Individuelles Fertighaus

Ein mutiger Schritt ins Neue

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Ein Holzhaus im Grünen: Der außergewöhnliche Baustil macht das neue Eigenheim zu einem echten Hingucker im schönen Warburg. Fotos: Thienemann

Ein graues Haar kann einen aus der Fassung bringen. Es kann einen aber auch dazu motivieren, noch einmal ganz neu anzufangen. So geschehen bei einem Ehepaar, das pünktlich zum Ruhestand seine Zelte am Niederrhein abbrach und nach Warburg zog.

„Unsere Familie und unsere Freunde haben uns für völlig verrückt erklärt und sind aus allen Wolken gefallen, als wir ihnen erzählt haben, dass wir unser altes Haus verkaufen und wegziehen“, erinnert sich die Bauherrin an die Übermittlung der Botschaft. Auch die 59-Jährige war anfangs skeptisch, denn anders als ihr Mann hatte sie noch einen Job als Gästeführerin und konnte sich erst langsam mit dem Gedanken anfreunden, dies alles zurückzulassen. „Mein Mann wollte eigentlich an die Ostsee, da habe ich aber interveniert, weil ich nicht zu weit weg von unseren Kindern wohnen wollte. Jetzt sind es knapp 200 Kilometer. Das geht“, erzählt die sympathische Bauherrin lachend. Vom neuen Haus hatte der Bauherr, der lange als Bauingenieur tätig war, genaue Vorstellungen.

Ein mutiger Schritt ins Neue

Im Fertigbau-Unternehmen Sander Haus fand das Ehepaar den richtigen Partner für das Bauprojekt. Denn obwohl Sander Haus mit fertigen Teilen arbeitet, stellt sich das Unternehmen individuell auf die Wünsche der Bauherren ein. „Ich wusste genau, wie unser Haus aussehen soll, deshalb war es mir wichtig, dass das Unternehmen darauf eingeht – Sander Haus hat das getan“, sagt der 59-Jährige, der vom gesamten Ablauf des Baus immer noch begeistert ist. Denn das Ehepaar musste sich im Grunde um nichts kümmern. „Die Sanitärobjekte, Türen und Bodenbeläge konnten wir uns alle in Baumärkten und Fachgeschäften in unserer Nähe anschauen. Wir haben dann die Produkte, die wir ausgewählt haben, einfach an Sander Haus weitergegeben und die haben sich um den Einbau gekümmert“, erzählt der Bauherr.

Weniger ist mehr

Wichtig war dem Ehepaar vor allen Dingen eine geringere Wohnfläche. In ihrem alten Haus hatten sie etwa 160 Quadratmeter zur Verfügung, plus Keller und Dachboden. „So viel Wohn- und Stauraum verleitet nur dazu, Dinge aufzuheben, die man eigentlich nicht mehr braucht“, erklärt die Bauherrin. Deshalb hat das neue Heim auch nur noch knapp 100 Quadratmeter. In die hellen Wohnräume gelangt man durch den kleinen Flur, an den ein Gäste-WC angeschlossen ist. Ess- und Wohnbereich sind offen gehalten und durch die großen dreifachverglasten Südfenster strömt die Sonne herein. Die dunkelroten Récamieren sind nur zwei der vielen Möbelstücke, die das Ehepaar aus dem alten Haus mit in das neue genommen hat. Auch ein antiker fünfeckiger Spieltisch, der als Küchentisch dient und die Küche selbst sind bereits einige Jahre alt, aber fügen sich perfekt in das neue Ambiente ein.

Echtholz dominiert

 

Denn Echtholz dominiert im neuen Eigenheim: Nicht nur die sichtbare Holzbalkendecke, die antiken Möbel, die Treppe und der Boden sind aus dem robusten Rohstoff, sondern das gesamte Haus. Und das ist die wahre Attraktion des neuen Heims – die Holzverschalung aus sibirischer Lärche.

So fällt das Haus bereits ins Auge, wenn man die Straße herunterkommt. Etwas Geheimnisvolles und dennoch unglaublich Gastfreundliches umgibt das Gebäude, dessen straßenseitige Außenwand verkleidet ist und keine Einblicke zulässt. Doch nutzt man den Weg zwischen Carport und Haus und geht über die Terrasse, die ebenfalls aus sibirischer Lärche gefertigt wurde, läuft man an bodentiefen Fenstern entlang, die für lichtdurchflutete Räume sorgen. „Wir wollten ein KfW-Effizienzhaus 70 bauen – das haben wir mit der guten Wärmedämmung und der Fassade aus unbehandelter Lärche-Rhombusschalung geschafft“, erzählt der Bauherr stolz. Das Besondere an dem Holzhaus: Es wird altern. Mit den Jahren wird es nämlich langsam immer grauer werden. „So wie wir“, resümiert der Bauherr lachend und streicht sich durch die grauen Strähnen.

Von Eva-Maria Biedenbach

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