Pflanzen gedeihen auch vertikal und verbessern das Klima

Lebendige Bilder fürs Zuhause

Ein lebendiges Bild mit Kletterphilodendron.
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Ein lebendiges Bild mit Kletterphilodendron.

Ist das nur Kunst oder kann das noch mehr? Ein lebendiges Bild oder gar eine begrünte Wand im eigenen Zuhause – eine sogenannte „Living Wall“ – ist nicht nur ein höchst dekorativer grüner Blickfang, sie fördert auch das Wohlbefinden, da Pflanzen das Raumklima deutlich verbessern, teilt der Bundesverband der Einzelhandelsgärtner mit. Pflanzen schlucken Schall und geben Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit ab. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Hängetopf bis zum intelligenten Stecksystem mit Bewässerung.

Entscheidend für einen Erfolg sind die Lichtverhältnisse. Mit wenig Tageslicht begnügen sich zum Beispiel Kletter-Philodendron (Philodendron scandens), Einblatt (Spathiphyllum) und Nestfarn (Asplenium). Einen mittleren Lichtbedarf haben Baumfreund (Philodendron „Grand Brasil“), Grünlilie (Chlorophytum) und Drachenbaum (Dracaena). Unter speziellen LED-Pflanzenlampen gedeihen auch Efeutute (Epipremnum scindapsus), Schamblume (Aeschynanthus), Korallenkaktus (Rhipsalis) und Flamingoblume (Anthurium). Als Substrat für lebendige Bilder eignet sich neben normaler Zimmerpflanzenerde auch mineralisches Substrat aus Bims und Lava sowie Blähton.

Ob einfacher Hängetopf oder intelligente Stecktechnik: Damit eine begrünte Wand nicht feucht wird und schimmelt, müssen die Pflanzbehälter dicht sein. Dafür sorgen zum Beispiel Rahmen mit integrierter Bewässerung, welche die Pflanzen über Wochen optimal versorgen. Angeboten werden auch vollautomatische Wasser-plus-Dünger-Systeme. Vertikales Grün bedarf ansonsten der gleichen Pflege wie andere Zimmerpflanzen auch. Während der Heizperiode im Winter sollten vertikale Wände und grüne Bilder immer genug Wasser erhalten.  (Von Gisela Busch)

Info: ihre-gaertnerei.de

Das Buch „Plant Love“ von Alys Fowler.

Buchtipp: Wohnen mit Pflanzen, die glücklich machen

Machen wir uns nichts vor: Pflanzen wollen eigentlich nicht auf der Fensterbank leben, sondern im Regenwald, der Wüste oder dem Gebirge. Damit unser Zuhause auch für sie lebenswert wird, müssen wir ihre Bedürfnisse verstehen. Schließlich spenden sie uns zum Dank Trost und Gesellschaft, verbessern als lebendige Luftfilter das Raumklima und verzeihen so manche Vernachlässigung – man denke nur an die quasi unsterblichen Büro-Grünlilien.

Wie man welche Zimmerpflanzen glücklich macht und lernt, sie im Wissen um ihre Herkunft artgerecht mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen, das erklärt auf ebenso unkonventionelle wie vergnügliche Weise das Zimmerpflanzen-Versteher-Buch von Alys Fowler. Es stellt über 70 Arten sortiert nach Lichtverhältnissen vor, darunter auch solche, die es in halbdunklen Zimmerecken, an Südfenstern, bei Büro-Kunstlicht und im Bad aushalten. Dazu gibt’s Aufklärung über Düngefehler, schlechte Gießgewohnheiten, Krankheitsbekämpfung und pestizidfreie Pflege sowie pfiffige Tipps – wie etwa den absolut einleuchtenden, dass statt Chemie auch Wodka gegen fiese Schmierläuse hilft. (Von Gisela Busch)

Info: „Plant Love“ von Alys Fowler, Ulmer, 176 Seiten mit 122 Farbfotos, Broschur, 32 Euro.

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