „Double Diamond“, dagegen erreichen die Blütenstiele von „Bicton Bell“ stattliche 1,50 Meter – zwischen diesen beiden Extremen liegen Welten unzähliger Sorten in nahezu jeder wunschgemäßen Größe. Sie alle zeigen sich in voller Sonne am blühwilligsten, wobei Wind und Wetter den stabilen Stielen im Regelfall nichts anhaben können.

Kühles Winterquartier

Neben dem sonnigen Standort ist die richtige Überwinterung der Erfolgsfaktor für gesunde und blühende Pflanzen, betont von Koppen: „Die volle Schönheit der Pflanze entwickelt sich erst nach einigen Jahren“. Die Rhizome bildenden Stauden mit den fleischigen Wurzeln stellen je nach Sorte unterschiedliche Ansprüche an ihr Winterquartier. Eingeräumt werden sollten sie alle so spät wie möglich – also erst, wenn Frost droht. Zuvor sollte man schon ab Oktober das Gießen einstellen, damit die Kübel so trocken wie möglich ins Winterquartier einziehen können. Über den Lichtbedarf im Winter bei Temperaturen zwischen +1 und +7 Grad entscheidet das Laub der Sorte:

Kunstwerk der Natur: die Blütenknospe der Schmucklilie.

Immergrüne Agapanthus behalten auch im Winter ihre grünen Blätter. Sie brauchen einen trockenen, hellen, kühlen Platz. Zuviel Wärme (+10 bis +20 Grad) im Winterquartier beeinträchtigt die Blütenbildung im darauffolgenden Jahr negativ.

Blatt-einziehende Agapanthus (also jene, die ihr Laub abwerfen) können auch vollkommen trocken im Dunkeln überwintert werden. Wird zu früh gegossen, kann Wurzelfäulnis den Totalverlust bedeuten. Erst mit Beginn des neuen Austriebs benötigt die Pflanze wieder Licht und maßvoll Wasser.

Früh wieder ins Freie

Alle Agapanthus sollten am Ende der Überwinterungszeit so früh wie möglich ins Freie umziehen, damit sie kräftige Blätter und und Blütenstiele entwickeln können. Bereits ab April, sobald keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind und bei bewölktem Wetter (um Sonnenbrand auf den Blättern zu vermeiden) geht es raus. Gegen unerwartete Spätfröste helfen vorübergehende Rückkehr ins Haus oder ein Wärmeschutzvlies.

Wasser, Dünger, Erde

Während der Vegetationszeit braucht die Kübelpflanze gleichmäßige Feuchtigkeit, nimmt aber kurzzeitigen Wassermangel nicht weiter übel, was sie relativ pflegeleicht macht. Kali-betonte mineralische Düngergaben (von April bis Juli), sorgen laut von Koppen und nach Empfehlung vieler holländischer Züchter für Blütenreichtum.

Zur richtigen Topferde für den Agapanthus gibt es im Internet viele verschiedene Hinweise, sagt von Koppen. Er selbst setze seit vielen Jahren auf eine bewährte Mischung aus Komposterde und Kokos mit hohem Anteil an mineralischen Bestandteilen wie Bims, Lavakies und Blähschiefer. Bei handelsüblichen Kübelpflanzenerden bestehe die Gefahr, dass diese Substrate zu viel Wasser speichern, was für den Agapanthus kritisch werden kann.

Spektakuläre Zweifarbigkeit in Weiß und Blau zeigt die Sorte „Twister“.

Nur ein Mythos: „eng im Topf“

An dem weitverbreiteten Mythos, dass der Agapanthus es gerne „eng im Topf“ und gut durchwurzelt wünscht, hat von Koppen ebenso wie viele holländische Gärtner seine Zweifel: „Je länger die Pflanze im Topf steht, desto schwächer blüht sie“. Entscheidend für den Zeitpunkt sei viel mehr die Wüchsigkeit des Wurzelwerks der Sorte. So brauchten etwa immergrüne, stark wüchsige Sorten wie „Queen Mum“ und „Albus“ frühzeitiger einen größeren Topf (oder Teilung) als „Liliput“ und „Headburne Hybrids“.

Eine großes Agapanthus- Sortiment bieten vor allem die holländischen Gärtnereien, zum Beispiel: Agapanthus.nl/de und Hessenhof. Auf Facebook tauschen sich Fans in der Gruppe „Agapanthus“ aus.

(Von Gisela Busch)

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