Medizin vom Wegesrand

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Heilpflanzen statt Medikamente: Florian Smolka vertraut auf die Wirkung von Kräutern wie Spitzwegerich.

Der Sommer steht vor der Tür: Für das Pfingstwochenende ist sogar bestes Freibadwetter vorausgesagt – an eine Erkältung, an Husten und Schnupfen denkt da natürlich kaum jemand. Kleingärtner Florian Smolka sorgt dennoch schon jetzt für die nasskalten Tage im November vor.

Er hat in dieser Woche eifrig Blätter vom Spitzwegerich gesammelt und stellt daraus heute einen Hustensaft her. Wie viele andere gesundheitsbewusste Hobbygärtner schwört auch der 49-Jährige vom Kleingartenverein Dönche auf die Wirkung von Heilpflanzen. In seiner Parzelle wachsen aktuell mehr als 20 verschiedene Kräuterarten, die nicht nur in der Küche als Würzpflanzen sondern auch als natürlicher Medizin-Ersatz gefragt sind.

Basilikum? Stärkt die Verdauung. Thymian? Desinfiziert. Zitronenmelisse? Beruhigt das Nervensystem. „Eine meiner Lieblingspflanzen ist der Spitzwegerich, weil er vielseitig verwendbar ist“, sagt Florian Smolka.

Spitzwegerich wächst in unserer Region an nahezu jeder Ecke – am Wegesrand, auf Wiesen und auf Äckern. Markante Merkmale der vergleichsweise unauffälligen Heilpflanze sind der bis zu 50 Zentimeter hohe, lanzenförmige Stängel und die in einer grundständigen Rosette stehenden ungestielten Laubblätter. Die Blütezeit hat im Mai begonnen und endet im September.

Wundheilung mit Spitzwegerich

„Zu den bekanntesten Anwendungsbereichen zählt die Wundheilung“, sagt der Kleingärtner. Wer sich beispielsweise in der freien Natur verletzt, könne einfach ein paar Spitzwegerichblätter zerkauen, anschließend auf die Wunde legen und mit einem unzerkauten Blatt abdecken. So werde das Blut gestoppt, die Wunde desinfiziert und der Heilungsprozess beschleunigt. Die Blätter fördern zudem die Verdauung, regen den Stoffwechsel an und können beim Abnehmen helfen. „Aus Spitzwegerich lässt sich aber auch Hustensaft herstellen“, sagt Florian Smolka.

Rezept:

Zutaten für einen Liter Hustensaft:

- 1 Leinenbeutel voll Blätter vom Spitzwegerich

- 1 kg Zucker

Die Blätter mit einem Messer klein hacken und abwechselnd mit Zucker in einem zwei Liter großes Einmachglas schichten.

Unten mit einer Blätter-Schicht beginnen, Zucker schließt oben ab. Die Schichten jeweils kräftig mit den Händen komprimieren.

Das volle Glas mit einem Tuch bedecken und zwei Tage bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Nach zwei Tagen haben sich die Schichten abgesetzt, deshalb das Glas nach demselben Prinzip mit Blättern und Zucker auffüllen.

Das Glas mit Pergamentpapier abdecken, mit einem Brett beschweren und im Garten eingraben. In der temperaturbeständigen und vor UV-Licht geschützten Erde verwandeln sich Blätter und Zucker in einen Liter Zähflüssigkeit.

Nach acht Wochen das Glas ausgraben, den Sirup fünf Minuten lang im Topf bei 60 Grad Celsius erwärmen, sodass eine Flüssigkeit entsteht, sieben und in eine Flasche umfüllen. Anwendung bei Husten: Dreimal täglich ein Esslöffel.

Von Sebastain Schaffner

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