Mitbewohner kann nach Tod des Mieters den Vertrag übernehmen

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Stirbt ein Mitbewohner, kann der Mitmieter den Vertrag unter Umständen übernehmen.

Sie waren nicht verwandt und nicht verliebt, aber lebten jahrelang zusammen. Als der Mieter stirbt, schickt der Vermieter dem Mitbewohner plötzlich eine Räumungsklage. Darf er das?

Berlin - Wenn ein Mieter stirbt, darf sein Mitbewohner unter Umständen den Mietvertrag übernehmen. Um das so genannte Eintrittsrecht wahrzunehmen, muss die Bewohner eine Beziehung verbinden - eine intime Liebesbeziehung ist dafür nicht notwendig. Das hat das Landgericht Berlin beschlossen.

Im konkreten Fall teilten zwei Männer fast 20 Jahre eine Wohnung. Sie verband eine freundschaftliche, väterliche Beziehung. Als der 26 Jahre ältere Mieter starb, verlangte der Vermieter die Räumung. Der Mitbewohner wollte hingegen den Vertrag übernehmen und berief sich auf das Eintrittsrecht. Das Amtsgericht Berlin wies die Räumungsklage ab, wie die Zeitschrift "Das Grundeigentum" berichtet. Dagegen ging der Vermieter in Berufung.

Nach einer ausführlichen Beweisaufnahme stand fest, dass der Mieter und sein Mitbewohner eine enge Verbindung hatten und dauerhaft in einem Haushalt zusammen lebten. Der Beklagte hatte den Mieter sogar bis zu seinem Tod gepflegt. Da es laut Gesetz um das Bestehen einer Lebensgemeinschaft geht, ist der Mitbewohner nach Auffassung der Richter uneingeschränkt vom Eintrittsrecht geschützt - auch wenn er mit dem Mieter weder verwandt war noch eine Liebesbeziehung pflegte. Die Berufung war somit aus Sicht der Richter (Az.: 3 U 4/14) unbegründet und die Räumungsklage unberechtigt.

dpa/tmn

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